Caipi und Capoeira für eine bessere Zukunft

  • vonDavid Schahinian
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Beim fünften brasilianischen Abend sammelte der Glashüttener Verein Tor zur Hoffnung am Samstag Spenden für ein Projekt, das Straßenkindern in Fortaleza durch Strand-Fußball hilft.

80 Anmeldungen – mehr konnte der Verein Tor zur Hoffnung beim besten Willen nicht für den brasilianischen Abend im evangelischen Gemeindezentrum annehmen. „Man soll sich hier schließlich wohlfühlen“, sagte der Vorsitzende Stefan Heins. Auch wenn er bedauerte, einigen abgesagt haben zu müssen, ist der stetig wachsende Zuspruch doch ein ermutigendes Zeichen. Für ihn und die sieben anderen Mitglieder im Verein, vor allem aber für viele Bedürftige im brasilianischen Fortaleza. In Südamerika unterstützen die Glashüttener soziale Projekte – derzeit die Beach Soccer Schule „Dito Escolinha“, die Straßenkindern ein menschenwürdiges Leben ohne Kriminalität und Drogen ermöglichen soll.

Die Veranstalter hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um den Glaskopf für ein paar Stunden zum Zuckerhut zu machen. Auf der Karte standen Caipirinha und der Eintopf Feijoada, im Garten heizte eine Capoeira-Gruppe aus Mainz ein, und bei einem Trommel-Workshop war Mitmachen angesagt. Der Verkauf von Tombola-Losen erhöhte die Spendensumme, am späteren Abend spielte zudem noch eine Band. Wenn man an Brasilien denkt, darf der Fußball nicht fehlen. Raffael, Bundesligaspieler von Borussia Mönchengladbach, ist in Fortaleza geboren und Botschafter des Projekts Dito Escolinha. Er nutzte die Gelegenheit, den Abend nach einem Testspiel in Koblenz im Taunus zu verbringen. Wenige Tage zuvor war er noch persönlich bei „Dito“ in Brasilien gewesen. Der ehemalige Beach Soccer-Nationalspieler stammt selbst aus den Favelas und gründete seine segensreiche Schule im Jahr 2003.

Die macht nicht zuletzt dank der Hilfe aus Glashütten große Fortschritte. Im August 2014 wurde mit Hilfe des Jugenheimer Hängematten-Herstellers La Siesta und vielen weiteren Sponsoren und Spendern ein Haus angemietet, das die Kinder nach der Renovierung seit Dezember als offene Begegnungsstätte nutzen können. Gleichzeitig ermöglicht es, das Bildungsangebot auszubauen. „Ein Riesen-Meilenstein“, findet Heins.

Die Säulen Bildung, Sport und Kultur sollen künftig weiter gestärkt werden, etwa durch berufsvorbereitende Kurse oder Ernährungskurse. Für die Mädchen aus den Favelas soll zudem ein Volleyball-Training angeboten werden. Mit dem Reinerlös des brasilianischen Abends, der am Samstag zum fünften Mal stattgefunden hat, werden ein Beamer und eine Leinwand für den Unterricht angeschafft.

Warum der Verein im entfernten Fortaleza hilft? 2007 lernte Stefan Heins „Dito“ im Flugzeug kennen: „Er ist eine einmalige Person mit großer Menschlichkeit, der sich selbst immer zurückstellt. Unsere Hilfe hier ist gar nichts gegen das, was er macht.“ Nachdem Heins und viele seiner Freunde das Projekt bereits einige Jahre unterstützt hatten, wurde 2011 der Verein gegründet. Viel mehr als die derzeitigen acht Mitglieder sollen es nicht werden, um den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich zu halten. Ein, zwei Helfer, etwa für den Internetauftritt, wären aber mittelfristig wünschenswert – die Arbeit wird nicht weniger, im Gegenteil.

Weitere Informationen zum Projekt sind im Internet auf abrufbar.

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