Die angelieferten und aufgebauten Baumodule waren alt und marode und mussten wieder abgerissen werden.
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Die angelieferten und aufgebauten Baumodule waren alt und marode und mussten wieder abgerissen werden.

Ärger mit Containern

Morsche Betreuungszentrums-Module in Seulberg müssen ersetzt werden

  • vonKatja Schuricht
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Missstände an der Grundschule sollen bis zum Ende der Sommerferien behoben sein

Seulberg -Eigentlich sollten die mehr als 20 Container zur Entspannung der Raumnot im Betreuungszentrum der Hardtwaldschule beitragen. Die Baumodule wurden Ende des vergangenen Jahres angeliefert und in das extra dafür geschaffene Fundament auf die Fläche neben das vom Hochtaunuskreis als Schulträger gebaute Betreuungszentrum aufgestellt. Doch das, was jetzt ein Anwohner beobachtet hatte, löste große Verwunderung aus. "Die Container wurden erst aufgestellt, und jetzt, nach einigen Wochen, sind alle wieder abgerissen worden", berichtet der Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. "Das kann doch nicht sein, dass durch diese Aktion öffentliche Gelder in den Sand gesetzt werden", echauffiert er sich.

Was genau da passiert ist? Der Plan, die Baumodule zu sanieren, ist gründlich schief gelaufen. Die Eltern und ihre Kinder der Seulberger Grundschule müssen sich weiter gedulden, bis der dringend benötigte zusätzliche Raum für die Schulbetreuung geschaffen wird.

Das 2017 eingeweihte Betreuungszentrum ist für 170 Kinder konzipiert, platzt aber schon seit Jahren aus allen Nähten. Derzeit liegt der Bedarf der Schule, die als eine der Pakt-für den-Nachmittag-Einrichtungen im Kreis eine Schule mit Ganztagsangebot ist, bei 240 Kindern. Die langersehnte Lösung schwebte dann im vergangenen November zwar per Kran in Form von Modulen von Containerbauten über der Hardtwaldschule.

Doch damit, dass die angelieferten Baumodule veraltet, unbrauchbar und damit reif für die Abrissbirne sind, hatte wohl niemand der Verantwortlichen gerechnet. Erst bei einer Prüfung eines Statikers kam ans Licht, dass der Zahn der Zeit wohl zu sehr an den schon zuvor an anderen Orten genutzte mobilen Klassenzimmern genagt hatte.

"Das Hochbauamt des Hochtaunuskreises und der beauftragte Statiker mussten bei der geplanten Umsetzung des Modulgebäudes feststellen, dass bei diesem Modulgebäude leider Beschädigungen an Bauteilen bestehen, so dass eine Instandsetzung nur unter hohem Aufwand möglich ist, aber keine dauerhafte Nutzung sicherstellt", teilt jetzt die Pressestelle des Hochtaunuskreises auf Anfrage unserer Zeitung mit. Da die Sicherheit der Kinder und eine nachhaltige und langfristige Nutzung im Sinne der Schule wichtig sei, bemühe sich der Landkreis für eine vernünftige Lösung.

"Die jetzige Situation ist aus unserer Sicht sehr bedauerlich, zumal sich Kreis und Stadt für das Betreuungszentrum engagiert haben", heißt es weiter. Landrat Ulrich Krebs (CDU) war kürzlich an der Hardtwaldschule und hat sich mit einem Team des Hessenfernsehens ein Bild von der Situation gemacht. In dem Beitrag, der in der Hessenschau gesendet wurde, sagt Krebs, dass er den Ärger der Eltern verstehen könne und nichts kleinreden wolle.

Doch die Lösung komme, verspricht der Landrat. Und zwar in Form von neuen Modulen. Die bereits entstandenen Kosten für den Auftrag für die Umsetzung und Innenerneuerung der Module beziffert der Kreis auf 140 000 Euro, inklusive Erstellung des Fundaments.

Nicht alles ist umsonst gewesen: Das Fundament wird für die neuen Baumodule verwendet werden, wie eine Sprecherin des Kreises versichert. Der Kreis übernehme auch die Kosten in Höhe von rund 700 000 Euro, die für die Anschaffung und Errichtung der neuen Baumodule entstehen. Somit sei eine Lösung des Problems in Sicht. "Im gemeinsamen Schulterschluss mit Schulleitung und der Schulgemeinde hat der Landkreis nun festgelegt, dass kurzfristig ein neues Modulgebäude beschafft wird, um eine Fertigstellung der Maßnahmen zum Schulbeginn noch im Sommer 2021 sicherzustellen", heißt es in dem Presse-Statement.

Von Katja Schuricht

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