Im Dach der Seulberger Traglufthalle sammelte sich Schnee und drückte die Folie nach unten.
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Im Dach der Seulberger Traglufthalle sammelte sich Schnee und drückte die Folie nach unten.

Dach senkt sich ab

Schwerer Schnee drückt Traglufthalle in Friedrichsdorf ein

  • Christiane Paiement-Gensrich
    VonChristiane Paiement-Gensrich
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Keine Gefahr, aber eine unfreiwillige Spielpause beim Tennis Club Seulberg

Friedrichsdorf -Böse Überraschung am Samstagmorgen für den Tennis Club (TC) Seulberg. Der Schnee, der in der Nacht gefallen war, hatte das Dach der Traglufthalle in dem Friedrichsdorfer Stadtteil eingedrückt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Vereinsvorsitzender Rainer Hamacher erklärte gestern im Gespräch mit dieser Zeitung: "Die Decke hat sich unter dem Schneedruck zum Teil abgesenkt, aber das geht relativ langsam, wie in Zeitlupe, man sieht es kommen. Selbst wenn zu diesem Zeitpunkt jemand in der Halle gewesen wäre, hätte er mehrere Minuten Zeit gehabt, um die Halle zu verlassen." Er selbst sei in der Halle drin gewesen, als sich das Dach schon abgesenkt hatte. Inzwischen sie auch wieder aufgeblasen.

Der Grund für die hohe Schneelast seien die Kombination aus 15 Zentimeter schwerem feuchten Neuschnee und das Fehlen von Wind, der die Flocken hätte wegwehen können, gewesen. Weggetaut sei vermutlich auch nichts, weil das Dach über Nacht abgekühlt war. "So konnte die Traglufthalle dem Druck der dicken Schneeschicht nicht mehr standhalten und hat sich an einigen Stellen bis zum Boden abgesenkt. Der Schnee hat sich dann in diesen Kuhlen gesammelt", erklärte Hamacher.

Am Samstag um 9.50 Uhr verständigte der Verein die Feuerwehr. Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb und der Seulberger Wehrführer Max See kontrollierten die zusammengefallene Halle, stellten aber fest, dass keine Gefahr im Verzug war. Am Sonntag, als der Schnee begann zu schmelzen, brachten sie dem TC eine leistungsfähige Elektropumpe und Schläuche. So konnten die Vereinsmitglieder das Schmelzwasser, das Teile der Hallenfolie sozusagen gefangen hielt, abpumpen. Zuvor waren Helfer der unerwünschten weißen Pracht zudem mit Schaufeln zu Leibe gerückt. Insgesamt vier Tage hat es gebraucht, bis die Hallenhaut von Schnee und Wasserlachen befreit war. Für die Hilfe der Feuerwehr und der zahlreichen fleißigen TC-Mitglieder, die spontan mitgeholfen haben, sei er sehr dankbar, sagte Hamacher.

Wie hoch der Schaden ist, vermochte er nicht zu sagen. "Sicher sind ein paar Lampen zu Bruch gegangen." Etwaige Löcher in der Hallenhaut könne man im Sommer flicken.

Ein bisschen habe sich die Halle durch den Vorfall verschoben. Jetzt wird sie wieder geradegerückt. "Unter anderem muss sie dann noch mit Sandsäcken beschwert werden", erklärt Hamacher. Die Netze und alles, was sonst noch stören könnte, haben die Mitglieder schon abgebaut, damit die Plätze wieder hergerichtet werden können. "Unser Ziel ist, den Spielbetrieb am Wochenende wieder aufzunehmen", betonte der Vorsitzende.

Ziemliches Pech hatten die Teilnehmer der Tennis-Kreismeisterschaften für die Altersklassen der Herren 40 und der Herren 50. Ihre Spiele waren für das vergangene Wochenende auf den vier Plätzen in der Halle vorgesehen gewesen. Sie hatten aber nur am Freitag noch spielen können. Die Veranstaltung wurde abgesagt.

Von Christiane Paiement-Gensrich

Wenn sich der Himmel langsam bis zum rotsandigen Boden senkt: So sah die Tennishalle von innen aus.

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