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Günther Rohn und Sven Laux bringen Abstandslinien auf dem Turnhallen-Fußboden an.

TV Seulberg

Sporteln mit Corona-Sicherheitsabstand in Seulberg

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Damit sich niemand mit dem Virus Covid-19 ansteckt: Maximal 30 Personen dürfen gleichzeitig in der Seulberger Vereinssporthalle trainieren

Seulberg -Als die hessische Landesregierung am vergangenen Donnerstag die Lockerung vieler Corona-Maßnahmen, einschließlich einer stufenweisen Öffnung des Sportbetriebs, ankündigte, sorgte das für hektische Betriebsamkeit in den Kommunikationskanälen des Turnvereins Seulberg (TVS). "Unsere Whatsapp-Gruppen sind heiß gelaufen. Viele Mitglieder haben nachgefragt, ob und wann es bei uns weitergeht", berichtet TVS-Pressewartin Susanne Schartz-Laux. "Alle wollen loslegen und scharren schon mit den Füßen." Logisch, schließlich ruhte das sonst so gesellige Vereinsleben.

Seit rund sieben Wochen haben die Seulberger Sportler die vereinseigene Hardtwaldhalle in der Landwehrstraße nicht mehr betreten, waren durch die Corona-Pandemie zur Zwangspause verurteilt. Trainingsgruppen, Sportkurse, soziale Zusammenkünfte, Wettkämpfe - auf all das mussten die Mitglieder verzichten.

Damit ist es jetzt vorbei. Mit Beginn dieser Woche fährt der Verein sein Sportangebot hoch. Den Anfang machen die Jogger und Walker. Sie sind seit Montag wieder im Hardtwald unterwegs. Ab nächster Woche soll dann auch "indoor" trainiert und Sport in der Halle ermöglicht werden. Selbstverständlich unter strengen Auflagen.

Schartz-Laux: "Die Sicherheit steht an oberster Stelle. Es wird getrennte Ein- und Ausgänge geben, wir werden Wegweiser installieren und Desinfektionsspender aufstellen und die Anzahl der Toiletten begrenzen. Auch werden Gesellschaftsraum, Umkleiden sowie Duschen geschlossen sein, damit sich die Sportler zu Hause umziehen."

Die Maßnahmen folgen einem detaillierten Hygienekonzept. Erstellt wurde es in wochenlanger Arbeit im Rahmen virtueller Vorstandssitzungen. "Wir beschäftigen uns seit rund einem Monat mit der Thematik, wollten bestmöglich auf Lockerungen der Kontaktverbote vorbereitet sein", erklärt Schartz-Laux.

Die 15 Vorstandsmitglieder hätten verschiedene Szenarien durchgespielt, etwa dass Sport erst einmal nur im Außenbereich oder ohne Benutzung der Geräte erlaubt werde. Dass jetzt so schnell und viel gelockert wird, hat die Turner dennoch überrascht. "Das war so nicht abzusehen. Wir hätten mit restriktiveren Vorgaben gerechnet." Erste Informationen und Handlungsanweisungen hat der Verein auf seiner Homepage und in den Sozialen Medien veröffentlicht. Sie basieren auf vier Säulen, mit denen das Infektionsrisiko minimiert werden soll. Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, Desinfizieren, den Einsatz von Sportgeräten minimieren und regelmäßiges Lüften der Halle. Auch soll die Größe einiger Gruppen verkleinert werden. Dies ist schon deshalb notwendig, da die Vorgaben des Landes eine Begrenzung von einer Person pro 20 Quadratmeter Hallengröße bestimmen. Heißt: In der Hardtwaldhalle sind erst einmal 30 Personen, 10 pro Hallendrittel, zugelassen. Im angebauten Spiegelsaal dürfen 6 Leute gleichzeitig sporteln. Für den Verein keine leichte Situation. Schartz-Laux: "Wir hatten schon vorher das Problem knapper Kapazitäten. Die Halle ist unter der Woche und samstags zwischen 15 und 22 Uhr immer voll belegt."

Sicherheit steht an erster Stelle

Oberstes Gebot bleibt auch weiterhin die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen. Erlaubt ist nur, was kontaktfrei ausgeübt werden kann.

Die 61 Trainingsangebote in den 7 Abteilungen des 1300 Mitglieder starken Vereins sind deshalb freilich in unterschiedlichem Maße von den Auflagen betroffen. Schließlich bietet der TVS unter anderem Judo und Taekwondo an, also Kampfsportarten, die Körperkontakt voraussetzen. Auch Geräteturnen sei ohne direkte Hilfestellung schwer realisierbar, weiß Schartz-Laux. Der Verein bemühe sich dennoch, alle Trainingsangebote wieder aufzunehmen.

Gefragt seien jetzt vor allem die Trainer. "Wir haben am Wochenende eine Rundmail verschickt. Das Ziel ist, die Trainingsinhalte anzupassen und allen kontaktlose Übungseinheiten anzubieten. Dabei wollen wir uns streng an die Vorgaben halten." Generell werde jedes Angebot geprüft.

Eine besondere Herausforderung stellten insbesondere die Angebote für Kinder und Senioren dar. "Wir wollen keinen ausschließen, aber auch niemanden gefährden", sagt Schartz-Laux, die davon überzeugt ist, dass der Verein gestärkt aus der Krise hervorgeht: "Das schweißt zusammen. Jeder macht mit und freut sich, dass es vorwärtsgeht."

Florian Neuroth

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