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Gaumenfest: »Backes-Ploatz«

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Iris von Stephanitz bereitet hier die Lage aus geriebenen Pellkartoffeln vor. © Red

Neu-Anspach (as). »In der allergrößten Not, schmeckt die Wurst auch ohne Brot.« Dieser Grundsatz mag gelten wo er will, im Hessenpark galt er am Sonntag jedenfalls nicht. Da war von Not keine Spur, weder bei der Wurst, noch beim Brot, das unter den fachkundigen Händen von Vorführhandwerkerin Iris von Stephanitz sogar förmlich über sich hinauswuchs und zu einem Hochamt des rustikalen Genusses wurde.

Im Backhaus ließ sie sich bei der Herstellung leckerster und weithin duftender Brotspezialitäten gerne über die Schulter schauen. Was da dem Publikum häppchenweise über das Absperrband gereicht wurde, war ein Gaumenfest der besonderen, wenn auch in keinem Diäthandbuch zu findenden Art. »Man muss es ja nicht jeden Tag essen«, relativierte Iris von Stephanitz die Kalorienbombe, die sich ergibt, wenn man dünn ausgerollten Sauerteig unter einer dicken Schicht aus geriebenen Pellkartoffeln, gedünsteten Zwiebeln, angerösteten Speckwürfeln und Schmand verschwinden lässt und den Fladen dann im Ofen bei etwa 350 Grad gute fünf Minuten backen lässt.

»Backes-Ploatz« nennt sie das. Nicht gerade zum Abnehmen geeignet sind auch ihre »Griebenzettel«, hergestellt aus einem schnellen Hefeteig, Grieben und Ei. Solche Köstlichkeit gab es früher auf dem Land oft, da nach der Hausschlachtung der Flomen, das Fett des Bauchfells, übrig war. Der Flomen wurde dafür früher durch den Fleischwolf gedreht, erhitzt, bis das erste Fett austrat. Die Grieben wurden abgeseiht und kamen in die Blutwurst. Oder in die »Griebenzettel«. Für diese werden sie unter den Teig geknetet, dick ausgewallt und in etwa 6 mal 6 Zentimeter große Stücke, die »Zettel«, vor dem Backen auf dem Blech geschnitten. In der ersten starken Hitze des Ofens brauchen sie nur wenige Minuten. Noch flotter geht dann nur noch ihr Verzehr.

»Bauernfladen« heißt bei Iris von Stephanitz die dritte Köstlichkeit, für die sie mit Hingabe einen hauchdünnen salzigen Hefeteig ausrollt, ihn mit einem Belag aus Magerquark, Schmand, Eiern, Speck und Zwiebeln belegt und dann nach Art eines elsässischen Flammkuchen bei starker Hitze in den Ofen schiebt. Lang sollt sie sich dann nicht mit Erläuterungen aufhalten, denn der »Bauernfladen« ist binnen kürzester Zeit verzehrfertig.

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