Musik macht Kinder selbstbewusst

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Dank des Engagements des Fördervereins der Kita Kunterbunt bekommen die Vorschulkinder der städtischen Kindertagesstätte seit fünf Jahren Musikunterricht. Dabei spielen Orff-Instrumente eine große Rolle. Kooperationspartner ist die Musikschule Friedrichsdorf.

Die Reise zu den Indianern beginnt auf leisen Sohlen. „Jetzt müsst ihr mucksmäuschenstill sein. Dann könnt ihr die Trommelsignale des Häuptlings genau hören. Gleich könnt ihr den unterschiedlichen Signalen lauschen“, erklärt Magdalena Kretschmann. Sie ist Lehrerin der Musikschule Friedrichsdorf und kommt einmal in der Woche in die städtische Kindertagesstätte Kunterbunt.

Mit den Vorschulkindern der Kita, den ABC-Strolchen, taucht sie in die Welt von Tönen und Klängen ein. „Wir machen musikalische Früherziehung. Das bedeutet, dass wir in erster Linie Orffsche Instrumente wie Glockenspiel, Triangel und Klanghölzer ausprobieren“, erläutert Kretschmann. Basis der ganz besonderen Gruppenstunde, auf die sich die Kinder jede Woche freuen, ist das Entdecken von Musik.

Und damit das für die Mädchen und Jungen spannender wird, verpackt Musiklehrerin Kretschmann ihre Unterrichtseinheiten in kleine Abenteuerreisen: „Mal sind wir Indianer, mal auch Hexen.“ Den Kindern macht das Abtauchen in die Welt der Klänge und das Experimentieren mit den Instrumenten großen Spaß. „Die Trommel gefällt mir am besten“, erklärt Svenja (6). „Mir macht einfach alles großen Spaß“, fügt die ebenfalls sechsjährige Paula hinzu. Ermöglicht wird die musikalische Früherziehung, die für die Kita-Kinder kostenfrei ist, dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins der Kita Kunterbunt. „Wir wollen, dass alle Kinder, die unsere Kita besuchen, in den Genuss dieses Musikunterrichts kommen, unabhängig vom Einkommen der Eltern“, so Ulrike Müller, die Vorsitzende des Fördervereins. Seit 2010 finanziert der Förderverein den Musikunterricht in der Kita im Hohen Weg schon. „Was uns besonders freut: Dank zusätzlicher Elternspenden konnten wir 2011 Musikinstrumente für die Kita anschaffen“, betont Müller.

Der Unterricht, der im Turnraum der Einrichtung stattfindet, beginnt immer mit einem Begrüßungsritual. „Während der Musikstunde wechseln sich Bewegungsteile ab mit Ruhe- und Konzentrationsphasen“, erläutert Kretschmann das bewährte Unterrichtsprinzip. So schlägt sie beispielsweise einen Gong und fordert den Nachwuchs auf, so lange still sitzen zu bleiben, zu warten und zu lauschen, bis auch die letzten Schwingungen der feinen Töne verklungen sind – eine Herausforderung für die quirligen Sechsjährigen. „Dadurch lernen die Kinder, genau hinzuhören.“

Auch die Erzieherin und Leiterin der Vorschulgruppe, Claudia Gerhardt, ist angetan von der musikalischen Früherziehung. „Die Kinder lieben das Singen. Und man merkt richtig, wie sie dank der regelmäßigen Musikstunde Lieder und Texte viel schneller auswendig lernen.“ Zudem sind die ABC-Strolche auch bei Aufführungen der Musikschule dabei. „Das ist immer ein Erlebnis, auf das sich die Mädchen und Jungen freuen.“ „Singen fördert nicht nur die gesamte Entwicklung und die Konzentration der Kinder. Die musikalische Früherziehung stärkt das Gemeinschaftsgefühl und das Selbstbewusstsein“, hebt Kita-Leiterin Martina Jehring hervor.

„Zudem lernen die Kinder, in der Gruppe zu agieren. Und wir können mit Musik auch die Kinder in der Gruppe erreichen, die es sonst durch sprachliche Barrieren nicht ganz so einfach haben. Somit ist die musikalische Frühförderung auch ein entscheidender Baustein der Integration.“ Damit der Förderverein das bewährte Projekt noch möglichst lange fortführen kann, benötigt er weitere Mitglieder und freut sich über jede Spende. „Wer bei uns Mitglied werden möchte, ist schon mit einem Mindestjahresbeitrag von 20 Euro dabei“, informiert Ulrike Müller. 2400 Euro muss der Verein jedes Jahr für die musikalische Früherziehung aufbringen. „Der Betrag variiert je nach Stärke der Vorschulgruppe.“

Der Förderverein der Kita unterstützt zudem weitere Projekte der Einrichtung. „Wir schaffen unter anderem auch Spiele und Bastelmaterialien an“, so Müller. Zudem hat der Förderverein auf dem Außengelände eine kleine Bühne gebaut und die Kita bei der Aktion Schulengel im Internet angemeldet. „Damit haben wir die Möglichkeit, ohne zusätzliche Kosten Gelder für unseren Verein zu sammeln“, erklärt Müller. Das Portal Schulengel ist ein Spendennetzwerk, dem sich viele Online-Shops angeschlossen haben. Wer sich bei seinem Einkauf auf Schulengel registrieren lässt, kann sich die zu unterstützende Einrichtung aussuchen. Diese erhält dann von dem jeweiligen Onlineshop eine Prämie.

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