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Fronten verhärtet

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Gemeinde will Kastanien, Anwohner sind für Obstbäume

Grävenwiesbach -Im Streit um die geplante Anpflanzung von Kastanien in der Nähe des Baugebietes "Vor dem Seifen" in Grävenwiesbach scheinen die Fronten verhärtet.

Derzeit zeichnet sich keine Lösung ab, welcher beide Seiten zustimmen. Bekanntlich wehren sich Anwohner der Astrid-Lindgren Straße gegen die geplante Anpflanzung von Kastanien auf einer Ausgleichsfläche der Gemeinde, die unmittelbar an die Ostseite der Hausgrundstücke grenzt.

Zuletzt lag ein Kompromiss-Vorschlag der Anwohner auf dem Tisch. Danach sollten die in Frage kommenden Grundstücke auf der Ausgleichsfläche von den sechs Eigentümern der angrenzenden Grünfläche gekauft werden und diese sich im Wege der Dienstbarkeit verpflichten, das Areal mit Obstbäumen zu bepflanzen und für deren Unterhalt zu sorgen.

Bürgermeister Roland Seel ging mit diesem Vorschlag erneut in den Gemeindevorstand. Er teilte danach mit, dass der Gemeindevorstand an seiner bisherigen Auffassung festhalte und daher die Anpflanzung der Kastanien, wie geplant, durchgeführt werden soll.

Gemeinde hält an ihren Plänen fest

Die Anwohner sind damit natürlich nicht einverstanden, wollen dennoch an ihrem Lösungsvorschlag festhalten. Sie kündigen die Prüfung weiterer Schritte an, mit denen die eigene Position im Rechtsstreit bestätigt und eine akzeptable Lösung erreicht wird.

Die Sprecher Walter Born, Armin Eschenhof und Stefan Höfer legten im Gespräch mit dieser Zeitung noch einmal ihre Argumente dar. Sie kritisierten dabei fehlendes Entgegenkommen der Gemeinde. Eschenhof sieht in den Plänen des Gemeindevorstandes einen Verstoß gegen geltendes Recht. Er versicherte, dass die Bereitschaft zum Kauf der Ausgleichsfläche bestehe, und legte eine Unterschriftenliste aller Eigentümer des angrenzenden Grünlandes vor.

Das gewichtigste Argument der Anwohner sei die Entwertung der Grundstücke durch die Pflanzung von bis zu 25 Meter hohen Kastanien. "Das ist belegbar", sieht Eschenhof die Anwohner nachweislich in ihren Rechten verletzt.

Er wollte die Prüfung rechtlicher Schritte und das Einholen eines Gutachtens nicht mehr ausschließen, wenn es bei der Entscheidung bleibe, das Vorhaben umzusetzen.

Auf der anderen Seite sehen die Anwohner keinen Nachteil für die Gemeinde, wenn sie dem Vorschlag zur Anpflanzung von Obstbäumen folgen würde. Stefan Höfer stellte klar, dass es nicht darum gehe, wer gewinnt oder verliert: "Es geht um eine gute Lösung für Grävenwiesbach. Wenn die Gemeinde unserem Vorschlag folgen würde, wäre sie in meinen Augen sogar der Sieger. Wir wollen uns als Neubürger in die Gemeinde einbringen, aber so fühlen wir uns vor den Kopf gestoßen und ausgeschlossen. Wir haben den Gesprächsfaden immer aufrechterhalten und wollen das auch weiterhin tun."

Ausgleichsfläche zu spät gewählt?

Allerdings seien die Anwohner nicht für Versäumnisse der Gemeinde verantwortlich. Höfer bezog sich hier auf die aus seiner Sicht verspätete Auswahl der Ausgleichsfläche, nachdem früher auf einer Landesstraße aus Sicherheitsgründen Bäume gefällt worden waren. Die Gemeinde wolle jetzt ihren Fehler von damals nachträglich korrigieren. aro

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