Areal Plantation/Petterweiler Holzweg

Ökosiedlung mit Eis-Speicher

  • vonChristiane Paiement-Gensrich
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Einfamilienhäuser, betreute Seniorenwohnungen, eine Kindertagesstätte und ein offener Nachbarschaftstreff sind in der neuen Ökosiedlung geplant. Aber bevor die Bagger loslegen können, müssen erst die Schützen zu ihrem Recht kommen.

Ein hölzerner Wohnturm und ein Eisspeicher für die Wärmeerzeugung gehören dazu: Die Bietergemeinschaft „Frank-Gruppe“ erhält den Zuschlag für die Bebauung des 7 Hektar großen Geländes Plantation/Petterweiler Holzweg. Das hat das Stadtparlament am aus Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Rund 350 Wohneinheiten für Bürger aus unterschiedlichen Alters- und Einkommensklassen sind geplant. Baubeginn ist im Herbst nächsten Jahres. Im Jahr 2021 soll alles fertig sein.

Schon dieses Jahr wird das neue Schützenhaus mit Schießständen auf dem Sportparkgelände gebaut, damit das alte Schützenhaus am Petterweiler Holzweg abgerissen werden kann. Das war eine der Bedingungen, die die Stadt dem Investor gestellt hatte: dass er sich auch um die Schützenhäuser kümmert. Denn die Schützen hätten ihr Gebäude nicht aufgeben müssen. Sie haben einen Erbpachtvertrag, der noch bis zum Jahr 2078 läuft. Deshalb hatte ihnen die Stadt einen neuen Erbbaupacht-Vertrag für ein 2880 Quadratmeter großes Grundstück im Sportpark angeboten. So beginnt der Bau der Ökosiedlung erst, wenn der Investor den Schüzten ihr neues Domizil übergeben hat.

Die jetzt siegreiche Bietergemeinschaft „Frank-Gruppe“ besteht aus Frank Heimbau Main/Taunus GmbH, Hofheim, bauhaus wohnkonzept gmbh, Hofheim, und Frank Seniorenanlagen GmbH & Co. KG, Hamburg. Ende März 2014 hatte in Friedrichsdorf das Verhandlungsverfahren „Ökosiedlung Friedrichsdorf“ begonnen. Das städtebauliche Konzept der „Frank-Gruppe“ erhalte die vorhandenen topografischen Eigenheiten des Gebietes und schaffe „klar strukturierte Wohnquartiere, die urbanes Leben mit zahlreichen Schnittstellen zur offenen Landschaft ermöglichten“, schreibt die Stadt. Es schaffe einen attraktiven Stadteingang und zugleich eine urbane und einladende Eingangssituation in das neue Stadtquartier. Vier Wohnviertel sollen Häuser und Wohnungen für unterschiedliche Alters- und Einkommensklassen bieten. Sie entstehe ein gemischtes Mehrgenerationen-Quartier.

Bäckerei mit Bistro

Der Platz am Eingang zum neuen Wohngebiet solle der soziale Dreh- und Angelpunkt werden. Dort sind betreute Seniorenwohnungen, eine Kindertagesstätte, ein offener Nachbarschaftstreff sowie Gewerbeeinheiten für beispielsweise eine Bäckerei mit Bistro und Kiosksortiment vorgesehen. Der Park in der Mitte samt Spielplatz solle das verbindende Element zwischen den nördlichen und südlichen Quartieren werden. Das Freiflächenkonzept sehe die Erhaltung von bereits vorhandenen Bäumen, Neupflanzungen einheimischer, standortgerechter Bäume und Hecken sowie Wassergräben vor. Hinzu kommen begrünte Dächer.

Im Mittelpunkt des energetischen Konzepts steht der Eis-Speicher, der zentral und bedarfsgerecht die Energie für die Wärme-Erzeugung liefert. Im Showroom können Bewohner und Besucher der Anlage bei der Arbeit zusehen. Zudem werden ökologische Baustoffe verwendet. Geplant sind auch ein energieeffizienter Quartiersbetrieb und Bauweisen im KfW-Standard. Über Kreisverkehr und zwei Zufahrten gelangen Autos in die Ökosiedlung. Dort gilt Tempo 30. Radfahrer können komfortabel und sicher fahren. Fußwege durchziehen das Gebiet und schaffen Verbindungen in die Umgebung. Bushaltestellen, E-Mobilität und Car-Sharing sind vorgesehen. Das Straßenbild soll möglichst Auto-arm aussehen. Nach Vertragsschluss wird mit dem Bebauungsplan und der Planung der neuen Schießanlage begonnen.

Straßen und Kanäle

Zudem muss der Investor weitere Maßnahmen planen, herstellen und anschließend zum Teil an die Stadt übertragen. Dazu zählen insbesondere alle Erschließungsmaßnahmen wie Bau der Straßen und Kanäle sowie der Wasser- und Energieversorgungsleitungen. Weitere Aufgaben für den Investor sind Bau und Betrieb der Zentrale für die Energieversorgung, des Seniorenwohnens und der sozialen Infrastruktur (mit Kindertagesstätte und Nachbarschaftstreff) sowie Herstellung von öffentlichen Freiflächen und öffentlichen Stellplätzen.

Die Durchführung des Verfahrens wurde von einem fachübergreifenden Projektteam der Stadtverwaltung mit Beratung durch die NH ProjektStadt und die Kanzlei Allen&Overy geleitet.

Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) dankte auch den anderen Bewerbern für ihr großes Engagement und die Begeisterung, mit denen sie und ihre interdisziplinären Planungsteams die Aufgabe Ökosiedlung Friedrichsdorf angegangen seien. Interessenten können sich beim Stadtplanungs-, Umwelt- und Hochbauamt der Stadt Friedrichsdorf, Ilka Rosenthal, Telefonnummer (0 61 72) 7 31 12 93, melden. E-Mail: ilka.rosenthal@friedrichsdorf.de.

Informationen zur Ökosiedlung und zu Themen der Stadtentwicklung gibt es im Internet unter der Adresse .

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