Schutt und Asche: Blick auf die Brandruine im Seulberger Ortskern am Morgen nach dem Feuer. Im Hintergrund sieht man den Turm der evangelischen Kirche.
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Schutt und Asche: Blick auf die Brandruine im Seulberger Ortskern am Morgen nach dem Feuer. Im Hintergrund sieht man den Turm der evangelischen Kirche.

Alter Ortskern entgeht Katastrophe

Nach lautem Knall: Haus in Seulberg brennt und stürzt ein

  • VonChristiane Paiement-Gensrich
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Anwohner sehen verdächtigen Mann weglaufen, die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen

Seulberg -Fassungslosigkeit in Seulberg. Am frühen Samstagmorgen ist ein Einfamilienhaus nach einem lauten Knall in Brand geraten und zum Teil eingestürzt. Die Kriminalpolizei kann, wie es in einer Presseerklärung heißt, "vorsätzliche Brandstiftung nicht ausschließen". Zeugen hatten nach Ausbruch des Feuers einen Mann weglaufen sehen. Glück im Unglück: Die Hausbewohner waren in dieser Nacht nicht zu Hause, niemand wurde verletzt. Und die Feuerwehr verhinderte erfolgreich ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude im eng bebauten Ortskern. Das berichtete Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb, der den Einsatz gemeinsam mit dem Seulberger Wehrführer Maximilian See leitete.

Gegen 3 Uhr hatten mehrere Anrufer gemeldet, dass in der Bornstraße ein Haus brenne und dass sie zuvor einen explosionsartigen Knall gehört hätten. Zunächst gab es Alarm für die Feuerwehren aus Seulberg und Burgholzhausen. Die hoch lodernden Flammen waren weithin sichtbar. "Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand das Gebäude bereits im Vollbrand und war durch die Druckwelle teilweise eingestürzt", so Neeb. Sofort wurden weitere Feuerwehrkräfte von den Stadtteilwehren aus Köppern und Friedrichsdorf-Mitte alarmiert.

"Von der Schäferstraße aus wurde eine Riegelstellung mit der Seulberger Drehleiter und einem Wende-Rohr vorgenommen." Eine weitere Drehleiter wurde aus Bad Homburg angefordert. Mit mehreren Rohren und unter Atemschutz bekämpften die Retter das Feuer. Die beiden an das Brandobjekt angrenzenden Häuser sowie auf der Straße geparkte Autos wurden durch das Feuer und die Explosion beschädigt. Die Nachbarhäuser konnten aber durch den schnellen und massiven Löscheinsatz der Feuerwehrleute gerettet werden und sind bewohnbar. Noch während des Einsatzes wurde von den Stadtwerken Friedrichsdorf und dem Gasversorger Mainova die Schäferstraße aufgegraben, um die Versorgungsleitungen zu unterbrechen. Mit Wärmebildkameras spürten Feuerwehrleute später restliche Brandnester auf und löschten sie.

"Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde ein Statiker zur Begutachtung des Brandobjektes an die Einsatzstelle gerufen, da Einsturzgefahr besteht. Das Technische Hilfswerk deckte schließlich beschädigte Dachflächen mit Folien ab", berichtete Neeb weiter. Den ganzen Samstag über wurde die Brandstelle kontinuierlich von Feuerwehrleuten kontrolliert. Die letzten Einsatzkräfte rückten um 15.15 Uhr ab. "Ein großes Lob an die Anlieger der Bornstraße und der Schäferstraße in dieser extremen Krisensituation und an unsere Kräfte, die alles gegeben haben, um eine Katastrophe zu verhindern", so Neeb.

Das Haus wurde durch den Brand nahezu vollständig zerstört. Der Schaden liegt einer ersten Schätzung von Feuerwehr und Polizei zufolge bei etwa 450 000 Euro. An dem Großeinsatz waren insgesamt 74 Feuerwehrleute beteiligt. Zahlreiche Kräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und der Bereitschaft des Roten Kreuzes Friedrichsdorf waren ebenfalls herbeigeeilt.

Immer wieder kamen am Samstag Menschen zu der Brandruine. Jemand legte einen Teddybär nieder. Andere fragten betroffen, wie sie den Hausbewohnern helfen könnten und ob vielleicht Kleiderspenden benötigt würden.

Die Bad Homburger Kriminalpolizei ist mit der Brandursachenermittlung betraut. Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon (0 61 72) 12 00 zu melden.

Von Christiane Paiement-Gensrich

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