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Martin Schmidt

Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus

FSV ist die Nummer eins in Friedrichsdorf

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Mit 5:3 schlägt die Elf von Trainer-Dauerbrenner Metin Yildiz den aufstrebenden Stadtrivalen. Entscheidende Bedeutung hat ein Fauxpas in der 80. Minute.

Martin Schmidt weiß genau, wie es ist. Der Trainer der Sportfreunde Friedrichsdorf hat früher selbst zwischen den Pfosten gestanden, deshalb nahm er seinen Torwart auch in Schutz, anstatt ihn zu kritisieren. Obwohl der Fauxpas von Stefan Emmerich im Friedrichsdorfer Stadtderby der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus spielentscheidend war. „Solche Fehler passieren eben, das ist ärgerlich, aber das weiß unser Torwart auch selbst“, sagte Schmidt nach dem Schlusspfiff des unterhaltsamen Fußballspiels vor 150 Zuschauern, das der FSV mit 5:3 gewann und damit seine Tabellenführung verteidigte.

Emmerich konnte noch lange nach dem Spiel seinen Aussetzer nicht fassen. „Ganz klar mein Tor. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Der Ball muss mir irgendwie versprungen sein“, sagte er. Es war ein kurioses Tor, das 4:2 für den FSV in der 80. Minute. Ohne Not hatte Emmerich nach einer Rückgabe den Ball am Strafraum FSV-Mittelfeldspieler Avni Zejnullahu vorgelegt. Der nahm das Geschenk dankend an und schob die Kugel in die Maschen. Emmerichs Mitspieler waren entsetzt, sie hatten gerade auf das 3:3 gedrängt.

Das Derby hatte schon ungewöhnlich begonnen. Es waren noch keine 20 Sekunden gespielt, da deutete der sehr gut leitende Schiedsrichter Kevin Kuchler aus Nidderau schon auf den Elfmeterpunkt. Innenverteidiger Thorsten Brand hatte Francesco Marino im Strafraum zu Fall gebracht. Klare Sache, es gab keine Proteste. Kapitän Marc Reichert übernahm die Verantwortung und erzielte vom Punkt den frühen Führungstreffer.

Die Sportfreunde erholten sich schnell: Marco Schäfer nutzte nach einem Eckball einen Stellungsfehler von Keeper Dominic Grossmann und traf zum 1:1 (19.). Jetzt ging es hin und her. SF-Stürmer Ibrahim El Ouahani war kaum zu halten. Nach einem schönen Pass von Sasa Jovanovic in die Schnittstelle der Abwehr zog der Stürmer auf und davon – 2:1 für den Außenseiter (31.).

Die Antwort des FSV folgte nur drei Minute später: Nach einem schönen Zuspiel von Marino ließ wieder Reichert Emmerich keine Chance (34.). Nach weiteren Chancen gab es in der Pause viel Lob für beide Mannschaften. Joachim Stamm, Sportlicher Leiter der Sportfreunde, hatte zum Beispiel „eine Halbzeit auf Gruppenliga-Niveau gesehen“.

Fünf Minuten nach Wiederbeginn ging der Spitzenreiter mit 3:2 in Führung, nachdem ein genialer Pass von Reichert auf der rechten Angriffsseite Patrick Bussian erreicht hatte, der mit einem schönen Schuss ins lange Eck zum 2:3 vollendete (50.). Ein wirklich sehenswert herausgespielter Treffer, über den sich der Anhang sehr freute.

Lange passierte danach auf dem Platz fußballerisch nur sehr wenig. Im Mittelfeld kam es zu vielen Zweikämpfen, die von vielen, aber nicht bösartigen Nickeligkeiten begleitet wurden. Der Unparteiische hatte alles im Griff, kam mit drei gelben Kartons aus. Dann folgte die ominöse 80. Minute, doch die Schmidt-Elf kam nochmals heran. Auf Zuspiel von Schäfer markierte Alexander Sarkisjan den Anschlusstreffer zum 3:4 (85.). Mittelfeldspieler Yasin Albayrak rückte drei Minuten später aber die Kräfteverhältnisse wieder zurecht – sein Schuss ins lange Eck bedeute den Derbysieg für den FSV Friedrichsdorf.

Teut. Köppern – SF Friedrichsdorf, FSV Friedrichsdorf – SG Wehrheim/Pfaffenwiesb. (beide So., 15 Uhr)

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