Keine Toilette, mangelnde Sicherheit

Es wuchert und stinkt am Bahnhof

Dauer-Ärgernis Bahnhof: Toiletten und Fahrradständer fehlen, die Unterführung stinkt nach Urin, ein Gestrüpp raubt die Sicht, und wann der Bahnhof endlich behindertengerecht umgebaut wird, ist ungewiss.

Wer am Friedrichsdorfer Bahnhof aus dem Zug steigt und von einem dringenden Bedürfnis gequält wird, der hat Pech. Dort gibt es keine öffentliche Toilette, und in der S-Bahn ist auch keine. Für ortskundige Bahnreisende gibt es daher – je nach Dringlichkeit des Problems – zwei Optionen: Entweder sie steigen am Bad Homburger Bahnhof aus, nutzen die dortige Toilette und fahren dann mit einer späteren S-Bahn weiter. Oder sie halten bis Friedrichsdorf durch und rennen dann durch die Bahnstraße zur öffentlichen Toilette vor dem Rathaus (das dauert sechs bis zehn Minuten).

Das jedoch ist nicht das einzige Problem am Bahnhof, das gelöst werden sollte. FWG-Fraktionschefin Claudia Schlick ist der Meinung: „Der Friedrichsdorfer Bahnhof als Eingangstor der Stadt und zentrale Verbindung zwischen Innenstadt und Römerhof soll sicherer und sauberer werden.“

Ein ganzes Bündel an Maßnahmen hat ihre Wählergemeinschafts-Kollegin Christiane Ditthardt im Ortsbeirat Friedrichsdorf angeregt. Am Bahnhof fehlten nicht nur Toiletten, sondern auch Fahrradständer. Noch schlimmer: Es würden vereinzelt Geschäfte mit Rauschgift beobachtet. Schlick weiter: „Der FWG ist bekannt, dass die Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten zwischen der Bahn, einem privaten Investor und der Stadt schnelle Lösungen schwierig machen.“ Der dringend notwendige barrierefreie Bahnhof lasse auch schon lange auf sich warten.

Als erste Maßnahme schlagen die beiden FWG-Politikerinnen vor, „das Gestrüpp am Stichweg zwischen Bahnhofsunterführung und Römerhof zu entfernen“. Damit ließe sich nicht nur die Gefahr für Fußgänger, von einem Auto an der Zufahrt des Park-and-Ride-Parkplatzes angefahren zu werden, entschärfen. „Es entfiele zudem eine unübersichtliche Ecke, die zum Urinieren und für dunkle Geschäfte genutzt wird“, so Ditthardt. Dort oder an anderer Stelle könnten dann öffentliche Fahrradständer und Toiletten errichtet werden. Denn zu allem Überfluss rieche es in der Unterführung immer wieder unangenehm nach Urin. Außerdem komme es auf der Zufahrt über die Straße „Am Zollstock“ mitunter zu gefährlichen Situationen. „Dort werden immer mehr Fahrzeuge im Kurvenbereich abgestellt. Regelmäßige Kontrollen könnten sicher Abhilfe schaffen“, so Schlick.

Auf die Bahnhofsprobleme angesprochen, sagte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne): „Wenn die Sträucher, um die es geht, auf unserem Gelände stehen, dann schneiden wir sie zurück. Schwieriger sei die Sache mit der Toilette, auch wenn er bestätigte: „Natürlich fehlt da eine Toilettenanlage.“ Das Gelände gehöre der Bahn, und die Stadt könne nur auf eigenem Gelände Toiletten aufstellen. „Auf dem Gehweg geht das aber jedenfalls nicht.“

Ein weiteres Problem: „Toilettenhäuschen sind ziemlich teuer. Außerdem weiß ich nicht, ob überhaupt Erschließungsleitungen da sind.“ Trotzdem versprach er: „Wir schauen uns das alles an und dann reden wir darüber.“

Eine kleinen Fortschritt gebe es immerhin in Sachen barrierefreier Bahnhof. „Die Bahn hat uns gerade wieder neue Pläne geschickt, die werden jetzt von unseren Fachleuten geprüft.“ Im Haushalt 2018 seinen dafür Mittel vorgesehen. Wenn das Parlament die freigebe, dann könne die Sache weitergehen. Im übrigen ist Burghardt aber auf die Bahn nicht sonderlich gut zu sprechen: „Die Verhandlungen sind sehr zäh und kosten viel Geduld, Zeit und Nerven.“

Vonseiten der Deutschen Bahn hieß es jetzt, dass die Bauarbeiten zum barrierefreien Bahnhof im Jahr 2020 starten sollen. In Sachen Toiletten wurden für die kommenden Tage Informationen in Aussicht gestellt.

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