Auf dem Asphalt der Straße Im Dammwald läuft es sich - wenn keine Autos da sind - derzeit besser: Aber immerhin ist der provisorische Belag des Bürgersteigs jetzt auf der gleichen Höhe wie der Kanaldeckel.
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Auf dem Asphalt der Straße Im Dammwald läuft es sich - wenn keine Autos da sind - derzeit besser: Aber immerhin ist der provisorische Belag des Bürgersteigs jetzt auf der gleichen Höhe wie der Kanaldeckel.

Anwohner verärgert

Endlosbaustelle mit Stolperfallen verärgert Anwohner: Vodafone entschuldigt sich

  • Christiane Paiement-Gensrich
    VonChristiane Paiement-Gensrich
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Anwohner und Stadtverwaltung ärgern sich über aufgerissene Bürgersteige und Stolperfallen auf der Dauerbaustelle. Der Internetanbieter Vodafone entschuldigt sich.

Friedrichsdorf – Aufgerissene Bürgersteige, halbherzig verschlossen und voller Stolperfallen. Die Nerven einiger Anwohner der Straßen Im Dammwald, Kolberger Straße und Ostpreußenstraße in Friedrichsdorf nahe Frankfurt liegen blank. Und die Stadtverwaltung hat dafür vollstes Verständnis. „Seit Wochen werden die Arbeiten nicht fertig, das bringt uns auf die Palme“, sagt Bürgermeister Lars Keitel (Grüne).

Die Anwohner hätten sich zu Recht beschwert. Die ärgerlichen Schier-endlos-Bauarbeiten sind offenbar im Auftrag von Vodafone erfolgt. Inzwischen hat die Stadt immerhin erwirkt, dass die Bürgersteige provisorisch geschottert werden.

Schon im September hatte eine Firma begonnen, in den genannten Straßen die Bürgersteige aufzubrechen. „Es wurden Glasfaserkabel zur Verstärkung der Internetqualität verlegt“, erklärt die Stadt. Und: „Leider wurden die Arbeiten von dem beauftragten Subunternehmer bisher so mangelhaft und unfachmännisch ausgeführt, dass es einige Schäden an Bestandsleitungen gegeben hat und die Gehwegoberflächen schlecht oder gar nicht wiederhergestellt wurden.“

Endlosbaustelle in Friedrichsdorf: Provisorische Wiederherstellung nicht mehr möglich

Aufgrund der Vorgaben durch das Telekommunikationsgesetz (TKG) habe die Stadt aber so gut wie keine Möglichkeit, auf die Verlegung von Telekommunikationsleitungen Einfluss zu nehmen. „Die Telekommunikationsunternehmen haben durch dieses Gesetz sehr weitreichende Rechte. Dies führt leider auch dazu, dass wir als Stadt keinen wirklichen Einfluss darauf haben, welche Bauunternehmen die Arbeiten ausführen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Das Garten- und Tiefbauamt stehe im ständigen Kontakt mit dem genannten Telekommunikationsunternehmen, dem Generalunternehmen und der Baufirma, um auf die mangelhafte und unzumutbare Abwicklung der Baustelle hinzuweisen und eindringlich Abhilfe einzufordern.

Immerhin: Bei einem Termin am 15. Dezember an Ort und Stelle seien mit den Beteiligten folgende Punkte besprochen und vom Generalunternehmer und der Baufirma zugesagt worden: „Die Gehwegaufbrüche werden/wurden bündig mit Schottermaterial aufgefüllt, damit keine Stolperkanten vorzufinden sind.“ Eine provisorische Wiederherstellung mit Asphalt sei aber leider nicht mehr möglich, da das Bauunternehmen vor Weihnachten keinen Asphalt mehr geliefert bekomme.

Mangelhafte Bauarbeiten in Friedrichsdorf (Hochtaunus): Der Stadt sind die Hände gebunden

Nächster Punkt: „Die Bereiche der Grabenverfüllung, die mit Erdmaterial ausgeführt wurden, werden ausgebessert und mit Schotter verfüllt.“ Wenn es witterungsbedingt möglich sei, werde die Baufirma ab Ende Januar 2022 mit der Wiederherstellung der Gehwege beginnen. Bis dahin kontrolliere spätestens alle zwei Tage ein Mitarbeiter der Baufirma die Baustelle und führe nötigenfalls erforderliche Ausbesserungen an der provisorischen Grabenverfüllung durch.

