Friedrichsdorf

Neuer Kindergarten soll Ende 2019 in der Öko-Siedlung öffnen

Insgesamt rund 800 Menschen werden in der Ökosiedlung leben, wenn sie fertig ist. Unter ihnen werden dann sicher auch viele junge Familien sein, die Kindergartenkinder haben. Daher ist auf dem Gelände eine Kita geplant. Per EU-weiter Ausschreibung will die Stadt dafür jetzt einen Betreiber suchen.

Noch steht zwar keine einzige Mauer. Aber in den nächsten Monaten wird die Ökosiedlung auf dem Gelände Plantation/Petterweiler Holzweg wachsen. Die Kindertagesstätte in dem neuen Quartier soll spätestens am 1. Dezember 2019 die ersten kleinen Mädchen und Jungen aufnehmen. Bauherr ist die Frank-Gruppe, die das gesamte sieben Hektar große Ökosiedlungs-Grundstück von der Stadt gekauft hat. Die Stadt sucht jetzt für die neue Kita mit einem EU-weiten Vergabeverfahren einen privaten Träger. Den Beschluss dazu sollen die Stadtverordneten Anfang November fassen. Bereits in der heutigen Sozialausschusssitzung steht das Thema zu Diskussion.

Insgesamt 87 Kinder sollen in der Ökosiedlungs-Kita betreut werden. Vorgesehen ist eine Gruppe mit Krippenplätzen für 12 Kinder zwischen einem und drei Jahren und drei Gruppen für insgesamt 75 drei bis sechs Jahre alte Kinder. Die Stadt werde die Kita bezuschussen, so Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Die EU-weite Ausschreibung sei nötig, weil die städtischen Zuschüsse für eine Kita dieser Größe die Grenze von 209 000 Euro überschreiten.

Die Betreuungsgebühren pro Kind dürfen für die Eltern nicht billiger sein, als die Betreuung in städtischen Kitas. Geöffnet sein muss die Kita mindestens montags bis donnerstags von 7.30 bis 16.30 Uhr und freitags von 7.30 bis 16.15 Uhr. Bedarfsweise sollen Eltern die Möglichkeit geboten bekommen, ihre Kinder schon von 7 Uhr an und bis 17 Uhr betreuen zu lassen. Versorgt werden müssen die Kinder mit einem vollwertigen warmen Mittagessen pro Tag sowie Frischkost.

Zum pädagogischen Leitbild gehört unter anderem, dass die Sinneswahrnehmungen der Kinder gefördert werden müssen, und zwar vor allem durch musikalische Erziehung, Bewegung, Tanz und kreative Arbeit. Hinzu kommen Naturpädagogik, Sprachförderung und Sprachentwicklung sowie Mitwirkung der Eltern. Die Krippenkinder sollen langsam eingewöhnt werden, am Anfang kommt ein Elternteil mit in die Kita.

Die Kita soll rund 810 Quadratmeter Nutzfläche haben und im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes eingerichtet werden, der auch den

Nachbarschaftstreff

beherbergen soll. Der Kita-Garten wird etwa 906 Quadratmeter groß. Dort könnten die Kinder unter anderem auf Trampolinen hüpfen, in die Nestschaukel klettern und durch den Weidentunnel pirschen.

Der

Nachbarschaftstreff

ist ebenfalls im Erdgeschoss vorgesehen und soll von allen Bewohnern und Friedrichsdorfer Vereinen und Institutionen genutzt werden dürfen. Diese Räume könnten zum Beispiel für Feste gemietet werden. Die Betreiber des

Nachbarschaftstreff

s könnten unter anderem gemeinsames Frühstück, Bingo, Gesellschaftsspiele, Vorträge, Diskussionsrunden, Bastelstunden, Workshops, Gymnastikgruppen, ein Tanzcafé und gemeinsames Musizieren anbieten.

Außerdem gibt es im Erdgeschoss den Plänen nach noch zwei Gewerbeeinheiten. Dort könnten ein Café und eine Bäckerei betrieben werden. Im ersten, zweiten und dritten Stockwerken der beiden Häuser sollen insgesamt 54 Wohnungen entstehen, unter anderem für Senioren. Fast die Hälfte der Wohnungen, 25 nämlich, sollen öffentlich gefördert werden.

Insgesamt 800 Menschen sollen künftig in der Ökosiedlung leben. 140 Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Reihenhäuser sowie 210 Eigentums- und Mietwohnungen sollen bis 2021 fertig sein. Zu den Gebäuden gehört ein siebenstöckiger Wohnturm aus Holz mit 15 Wohnungen. Insgesamt sind auf dem Areal 150 Gebäude mit 350 Wohneinheiten vorgesehen. Die Wärme kommt aus einem Eisspeicher, zu dem ein Blockheizkraftwerk gehört.

Die Sozialausschuss-Sitzung ist öffentlich und beginnt heute um 20 Uhr in der Salus-Klinik, Landgrafenplatz 1.

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