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Gemeinde Wehrheim zeigt klare Kante

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Nach dem knapp zweistündigen Arbeitseinsatz des Bauhofs ist der Grillplatz wieder in vorbildlichem Zustand. Der Einsatz war allerdings durch die illegale Nutzung mit schlimmer Verschmutzung und Müllablagerung nötig geworden. Dabei sind Mülleimer doch vorhanden. © Ingrid Schmah-Albert

Klare Kante will die Gemeinde Wehrheim bei Vandalismus und illegaler Müllentsorgung zeigen. Ein Sicherheitsdienst läuft Streife, wer ertappt wird, wird auch angezeigt.

Wehrheim (sai). Das Problem ist kein neues und. wie sich am vergangenen Wochenende erneut zeigte, auch kein auf die warme Jahreszeit bezogenes: die Vermüllung von öffentlichen Plätzen. Wieder einmal war vermutlich bereits am Freitagabend der Grillplatz am Schwimmbad illegal genutzt und nach offensichtlich ausgiebigem Feiern der Müll inklusive zerschlagener Bierflaschen achtlos auf dem Grillplatz verteilt liegen gelassen worden. Ein echtes Ärgernis, nicht nur weil es unschön anzusehen ist und auch für die Umwelt und Tiere eine Gefahr darstellt, sondern auch weil es Kosten für den Steuerzahler nach sich zieht. Denn die Bauhofmitarbeiter müssen danach wieder aufräumen und den Müll entsorgen. Das kostet Zeit und Geld.

Wie Bürgermeister Gregor Sommer auf Nachfrage mitteilt, haben die Mitarbeiter des Bauhofes den Grillplatz am Schwimmbad am Montagvormittag gereinigt. Der Aufwand hierfür: Ein Mitarbeiter war knapp zwei Stunden im Einsatz. »Die Mitarbeiter fahren jeweils montags und freitags etwa hundert Örtlichkeiten an, die Hälfte der Punkte davon zweimal in der Woche«, so der Verwaltungschef. Diese Reinigungs- und Müllsammel-Tour beinhaltet unter anderem Bushaltestellen, Spielplätze, Hundestationen und Grillplätze. Je nach Jahreszeit beträgt die Menge zwischen einem und zwei Kubikmeter pro Woche. Der Zeitaufwand beträgt insgesamt 13,5 Stunden durchschnittlich pro Woche. Zusätzlich gibt es allerdings auch immer wieder Sonderfälle, wo größere Mengen aufzunehmen sind.« Dies bilde aber derzeit eher die Ausnahme - mit ein bis zwei Einsätzen im Monat.

»Fakt ist, dass die Gemeinde kein Problem damit hat, wenn junge Menschen - und hier möchte ich bewusst nicht nur die Jugendlichen nennen, sondern beziehe auch junge Erwachsene mit ein - im Bereich des Grillplatzes sitzen und Musik hören oder sich einfach treffen. Irgendwo müssen die jungen Menschen ja auch hin und durch die Corona-Pandemie sind diese Möglichkeiten zum Besuch von Veranstaltungen praktisch auf null zusammengeschrumpft«, zeigt Sommer Verständnis. Das aber hört bei Vandalismus, Ruhestörung oder Verschmutzung auf. Er vergleicht das mit der Nutzung von Grünecken, bei der auch immer wieder illegale Entsorgungen auffallen.

Sicherheitsdienst auf Kontrollgang

Um das bekannte Problem von Vandalismus und Ruhestörung an den öffentlichen Plätzen in den Griff zu bekommen, hat die Gemeinde einen Sicherheitsdienst beauftragt, der in enger Abstimmung mit Ordnungsamt und Polizei die »Hotspots« kontrolliert. Die Kosten für den Einsatz der Mitarbeiter des privaten Sicherheitsdienstes schlagen sich pro Monat mit 2500 bis 3000 Euro in der Gemeindekasse nieder, nennt Sommer Zahlen. Er selbst stehe an jedem Wochenende in ständigem Kontakt mit den Mitarbeitern des privaten Sicherheitsdienstes wie auch unserer Mitarbeiter der Ordnungspolizeibehörde. »So erhalte ich jeden Freitagabend/-nacht wie auch jeden Samstagabend/-nacht und dann am Sonntagmorgen aktuelle Informationen über die durchgeführten Kontrollen«, berichtet Sommer.

Die Dienste seien so vorgesehen, dass die Mitarbeiter der Ordnungspolizeibehörde in der Regel an einem Wochenende im Monat Dienst in den Abend- und Nachtstunden verrichten und an den anderen Wochenenden werden diese Kontrollen durch den privaten Sicherheitsdienst durchgeführt. Generell komme es bei den Kontrollen immer wieder auch dazu, dass die Polizei hinzugerufen werden müsse.

Im Laufe der vergangenen Monate und Jahre sind einige Schwerpunkte zusammengefasst worden, die regelmäßig und im Laufe des Einsatzes durch den privaten Sicherheitsdienst wie auch der Mitarbeiter des Ordnungsamtes überprüft werden. »Dabei haben wir uns an den vor Jahren noch aufgetretenen Vorfällen orientiert und gehen selbstverständlich auch auf Hinweise aus der Bevölkerung ein, die auch regelmäßig an mich herangetragen werden«, erklärt Sommer die Einsatzgebiete, die schwerpunktmäßig die Wehrheimer Mitte mit der Tiefgarage, das Gelände der evangelischen Kirche, das Gelände rund ums Bürgerhaus, die Skateranlage und den Bolzplatz, einige Spielplätze sowie die Grillplätze umfassen.

Wer erwischt wird, wird angezeigt

Klar lassen sich Vandalismus und illegales Müllaufkommen nicht komplett verhindern, wie die aktuellen Vorfälle immer wieder zeigen und natürlich können keine Kontrollen »rund um die Uhr« vorgenommen werden. »Aber dennoch ziehe ich bis heute seit dem Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes ein positives Fazit, wonach sich die Situation sehr wohl entspannt und verbessert hat«, betont der Bürgermeister. Und weiter: »Sicherlich ist es für alle Bürgerinnen und Bürger ärgerlich und auch unerklärlich, warum eine kleine Minderheit Müll und Vandalismus verursacht.«

Abgestimmt würden aktuelle Vorfälle auch mit dem Jugendpfleger Gunther Gräfe, um möglicherweise in Erfahrung bringen zu können, wer letztlich der Verursacher sei. »Es werden auch immer wieder Überprüfungen durch unsere Mitarbeiter des Bauhofes und/oder unseres Ordnungsamtes vor Ort vorgenommen, ob sich möglicherweise entsprechende Hinweise bei den Müllablagerungen finden lassen, um einen Verursacher herauszufinden. Das ist schon einige Male gelungen und wurde von uns angezeigt. Beschädigungen werden ebenso zur Anzeige gebracht«, macht Sommer die klare Linie der Gemeinde deutlich.

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