Aufstellung des Bebauungsplans

Ökosiedlung ist auf dem Weg

Die vorerst letzte Hürde ist genommen: Der Bauausschuss hat einstimmig Aufstellung und Offenlage für den Bebauungsplan „Plantation/Petterweiler Holzweg“ beschlossen. Kleine Änderungen im Planentwurf fanden die Zustimmung des Gremiums.

Von EVA KATERNBERG

Der Bebauungsplan „Plantation/Petterweiler Holzweg“, besser bekannt als Ökosiedlung, ist auf dem Weg. Der Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr beschloss in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig die Aufstellung und die anschließende Offenlage des Bebauungsplanes. Auf dem sieben Hektar großen Areal sollen 140 Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Garten-Stadthäuser, ferner Eigentums- und Mietwohnungen sowie eine Anlage für betreutes Wohnen mit 50 Wohnungen und Pflegestation entstehen (TZ berichtete).

Allerdings waren vor der Beschlussfassung kleine Änderungen des Bebauungsplanentwurfes notwendig. So muss das gesamte Bebauungsgebiet leicht verschoben werden, um Platz für einen Bürgersteig an der Straße Plantation zu gewinnen. Verändert wird die Verkehrssituation an der Homburger Landstraße. In beiden Richtungen der Straße wird eine Bushaltestelle eingerichtet, an der östlichen Seite der Homburger Landstraße ein Rad- und ein Fußweg entlang der Landstraße gebaut. Der Radweg soll dabei nicht wie bisher durch das Neubaugebiet Waldkristall geführt werden, sondern entlang der Lärmschutzmauer.

Neben dem Baugebiet Ökosiedlung ist eine neue grüne Fläche hinzugekommen, die laut Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) als Ausgleichsfläche für den Artenschutz dient. Beim Artenschutzgutachten seien Neuntöter und Zauneidechsen gefunden worden. „Denen müssen wir einen neuen Lebensraum bieten“, sagte der Rathauschef. Tanja Martinek (Grüne) fragte nach der Pflege der neuen Fläche. Dafür sei der Bauträger Frank-Gruppe zuständig, der werde sie aber vermutlich der Stadt übertragen, da sie der sicherste Partner sei, erklärte der Bürgermeister. Dafür bekomme die Stadt dann natürlich auch Geld.

Die vierte Maßnahme betrifft den Platz am Eingang zur Siedlung. Bei der Kartierung kam es zu einer kleinen, aber durchaus bei Luftkartierungen üblichen Abweichung, so dass nun eine der beiden alten Eichen zu nah an einem Gebäude steht. Sie wird nun gefällt und durch eine neue Eiche ersetzt.

Ökopunkte kaufen

Burghardt informierte anschließend darüber, dass Ökopunkte, Flächen, die den Verlust von Natur bei Baumaßnahmen ausgleichen, von der Stadt zugekauft werden müssten. „Die Dachbegrünungen und die Gärten reichen leider nicht aus“, sagte er. Selbst die neue Ausgleichsfläche bringe nur zirca 3000 bis 5000 Ökopunkte, benötigt würden aber um die 100 000. Da innerhalb der Gemarkung Friedrichsdorf keine Flächen für den Ausgleich mehr frei seien, habe er auf die Gemeinde Schmitten zugehen müssen. „Der dortige Bürgermeister kann uns Ökopunkte zur Verfügung stellen“, erklärte Burghardt. Der Zukauf koste 35 Cent pro Punkt – Kosten, die die Frank-Gruppe übernehme. Mit Schmitten sei man sich bereits über die Konditionen einig. „Das ist alles unter Dach und Fach“, betonte der Bürgermeister.

Es folgte eine intensive Diskussion über Ökopunkte, was das sei, woher das komme, warum es keine Flächen mehr in Friedrichsdorf gebe. Letzteres erläuterte Horst Burghardt: „In Friedrichsdorf sind nur noch Ökopunkte möglich, wenn landwirtschaftliche Fläche weggenommen wird.“ Dies sei aber in der Vergangenheit schon zu häufig passiert.

Die letzte Möglichkeit sei demnach nur noch, Waldfläche als Ökopunkt zu deklarieren. Bei dieser Frage müsse man allerdings immer abwägen, ob durch die Ökopunkte wertvolle Ertragsfläche verloren ginge und es nicht lohnenswerter sei, Punkte in anderen Gemeinden hinzuzukaufen.

„Man muss das ökonomisch betrachten“, sagte Burghardt, „eine Stilllegung ist nur bei wertloseren Flächen sinnvoll.“ Da es beim Thema Ökopunkte zahlreiche offene Fragen gab, regte Lars Keitel (Grüne) schließlich an, einen Vortrag über das sogenannte „Biotopwertverfahren“ auf die nächste Tagesordnung zu setzen.

Auf die Parkplatzsituation der neuen Siedlung wies Stephan Schlocker (CDU) hin. „Öffentliche Parkplätze sind hier meiner Meinung nach zu spärlich, trotz der Tiefgaragen“, sagte er, „Kinder werden 18 und bekommen eigene Autos, oder es kommt Besuch vorbei.“ Als abschreckendes Beispiel nannte er die prekäre Parkplatzsituation in der Römerhofsiedlung. „Wir sind nun mal eine mobile Gesellschaft.“ Burghardt erwähnte daraufhin, dass auf dieses Thema bereits in der Beschlussfassung eingegangen wurde und das sich seit damals nichts am Entwurf geändert habe.

Guido Barthels von der FDP sprach die Lärmschutzmaßnahmen rund um die Ökosiedlung an. Er befürchte, dass das Areal genauso eingezäunt werden könnte, wie das Neubaugebiet Waldkristall. Burghardt konnte diese Befürchtung zerstreuen: „Es wird mit der vorhandenen Topographie und Abstandsflächen gearbeitet“, erklärte er. Zudem gebe es extra den offenen Platz zur Straße hin, „damit die Siedlung sich zur Stadt hin öffnet“.

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