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Adrian Matuschewski (SG Ober-Erlenbach, links) und Ulrich Strenkert (SF Friedrichsdorf) befinden sich im Kopfballduell auf gleicher Höhe. Bis zur 80. Minute traf dies auch auf ihre Teams zu.

Spiel der Woche

Sportfreunde bauen Siegesserie aus

Die Sportfreunde Friedrichsdorf sind in der Fußball-Kreisoberliga derzeit nicht zu stoppen. Die SG Ober-Erlenbach gibt am Samstagmittag zwar alles, muss sich am Ende in Unterzahl aber mit 1:3 (1:1) geschlagen geben.

Eine gute Viertelstunde vor Spielbeginn waren zwei Kaderplaner unter sich: Martin Schmidt, der die Sportfreunde Friedrichsdorf personell für den geplanten Aufstieg verantwortet, und Thomas Bremerich, der seiner SG Ober-Erlenbach die Entwicklung junger Talente verordnete. „Genau deswegen hoffe ich auf ein unterhaltsames, offenes Spiel“, erklärte Schmidt, „die Jungen haben den Drang, nach vorne spielen zu wollen und werden sich sicher nicht nur hinten reinstellen“. Schmidts Wunsch war nicht ganz uneigennützig. Sicher hoffte er auch auf eine attraktive Partie als Auftakt zum vereinseigenen Oktoberfest, aber er weiß auch: Die Stärken seiner top besetzten Mannschaft kommen dann am besten zum Tragen, wenn der Gegner Räume anbietet. Beim 3:1 des Favoriten, der damit schon Tabellenzweiter der Fußball-Kreisoberliga ist, lief die Partie aber dann doch ein wenig anders.

SGO-Trainer Philippe Chakour berichtete in der Vorschau auf das Spiel der Woche, dass seine Truppe im spielerischen Bereich hohe Qualität hat. Die Gäste um Kapitän Marcel Paszun konzentrierten sich diesmal aber vorrangig um das Zustellen von Räumen und das schnelle Umschalten nach Ballgewinn. Den Ballbesitz überließ man den Hausherren. Die Mannschaft von Trainer Enis Dzihic zeigte sich dabei geduldig, ließ das Spielgerät gut in den eigenen Reihen zirkulieren, konnte sich aber mangels Tempo nicht zu zwingenden Chancen kombinieren.

„Ich bin sehr zufrieden damit, dass wir mittlerweile nicht mehr sofort den tödlichen Pass suchen“, berichtete Dzihic nach dem Spiel, „wir haben gut von der einen auf die andere Seite verlagert und waren geduldig. Das Tempo müssen wir allerdings noch verbessern“. Nach dem misslungen Saisonstart mit nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen möchte der frühere Fußball-Profi einen Schritt nach dem anderen gehen.

Gelegenheiten gab es bereits in der ersten Halbzeit auf beiden Seiten; bei Ober-Erlenbach zumeist nach Konterangriffen durch das starke Offensiv-Duo Adrian Matuschewski (7., 22., 31.) und Tezcan Üstündag (24.). Aufseiten von Friedrichsdorf hatten Eugen Schiffmann (9.) und Alexandros Theodosiadis (18.) die vielversprechendsten Chancen. Verteidiger Theodosiadis schaffte es sogar, mit einem Schuss aus rund 18 Metern beide Pfosten zu treffen. Zum ersten Treffer führte, wie so häufig im modernen Fußball, eine Standardsituation. Nur: Es war ein Standard der SGO, der die Sportfreunde in Führung brachte. Ein Abstoß von Torhüter Marco Schudt wurde umgehend von einem SF-Spieler zurück in seine Richtung geköpft und landete vor den Füßen des frei stehenden René Krieg. Der behielt die Nerven, ging noch ein paar Schritte mit Ball und verwandelte zum 1:0 (27.).

Zehn Minuten später dann Freistoß für die SGO: Torwart Nikola Bazina hatte 17 Meter vor seinem Tor beim Herauslaufen Üstündag gefoult. David Bremerich legte sich den Ball zurecht, schaute, schoss und traf direkt zum 1:1. Gut möglich, dass es bei dem Remis geblieben wäre, doch in der 53. Minute kam es zum „Knackpunkt des Spiel“, wie es Davids Vater Thomas Bremerich beschrieb. Benedikt Seitz sah die Rote Karte, nachdem er auf Höhe der Mittellinie seinen Gegenspieler mit einer Grätsche von schräg hinten zu Fall brachte.

Das Besondere daran: Die Begegnung war bereits unterbrochen, Ober-Erlenbach hatte sogar Ballbesitz. In Unterzahl verteidigten die Gäste zwar weiter höchst diszipliniert, konnten aber kaum mehr für Entlastung sorgen. „Dann ist es bei einem so starken Gegner häufig nur eine Frage der Zeit, bis das Tor fällt“, sagte Chakour. Genau gesagt, dauerte es bis zur 80. Minute. Mit einem Geniestreich des eingewechselten Florian Kister, der an der Grundlinie gleich zwei Verteidiger mit einem Hackentrick abschütteln konnte, bog der Favorit auf die Siegerstraße ein. Dem 2:1 durch Kister folgte in der Nachspielzeit das 3:1 durch Eugen Schiffmann. Die SGO hatte für einen Eckstoß nochmals alles nach vorne geworfen, und die Sportfreunde bekamen doch noch die gewünschten Räume.

Chakour war nach dem Schlusspfiff hin und her gerissen. Mit der Einstellung seiner Elf war er berechtigterweise sehr zufrieden. Nur das Ergebnis stimmte nicht. „Am Ende ärgert es mich dann schon“, gestand er. Eine kleine Maß auf dem Oktoberfest wollte er sich aber trotzdem gönnen. Die hatten sich seine kämpferischen Spieler ebenfalls verdient.

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