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Frische Fische fischen

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Mit dem Kescher setzt Fischwirtschaftsmeister Thomas Brenneis die kleinen Forellen vorsichtig in den Pool, Justus Hill und Michael Rumpf (rechts) freuen sich schon auf den nächsten Fischzug. © Red

Weilrod-Hasselbach (as). In Hasselbach entwickelt sich offenbar eine neue Tradition. Die vier Kumpels Justus Hill, Marcel Mühle, Philipp Messinger und Michael Rumpf haben im vergangenen Jahr von der Gemeinde Weilrod das alte Schwimmbad gepachtet - nicht um selbst darin zu baden, sie lassen lieber baden.

Aktuell sind es Forellen, ein paar Karpfen und sogar den einen oder anderen Stör. Nur so zum Spaß - zwar nicht für die Fische, denn der Spaß endet zumeist tödlich für sie. Aber für die, die Fisch mögen, vor allem wenn er sich unter der höchst fürsorglichen Behandlung von Rumpf in dessen Räucherofen noch einmal in Schale werfen kann und sein güldenes Gewand anlegt.

Wiederholung von Anfang an geplant

Das auf Anhieb sehr gut besuchte erste Hasselbacher Räucherfest am 4. September vergangenen Jahres, bei dem es reichlich Fisch, aber auch Bier und gute Laune gab, kam nicht umsonst gleich mit einer Ordnungsnummer daher, eine Wiederholung war eigentlich von Anfang an geplant. Und jetzt steht es fest: Im September wird Rumpf wieder in aller Herrgottsfrüh seine Räucheröfen anheizen.

Damit vor dem Fest wieder was am Haken hängt, wurden jetzt etwa 100 eineinhalbjährige Regenbogenforellen, alle zwischen 300 und 350 Gramm schwer, eingesetzt. Die Fische brachen gleich nachdem sie den Kescher von Fischwirtschaftsmeister Thomas Brunneis verlassen hatten, zu einer Erkundungstour in dem trüben Wasser auf.

Theoretisch seien es jetzt schon verzehrfähige Portionsforellen, sagt Hill, der aber genau weiß, dass die Hasselbacher Forellenfans lieber etwas mehr als weniger auf dem Teller haben. Deshalb fischen sie die frischen Fische auch erst im September aus dem Wasser, wenn sie mehr Fleisch auf den Gräten haben. In ein paar Wochen soll Brunneis noch einmal 50 Kilo Fische bringen, die sich dann über den Winter relativ sicher sein können, nicht durch einen Angelhaken am Schwimmen gehindert zu werden.

Dass sie sich mit dem gepachteten Pool viel Arbeit ans Bein gebunden haben, wussten die vier Petrijünger von Anfang an. Dass aber auch eine Portion Angst mit im Spiel war, das hatten sie nicht auf dem Schirm.

Ein Leck bereitet noch Sorgen

Im Herbst nämlich stellte sich heraus, dass der Wasserspiegel im Pool langsam aber sicher sank, obwohl immer frisches Wasser zugeflossen ist. »Rasch war klar - das Ding ist nicht ganz dicht«, erinnert sich Rumpf an bange, am Poolrand verbrachte Stunden. Das Projekt aufgeben war aber keine Option. Man ließ das Wasser etwa zur Hälfte ab, in der Hoffnung, dann das Leck zu finden. Für die Fische war das kein Problem, sie tummelten sich eben im tieferen Teil des Beckens. Tatsächlich wurde etwas gefunden, das aussah, als sei es ein Leck: »Das Becken besteht praktisch aus zwei Teilen, die von der Dehnungsfuge zusammengehalten werden. Genau an der Fuge war das Loch. Ein Wochenende Arbeit, und die Sache war erledigt«, erzählt Hill.

Dennoch schloss sich banges Warten an, als das Wasser beim Befüllen über die geflickte Stelle hinausstieg. Jetzt würde sich zeigen, ob das Problem wirklich gelöst war. War es. Der Pool ist wieder dicht, und die Fische müssen sich nicht sorgen, auf dem Trockenen zu sitzen. Dann lassen sie sich doch lieber an den Haken nehmen und in einen Leckerbissen verwandeln.

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