1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Friedrichsdorf

Urbane Kunst als Hingucker in Friedrichsdorf

Erstellt:

Von: Katja Schuricht

Kommentare

Hugenottenkreuz, Zwieback, Telefon und Stadtwappen: Die "Meilensteine Friedrichsdorfs" sind schon auf der Mauer am Rand des Goers-Geländes zu sehen. Das Sprüh-Kunstwerk ist noch nicht ganz fertig.
Hugenottenkreuz, Zwieback, Telefon und Stadtwappen: Die "Meilensteine Friedrichsdorfs" sind schon auf der Mauer am Rand des Goers-Geländes zu sehen. Das Sprüh-Kunstwerk ist noch nicht ganz fertig. © ksp

Projekt "Legale Graffiti" startet am Samstag um 14 Uhr

Friedrichsdorf -Links das Hugenottenkreuz mit dem "Geburtsjahr" Friedrichsdorfs 1687, daneben ein Zwieback, der mit einer blauen Schleife geschmückt ist, und dem Gründungsjahr der Zwiebackfabrik Stemler 1788, dann ein Telefon und dessen Erfindungsjahr 1861 und schließlich das Stadtwappen mit Symbolen aller vier Stadtteile aus dem Fusionsjahr 1972: Das neue Graffito, das gerade an einer seitlichen kleinen Mauer am oberen Ende des Parkplatzes des Goers-Geländes im Entstehen ist, markiert vier Eckpfeiler in der Geschichte der Stadt. Die Friedrichsdorfer Nicolas Schallmayer Marazuela und Adrian Wojtek Jödicke haben die Motive an die Mauer gezaubert, an der vorher ein so genanntes "Tag" (das Signaturkürzel eines Sprayers) gesprüht war.

Damit zeigen die beiden jungen Friedrichsdorfer, was Graffiti sein kann: urbane Kunst als Hingucker. "Dieser Teil der Mauer gehört zu einem Privatgrundstück. Wir haben den Besitzer um Erlaubnis gefragt, um darauf legale Graffiti sprühen zu dürfen", erzählt Schallmayer Marazuela. "Vorab haben wir die Wand mit weißer Farbe grundiert, denn es war schwierig, das Tag, das vorher da war, einfach nur zu übermalen."

Die Aktion ist ein Vorgeschmack auf das neue Projekt "Legale Graffiti", das die Stadtpolitiker jetzt auf den Weg bringen. Nicolas Schallmayer Marazuela und Adrian Wojtek Jödicke haben den Prozess begleitet. Sie sind in der "Wählervereinigung Lebendiges Friedrichsdorf" engagiert und kennen sich zudem aus in Sachen Graffiti. Sie freuen sich, dass für die Aktion zur legalen Graffiti-Kunst am Samstag, 5. März, der Startschuss fällt.

"Jeder, der Lust hat, die Mauer am Goers-Gelände mit Graffiti zu verschönern, kann zwischen 14 und 17 Uhr vorbeikommen", so Schallmayer Marazuela. Auch die Vertreter aller Fraktionen wollen bei der Freigabe der ersten Fläche dabei sein. Ziel ist, Bereiche, die sonst mit illegalen Graffiti, die oft nicht ansprechend sind, zu verschönern.

Beschluss aller Fraktionen

Die Initiative "Legale Graffiti" geht auf einen einstimmigen Beschluss aller Fraktionen im Friedrichsdorfer Stadtparlament zurück, die im Ausschuss für Jugend, Sport, Kultur und Soziales über das Thema beraten haben. Den aktiven Part der Umsetzung übernimmt jetzt das Jugendbüro der Stadt. Mit dem Projekt setzt die Stadt ein Zeichen und möchte jungen Künstlern die Möglichkeit geben, sich auf legalen Freiflächen kreativ auszuleben.

Für Sprayaktionen stehen verschiedene Flächen in den Stadtteilen zur Verfügung, beispielsweise die Stützwand Höhenstraße/Berliner Straße (Bereich Industriestraße 18 c) und die Stützwand Alt Seulberg (Bereich Alt Seulberg 98). Die Stützwand zum Goers-Gelände macht am 5. März den Anfang der Aktion. Das Jugendbüro wird auf seiner Webseite www. jugendbuero-friedrichsdorf.de die Freiflächen für legale Graffiti vorstellen. Neben genaueren Ortsangaben der Freiflächen können Interessierte dort auch das Regelwerk zum legalen Sprayen finden. Das entspricht dem Wunsch der Mitglieder des Ausschusses, Aufklärungsarbeit als präventive Maßnahme zu leisten. Deshalb wird es auch Hinweise auf polizeiliche Maßnahmen und Strafmündigkeit bei illegalem Graffiti geben.

Legales Graffiti bedeutet auch, dass die Sprayer ihren Müll mitnehmen, heißt es weiter in der Beschlussvorlage. Tabu sind Motive mit politischen, sexistischen oder rassistischen Inhalten oder das Sprayen von Hassbotschaften. Außerdem gelte das Gebot des Respekts vor den Kunstwerken anderer.

Auch interessant

Kommentare