Jan Föller

Neunjähriger ist der jüngste Wanderführer in der Geschichte seines Vereins

Mit seinen neun Jahren ist Jan Föller der jüngste Wanderführer in der Vereinsgeschichte des „Wanderclub Immergrün“. Für seine erste Tour bekam er einen Wanderstock überreicht.

Am Treffpunkt „Dillinger Brunnen“ wartete Jan Föller, 9 Jahre alt, bereits einige Minuten vor der verabredeten Zeit. Der besseren Übersicht wegen war er auf den Brunnen geklettert. Langsam füllte sich der Platz rund um den Brunnen mit etwa 25 wanderlustigen Frauen und Männern, die Stimmung war gut, die Gespräche angeregt, das Wetter sommerlich.

Jan trug das weinrote Vereinspolohemd, eine knielange Jeanshose, feste Schuhe und seinen Wanderhut – er war bereit für seinen großen Tag. Auf seine erste und eigene Wanderführung hatte er sich gut vorbereitet. Bald wird der neunjährige Grundschüler als jüngster Wanderführer in die fast 100-jährige Vereinsgeschichte des „Wanderclub Immergrün“ eingehen. Jan lächelte die Frauen und Männer freundlich an, es sind bekannte Gesichter. Er ließ seinen Blick schweifen, er wirkte gelassen: „Bist du aufgeregt?“, er lachte und gab unumwunden zu: „Ja, ganz schön.“

Doch als die beiden Vorsitzenden Heidi Schindler und Marion Riemann von den vereinseigenen Kinderwanderungen erzählten, lebte Jan auf: „Das Drachensteigen hat richtig viel Spaß gemacht“, erinnerte er sich. „Und der Weihnachtsmann mit dem roten Roller?“, hakte Schindler nach. „Ja, der auch“, betonte Jan und seine Augen glänzten ob der Erinnerung an den Weihnachtsmann im Wald, das Kind wurde in ihm lebendig und er kicherte. Dann war es soweit: Schindler begrüßte die Wandersleute, lobte Jans Engagement und übergab dem bislang jüngsten Wanderführer schließlich seinen ersten Wanderstock: „Der ist zum Wandern gut – und zum Spalier stehen bei unseren Festen.“

Daraufhin setzte sich die Gruppe in Bewegung, Jan mit seinem neuen Wanderstock vorneweg. Und was bewegt einen neunjährigen Grundschüler dazu, eine eigene Wanderung führen zu wollen? „Mein Opa hat mich im Wanderclub angemeldet, als ich geboren wurde“ sagte der Junge. Es scheint, als sei ihm mit dieser Anmeldung die Leidenschaft fürs Wandern mit in die Wiege gelegt worden. Dann überlegte der Neunjährige kurz: „Außerdem war ich im Waldkindergarten, da waren wir auch nur draußen an der frischen Luft“. Das habe ihn geprägt und seine Liebe für die Natur noch tiefer verankert.

Jan wählt seine Worte mit Bedacht aus, wenn er zum Beispiel erzählt, dass er viel Sport treibe, mit Freunden Fahrrad fahre und im Urlaub viel schwimme: „Ich mache viel, um mich fit zu halten.“ Dazu gehören auch mehrtägige Wanderungen, wie die im vergangenen Jahr mit seinem Großvater Helmut Föller, als sie in Südtirol bis auf 2500 Meter zum Gipfelkreuz gewandert und geklettert sind, wie die stolze Mutter Katrin Föller hinzufügte.

Die Idee, selbst eine Tour zu führen, reifte in dem Jungen heran, als der Großvater eine Wanderung geleitet hatte. „Das wollte ich dann auch machen.“ Helmut Föller erinnert sich an die gemeinsame Teilnahme an der Friedrichsdorfer Stadtwanderung, nach welcher Jan ihm sein Vorhaben geschildert hatte. Der Schüler zögerte nicht lange: „Ich habe ein Blatt Papier genommen und die Strecke aufgezeichnet, die ich mir für meine erste Tour überlegt habe.“ Für den wandererfahrenen Jan waren weder Karten, noch sonstige Hilfsmaterialien notwendig, um die acht Kilometer lange Wanderstrecke rund um Dillingen zu beschreiben. Er kennt die Strecken schon ziemlich gut: Er wusste zum Beispiel, dass er über den Lochmühlenweg und die Köpperner Grenzschneise laufen wird, und auch, dass er unbedingt an „Säunickels Kleiderschrank“ vorbeikommen wollte. „Dort erzähle ich dann die Geschichte.“

Kaum war die theoretische Planung vollendet, musste die Strecke natürlich auf Tauglichkeit geprüft werden: „Mein Opa ist mit mir die Strecke abgelaufen“, erzählte Jan. Später haben sie nur noch die Wegführung geringfügig anpassen müssen – und fertig war die Tour.

Am Ende von Jans erster Wanderung waren es ungefähr neun Kilometer Strecke, als die Wanderer bei Familie Föller auf einen kleinen Umtrunk einkehrten. Stolz und glücklich, und vermutlich ein wenig erleichtert, war Jan schließlich über seine erste erfolgreiche Tour, für die er viel Zuspruch erhalten hatte.

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