Autobahnparkplatz Schäferborn

Schrottwagen blockieren Parkplätze

Ärgernis auf dem Autobahnparkplatz Schäferborn: Seit Wochen stehen dort zwei Schrottautos. Hessen Mobil erklärt, warum viel Zeit ins Land geht, bevor solche Wagen endlich abgeschleppt werden können.

Wenn es wenigstens nur der jammervolle Anblick wäre: Die beiden Autowracks auf dem Parkplatz Schäferborn an der Autobahn A 5 bei Friedrichsdorf (Fahrtrichtung Nord) sind sicher auch nicht ganz harmlos. Um sie herum liegen zerborstene Kunststoffteile und Scherben, die Fensterscheiben sind eingeschlagen, dem einen Wagen fehlt die Motorhaube, der andere hat keine Reifen mehr. Mit Graffiti besprüht sind sie beide. Unser Leser Jörg Fritsch hat die Schrottautos fotografiert und findet es skandalös, dass sie nicht entfernt werden.

„Schon seit Wochen stehen die Wagen da und werden immer stärker beschädigt“, sagt er. Er wisse das von einem Lkw-Fahrer, mit dem er befreundet sei und der öfter auf dem Parkplatz Station mache. „Wenn Kinder in die Scherben treten, können sie sich verletzen. Der Motorblock des einen Wagens liegt frei und das Ölbecken ist ab. Wer weiß, was da alles ausläuft und womöglich in den Boden sickert“, so Fritsch weiter. Außerdem blockierten die Schrottautos zwei Parkplätze. Auch das sei auf dem stark frequentierten Parkplatz ein Ärgernis.

Der Autobahnpolizei Mittelhessen sind die beiden alten Autos bekannt. In der Tat stünden sie schon länger auf dem Parkplatz, bestätigte Polizei-Pressesprecherin Sylvia Frech. Anfangs seien die Autos unbeschädigt gewesen. Aber je länger sie dastünden, desto schlimmer würden sie zugerichtet. „Es kommt immer wieder vor, dass Fahrzeuge nach Pannen oder aus anderen Gründen auf Parkplätzen zurückgelassen werden“, sagte sie. Insgesamt sei die Autobahnpolizei Mittelhessen für 190 Autobahnkilometer und 36 Park- und Rastplätze zuständig. „Wir melden solche Wagen der zuständigen Verkehrsbehörde.“ Im Fall Schäferborn sei das die Autobahnmeisterei Frankfurt. Die müsse versuchen, den Halter zu ermitteln, und ihn dann auffordern, den Wagen zu entfernen. Sei der Halter nicht zu finden, würden die Autos auf Kosten des Steuerzahlers entsorgt.

Die Autobahnmeisterei verwies an Hessen Mobil, die Verkehrsbehörde des Landes, der sie untersteht. Nur wenn die Autos außerhalb der Parkplätze abgestellt seien, veranlasse die Polizei, dass sie abgeschleppt würden, erklärte Hessen-Mobil-Pressesprecherin Frauke Werner. Wenn die Wagen auf regulären Parkplätzen, wie am Schäferborn, stünden, dann gebe es drei Möglichkeiten: „Ist das Auto eindeutig Schrott und hat kein Kennzeichen mehr, informieren wir die Ordnungsbehörde und beauftragen die Abschleppung.“ Habe das Auto keine Kennzeichen, sei jedoch nicht eindeutig Schrott, informiere Hessen Mobil ebenfalls die Ordnungsbehörde. Diese bringe dann einen Aufkleber an, auf dem stehe, dass das Fahrzeug innerhalb weniger Wochen entfernt werden müsse. „Gleichzeitig wird versucht, den Halter zu ermitteln. Und zwar über die Fahrgestellnummer.“ Wenn der Halter nicht zu finden sei, werde der Wagen abgeschleppt.

„Hat das Auto jedoch ein Kennzeichen, ist also zugelassen, kann es rein theoretisch unbegrenzt lange auf dem Parkplatz stehen.“ Dann werde die Sache schwieriger. „Nach einer gewissen Zeit, etwa wenn Reifen platt oder andere Teile abmontiert sind und wir deutlich erkennen, dass der Halter sein Fahrzeug nicht mehr abholen wird, informieren wir die Ordnungsbehörde, und diese bringt den Aufkleber mit der Abhol-Information an.“ Wieder versuche Hessen Mobil dann den Halter ausfindig zu machen. Wenn das nicht gelinge, werde abgeschleppt. Als immer größer werdendes Problem verstehe Hessen Mobil das Thema Schrottautos auf Autobahnparkplätzen nicht. „In der Zeit um die deutsche Wiedervereinigung war dieses Problem größer“, so Werner. In Sachen Parkplatz Schäferborn werde derzeit noch versucht, die Halter der beiden Wagen zu ermitteln.

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