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In der Brunnenstadt können Kunden schon seit einigen Jahren in verschiedenen Geschäften mal schnell das stille Örtchen aufsuchen, ohne sich verpflichtet zu fühlen, dort etwas zu konsumieren. In Friedrichsdorf soll die Initiative Ende des Monats an den Start gehen.

Initative

Die Nette Toilette kommt nach Friedrichsdorf

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Ende Februar soll sie in Friedrichsdorf an den Start gehen: Die „Nette Toilette“. Die Initiative geht auf den Friedrichsdorfer Seniorenbeirat zurück. Bei ihrer ersten Sitzung des Jahres haben die Mitglieder des Gremiums zudem ihre Veranstaltungen für 2018 vorgestellt und zwei Nachrücker gewählt.

Die Mitglieder des Seniorenbeirats haben nicht locker gelassen und das Thema immer wieder angesprochen – mit Erfolg: Voraussichtlich Ende Februar wird auch in Friedrichsdorf mit dem Konzept der „Netten Toilette“ für sich werben können. Diese Neuigkeit vermeldete Eva Seidel, Vorsitzende des Seniorenbeirats, jetzt bei der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats.

Hinter der „Netten Toilette“ verbirgt sich ein Programm, an dem bereits über 100 deutschen Städte teilnehmen. Gastronomen oder Geschäftsinhaber stellen ihre Toiletten dabei kostenlos zur öffentlichen Nutzung bereit. „Uwe Hild vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung hat uns signalisiert, dass Ende Februar die ersten Plakate an den Geschäften, die sich bereits erklärt haben, bei der Aktion mitzumachen, aufgehängt werden“, erklärte Eva Seidel. Die Umsetzung sei, betonte Seidel, in Kooperation mit der Stadt Friedrichsdorf erfolgt. „Uwe Hild hat die Idee den Mitgliedern des Gewerbevereins präsentiert und konnte die ersten Geschäftsinhaber dafür gewinnen“, fügt sie hinzu.

Von der „Netten Toilette“, so Seidel, profitierten beide Seiten: „Die Kunden, die, ohne sich zu genieren bei ihrem Einkaufsbummel die Toilette aufsuchen können, ohne sich verpflichtet fühlen zu müssen, etwas zu konsumieren, und die Geschäftsinhaber, die durch diese Form der freundlichen Ansprache die Nutzer der netten Toilette womöglich eben doch als Kunden gewinnen“, meint Seidel.

Die „Nette Toilette“ war das eine Thema der Beiratssitzung, Neuwahlen das andere. Die Vorsitzende des Gremiums konnte zwei Nachrücker in den Reihen des Beirats begrüßen. Mit großer Mehrheit gewählt wurden Brigitte Wallenfels und Arno Dietzmann, beide vertreten den Stadtteil Burgholzhausen. Sie rücken nach für Hanno Steingrube, der aus persönlichen Gründen ausgeschieden ist, und für Sonja Scholl. „Sonja Scholl ist leider verstorben“, informierte Eva Seidel.

Brigitte Wallenfels war bereits 2011 schon einmal im Seniorenbeirat engagiert. „Ich freue mich, wieder mithelfen zu können“, erklärte die 73-Jährige ihren Einsatz. Arno Dietzmann (72) ist zwar in den Reihen des Seniorenbeirats ein neues Gesicht, dennoch ist ihm Engagement wahrlich nicht fremd. Schon länger fungiert er als einer der Helfer im Seniorencafé Burgholzhausen. „Ich würde mich im Seniorenbeirat gerne im Bereiche der Besuche älterer Menschen engagieren“, sagte er.

Engagement, das wird im Seniorenbeirat ohnehin groß geschrieben: Jedes Jahr bietet der Seniorenbeirat in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Reihe von informativen Vorträgen an, auch in diesem Jahr. Am Donnerstag, 12. April, geht es zum Beispiel um das Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Beginn der Veranstaltung ist um 16 Uhr. Am Dienstag, 5. Juni, steht das Thema „Wohnen für Hilfe“ im Mittelpunkt. „Dabei informieren wir über die Idee, dass alleinlebende Senioren in ihrem Haus oder ihrer Wohnung ein Zimmer vermieten und im Gegenzug dafür Unterstützung im Alltag bekommen“, berichtete Seidel. „Wir wissen, dass ältere Menschen diesem Konzept eher kritisch gegenüber stehen. Deshalb geht es uns darum, dieses Thema einmal ausführlicher vorzustellen.“ Referentin wird Kathrin Kiefer vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sein.

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