Und schließlich: „Damit man bei den Witterungsbedingungen etwas flexibler ist (Asphalt darf erst von einer Temperatur von mehr als 5 Grad Celsius an eingebaut werden), wird der alte Asphalt komplett ausgebaut und die Gehwege werden gepflastert.“ Auf diese Weise könne bereits bei Temperaturen von 0 Grad Celsius an gearbeitet werden. Außerdem erhielten die direkten Anlieger so einen komplett neuen Gehweg.

Bau-Ärger in Friedrichsdorf: Baustelle muss professionell abgewickelt werden

Der Stadt wisse, dass die Situation für die Anlieger, insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Feiertage, nicht befriedigend sein könne. „Leider sind der Stadt aufgrund der rechtlichen Vorgaben in diesem Fall die Hände weitestgehend gebunden.“ Dennoch setzten sich die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, soweit es die rechtlichen Möglichkeiten zulassen, für die Anlieger ein.

Eine entsprechende schriftliche Information der Stadt an die Anwohner sei nun verschickt worden. Bürgermeister Keitel betont: „Ich fordere die Verantwortlichen auf, das alles zügig umzusetzen, sodass die Bürgersteige schnellstens wieder normal und ohne Stolperfallen begehbar werden. Die Baustelle muss professionell abgewickelt werden.“

Auch bei Vodafone sei man sauer auf die ausführende Firma und deren Subunternehmer, sagte Konzernsprecher Volker Petendorf im Gespräch mit dieser Zeitung: „Die Arbeiten haben nicht unserem Qualitätsniveau entsprochen und wir bitten um Entschuldigung.“

Dauerbaustelle von Vodafone: 930 Meter Glasfaserkabel wurden verlegt

Bei dem Termin am 15. Dezember mit Baufirma, Vertretern der Stadt und Vertretern von Vodafone sei auch genau festgelegt worden, wer was erledigt und wer es bezahlt. Unter anderem werde die bei den Bauarbeiten beschädigte Leitung vor dem Haus Im Dammwald 3 repariert, zwei Pfosten an der Durchfahrt von der Kolberger Straße zum Rewe-Center würden ersetzt, die Straßenquerung an der Ostpreußenstraße/Ecke Breslauer Ring werde erneuert, der Gehweg vor der Kirche St. Bonifatius werde gepflastert und der stellenweise mangelhaft aufgebrachte Asphalt werde erneuert.

„Voraussichtlich von Mitte Januar an geht es mit den Bauarbeiten los, so weit die Witterung das zulässt“, so Petendorf weiter. Bis dahin würden die nun provisorisch verschlossenen Bürgersteige in der Tat alle zwei Tage, nötigenfalls auch täglich, von der Baufirma kontrolliert. Bei Rutschgefahr werde die Baufirma diese beseitigen.

Was Vodafone eigentlich genau unter den Bürgersteigen hat vergraben lassen? „Wir haben unterirdisch eine neue Datenautobahn gebaut“, erklärt Petendorf. Innerhalb eines Jahres sei der Datenverkehr um 30 Prozent gestiegen. Ein Grund sei sicher die verstärkte Arbeit im „Homeoffice“ (mobiles Arbeiten von zu Hause aus), die wegen der Pandemie nötig geworden sei. „Deshalb haben wir das Kabelnetz, das wir vor zwei Jahren von Unity Media gekauft haben, verstärkt.“ Insgesamt 930 Meter Glasfaserkabel sei in den genannten Friedrichsdorfer Straßen verlegt worden, sozusagen als zusätzliche „Datenautobahn-Spur“. (Christiane Paiement-Gensrich)

Eeine umstrittene Bahn-Baustelle bereitet unterdessen den Anwohnern in Frankfurt große Sorgen.

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