Chorfestival Europa Cantat

Uraufführung in Tallinn

Insgesamt zehn Tage haben 40 Mitglieder des Vokalensembles LaCappella auf dem europäischen Chorfestival in Tallinn in Estland verbracht. Sie knüpften Kontakte zu anderen Jugendchören und erlebten ein Konzert auf der riesigen Sängerbühne.

Das Loreley-Lied hat die Passanten in Tallinn berührt: „Viele Menschen sind vor unseren Sängern stehengeblieben und haben der Darbietung mit dem Text von Heinrich Heine und der Musik von Friedrich Silcher sichtlich ergriffen zugehört“, berichtet Veronika Bauer. Die Chorleiterin ist gerade mit 40 Mitgliedern des Burgholzhäuser Vokalensembles LaCappella aus Estland zurückgekehrt. Die Gruppe junger Leute im Alter zwischen 15 und 23 Jahren hat dort am europäischen Chorfestival „Europa Cantat“ teilgenommen, zu dem auch Straßenmusik-Auftritte gehörten.

5000 Teilnehmer

Insgesamt rund 5000 Choristen und Musikfans aus über 50 Ländern hatten sich in Tallinn getroffen. Unter den Festival-Gästen waren berühmte Chöre wie die Estonian Voices, The Swingles aus Großbritannien, der dänische Jazz-Chor Vocal Line und der Inner Mongolia Youth Choir aus China.

Aus Deutschland waren insgesamt rund 500 Personen angereist. Die Sänger nahmen an Workshops teil und gaben Konzerte. „Wir haben ein Werk des deutschen Komponisten Alwin Michael Schronen uraufgeführt“, berichtet Bauer. Das Stück mit dem Titel „Deus Caritas Est“ für gleiche Stimmen und Orgel habe der Mädchenchor von LaCappella schon zu Hause einstudiert. Die Proben mit dem Organisten, Stan Engebretson aus dem USA, fanden in Estland statt. Die Komposition sei, wie mehrere andere Stücke auch, von der Festivalleitung extra für das große Chortreffen in Auftrag gegeben worden. Komponisten aus ganz Europa hätten Arbeiten beigesteuert.

Ein weiteres, erst in diesem Jahr komponiertes Stück, präsentierten die LaCappella-Sänger ebenfalls: „Time Will Tell“, von der dreiköpfigen Komponistengruppe Homestay. „Sie besteht aus dem Dänen Morten Vinther, dem Italiener Eric Bosso und dem Finnen Jussy Chydenius“, berichtet Bauer. „Sie sind auch selbst als Sänger in bekannten Jazz-Combos unterwegs.“ LaCappella hatte dieses Stück im Frühjahr bereits in Seulberg präsentiert. Außerdem hatten die Burgholzhäuser das romantische Lied „Das kranke Mägdelein“ von Max Zenger im Repertoire.

Estland, das in diesem Jahr den 100. Geburtstag seiner Unabhängigkeit vom Russischen Reich feierte, besitzt eine große Liederfest-Tradition. In Estland und auch in Lettland sei der Freiheitsgedanke eng mit dem gemeinsamen Singen verknüpft, berichtet Bauer. Auf der treppenförmigen Bühne der Liedermuschel an der Tallinner Bucht finden bis zu 15 000 Sänger Platz. Rund eine halbe Millionen Zuschauer sehen das Geschehen auf der Bühne und können gleichzeitig bis zur Ostsee blicken. „Auch dieses Singstadion hat LaCappella besucht und dort die Kraft der vereinigten Stimmen gespürt.“

Die Gelegenheit, andere Jugendchöre an besonderen Veranstaltungsorten kennenzulernen, haben die jungen LaCappella-Sänger mit Begeisterung genutzt. „Das waren wunderbare Begegnungen, die sich in Straßenmusik und gemeinsamen Konzertbeiträgen fortführten.“ Ihre Ensemble-Mitglieder hätten unter anderem Verbindungen in die Schweiz, nach Spanien und Dänemark geknüpft, die auch über das Festival hinaus zu einem Austausch führen sollen, so Bauer weiter.

Insgesamt zehn Tage haben die La-Cappella-Sänger in Tallinn verbracht. Ein Konzert haben sie auch in der nordestnischen Stadt Keila gegeben. Untergebracht waren sie in einem Hostel in der Altstadt Tallinns. „Das Festival wird alle drei Jahre in einer anderen europäischen Stadt organisiert“, berichtet Bauer. Das erste Festival hat 1961 in Passau stattgefunden. Das nächste Mal, 2021, ist Lubljana in Slowenien an der Reihe.

Infos zum Chor

Informationen zu LaCappella gibt es im Internet unter der Adresse und auf Facebook unter .

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