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Schwere Maschinen und ein Hauch von R2-D2

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Von: Klaus Späne

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Signalwirkung: Auch von der Autobahn aus ist die neue Zentrale von Manitou gut sichtbar. Foto: ys
Signalwirkung: Auch von der Autobahn aus ist die neue Zentrale von Manitou gut sichtbar. Foto: ys © jp

Mehr Platz, mehr Möglichkeiten, mehr Mitarbeiter: Manitou setzt mit neuer Zentrale auf Wachstum

Friedrichsdorf -Ein wenig erinnert er an R2-D2. Sie wissen schon, der niedliche kleine Roboter aus Star Wars, geschätzter Begleiter von Luke Skywalker & Co mit fast schon menschlicher Wesensart. Auch wenn er keine putzigen Geräusche macht wie R2-D2, ein gewisser Niedlichkeitsfaktor ist EffiBot nicht abzusprechen, wie er einem Menschen auf Schritt und Tritt folgt und dabei aussieht wie eine Mischung aus rollendem Tablett und Bobbycar.

Peter Wildemann beschreibt die Funktion von EffiBot wie folgt: Ein Minitransporter sei das Gerät, verrät der Geschäftsführer von Manitou Deutschland. So programmierbar, dass er danach bestimmte Punkte automatisch abfährt. Ein "kollaborativer Handling-Roboter", der als echter Logistik-Assistent in der Industrie und im Lager fungiert, wie es in einer Beschreibung heißt. Auf jeden Fall ein kleiner Star in der neuen Firmenzentrale von Manitou Deutschland in der Marie-Curie-Straße 14 im noch neuen Gewerbegebiet am Sportpark.

Die Zentrale ist selbst ein Blickfang. Dafür sorgt nicht nur die markante Architektur des aus zwei Baukörpern bestehenden Gebäudes. Vor allem aber die rote Farbe, in der der hohe und wuchtig daherkommende zweite Körper des Komplexes gehalten ist.

Seit kurzem prangt auf der Fassade in weißer Farbe der Firmenname. Das weithin sichtbare Zeichen dafür, dass Manitou endgültig in Friedrichsdorf angekommen ist, als zweiter bedeutender Neuzugang im Gewerbepark an der A 5 nach Axicorp. Die sind Nachbarn und sitzen schräg gegenüber.

Im Arbeitsmodus befindet sich der Vertreiber von Maschinen für die Baubranche, Landwirtschaft und Industrie am neuen Standort schon eine ganze Weile. Genauer gesagt seit dem Umzug von Ober-Mörlen in der Wetterau, wo vorher die Firmenzentrale lag. Klingt nach größerer logistischer Herausforderung, ging aber innerhalb von nur drei Tagen über die Bühne. "Wir haben fast die gesamte Ausstattung neu gekauft", sagt Wildemann.

Das wird in den Räumen des zweigeschossigen Gebäudes deutlich. Moderne Arbeitsplätze für etwa 20 Mitarbeiter mit Doppelbildschirmen und höhenverstellbaren Tischen sind Standard. Großzügige Fensterfronten gewähren auf einer Seite weite Blicke bis zur Frankfurter Skyline. Im ersten Stock residieren Buchhaltung, Vertriebsinnendienst und Geschäftsführung. Auch für die Außendienstler gibt es eigene Räume. Im Erdgeschoss sind der Kundendienst und Service-Hotline für Deutschland, Österreich und die Schweiz untergebracht.

Ein wichtiges Element der Zentrale befindet sich ebenfalls unten: der Schulungskomplex. "Wir arbeiten viel mit Händlern zusammen", sagt Wildemann. Man schule zu technischen und vertrieblichen Themen. Diese laufen in zwei Räumen ab, die mit Hilfe einer herausnehmbaren Wand zu einem großen Raum verwandelt werden können. Zusätzlich gibt's einen Lounge-Bereich zum informellen Zusammenkommen. Das Ganze ist so angeordnet, dass Arbeits- und Fortbildungsbereich voneinander getrennt sind. Ziel sei es, über 300 Teilnehmer pro Jahr zu schulen. Mit dem Wechsel nach Friedrichsdorf habe man die Bedingungen dafür verbessern wollen. Das scheint gelungen zu sein.

Gebäude lässt sich bei Bedarf aufstocken

Wie überhaupt die neue Zentrale mit ihren 890 Quadratmetern Bürofläche, wozu noch einmal eine 460 Quadratmeter große Halle kommt, ein Quantensprung im Vergleich zum alten Sitz ist. "Eine Verdoppelung", sagt Wildemann. Dazu könne man das Gebäude um ein weiteres Stockwerk aufstocken, falls man weiter wächst.

Die 14 Meter hohe Halle ist ein Prunkstück der Niederlassung. Stahlbauweise mit zweigeschossiger, 90 Quadratmeter-Lagerbühne. Das XXL-Format erklärt sich bei näherem Augenschein. Zahlreiche Produkte aus dem Portfolio sind dort versammelt, darunter eine der größten Maschinen, ein drehbarer Teleskopslader mit knapp 35 Meter Hubhöhe. Dazu kommen Hubarbeitsbühnen, Palettenhublader, Gabelstapler.

Draußen im Hof stehen weitere Maschinen wie geländegängige Arbeitsbühnen. Mit ihren bis auf fast 28 Meter ausfahrbaren Armen sehen sie aus wie Brontosaurier. Dazu kommen drehbare und starre Teleskoplader, Knicklader und wie sie sonst noch heißen.

Wie denn die Zukunft aussieht? "Elektrifizierung ist ein großes Thema", sagt Wildemann. Bisher überwiege der Antrieb auf Dieselbasis. Mittlerweile gebe es die ersten geländegängigen Bühnen auf dem Markt. Demnächst komme nun auch der erste elektrische Teleskoplader.

Nicht zu vergessen natürlich EffiBot. Noch eine kleine Demonstration im Hof. Steven Schaad vom Kundendienst startet den etwa einen Meter langen, rund einen halben Meter hohen und knapp über einen halben Meter breiten Handhabungsroboter, wie er auch genannt wird.

Wenige Sekunden später fährt er Schaad hinterher, ähnlich einem folgsamen Hündchen. "Er scannt die Füße und folgt dann", erklärt Wildemann das Prinzip. Nennt sich übrigens "Follow-me"-Modus - voll elektrisch. Wenn das nicht nach Zukunftsmusik klingt.

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