Kommunalwahl

Dauerclinch verdeckt Erfolge

Stürmisch war sie, die bald endende Wahlzeit. Eingedenk der vielen Reibereien, die manchmal mit offenem Visier ausgetragen, oft aber auch von mehr oder minder gut verdeckten Kniekehlen-Tritten

Stürmisch war sie, die bald endende Wahlzeit. Eingedenk der vielen Reibereien, die manchmal mit offenem Visier ausgetragen, oft aber auch von mehr oder minder gut verdeckten Kniekehlen-Tritten flankiert wurden, möchte man meinen, dass es am besten wäre, den Mantel des Schweigens über die vergangenen fünf Jahre zu legen. Für den Fall jedoch würde man verschweigen, dass einiges geschafft wurde in Glashütten. Vielleicht nicht alles wie gewünscht, aber immerhin ...

 

Schloßborn ist um Feuerwehrgerätehaus, Glashütten um das langersehnte Kleinsportfeld reicher. Zudem wurden die Kindergärten in Schloßborn und Glashütten saniert. Sogar zur Entwicklung des Schloßborner Caritas-Geländes konnte endlich das letzte Kapitel beigesteuert werden. Das ist für eine Gemeinde mit rund 5400 Einwohnern und beschränkten Haushaltsmitteln keine schlechte Leistungsbilanz für eine Wahlperiode.

Die

wichtigste

Entscheidung

der vergangenen fünf Jahre haben allerdings die Wähler am 10. Oktober 2014 getroffen, indem sie die parteilose Kandidatin Brigitte Bannenberg zur Bürgermeisterin gewählt haben. Eine historische Zäsur. Immerhin hat die CDU seit Bestehen der Gesamtgemeinde erstmals die Regentschaft im Rathaus verloren. Vor allem aber war es auch ein Denkzettel für die Akteure im Parlament – und zwar für alle. Sonst wären nicht beide Kandidaten der etablierten Parteien gegen die bis dahin weitgehend unbekannte Newcomerin unterlegen.

Das Wählervotum war eine unmissverständliche Reaktion auf den Dauerclinch, den Teile des Parlaments mit dem bis dahin amtierenden Bürgermeister Thomas Fischer (CDU) ausfochten.

 

In den vergangenen fünf Jahren gab es nicht die eine, die große

Krise

. Es war vielmehr eine mal schwelende, mal hochlodernde Langzeitkrise, bei der man am Ende gar nicht mehr wusste, wie und wer sie begonnen hatte. Versuchen wir deshalb auch gar nicht erst ein weiteres Mal, nach Gründen und Strippenziehern zu suchen. Einigen wir uns lieber darauf, dass es so nicht weitergehen darf.

 

Betrachtet man die Laufzeit der Diskussion, sollte das Neubaugebiet „Am Silberbach“ das Prädikat „ältester

Ladenhüter

“ verdient haben. Ruft man sich allerdings in Erinnerung, dass das Projekt 2007 unter der Maßgabe angestoßen wurde, dass es kaum auf einen Schlag entwickelt werde und für die nächsten 20 Jahre gedacht sei, könnte man auch sagen, dass man ja noch gut in der Zeit liege.

Zumal das Thema der Bevölkerung offenbar nicht so sehr auf den Nägeln brennt. Auch wenn das die Grundstückseigentümer sicher anders sehen. Egal, welche Perspektive man einnimmt, eines ist klar: Ein solches Projekt, noch dazu in ökologisch sensibler Ortsrandlage, muss sauber vorbereitet werden.

Die

Umweltkartierung, die derzeit läuft, hätte daher schon früher in Auftrag gegeben werden können.

Dass langes Abwarten, Diskutieren und Prüfen von Alternativen oft unersprießlich scheint, aber manchmal auch zielführend sein kann, zeigt das Thema „Grabenstraße“.

Die

Bewohner der dortigen Sozialwohnungen konnten – nach schier endlosem Hin und Her – doch noch relativ kostengünstig ein neues Zuhause finden.

 

Etwas um die Ecke gedacht, erscheint es doch kurios, wie ein Kropf mit einem Mal zum lebenswichtigen Organ mutiert, wenn man nur den richtigen Maßstab anlegt. Und dieser Maßstab ist mit Blick auf die Taunusgemeinde der Akteneinsichtsausschuss zum Bau des Schloßborner Gerätehauses. Auch wenn man geteilter Meinung darüber sein kann, welchen sittlichen Nährwert solche Ausschüsse haben, so sind sie als Kontrollgremien doch Bestandteile der parlamentarischen Demokratie. Vorausgesetzt, sie werden ihrem Sinn und Zweck entsprechend eingesetzt.

Die

sen Eindruck jedoch hatte man in Glashütten nie. Der Ausschuss mutete wie ein Tribunal an, in dem nicht selten persönliche Rechnungen beglichen wurden. In dieser Form war die vermeintliche Aufarbeitung noch sehr viel unnötiger als ein Kropf.

 

In Anbetracht dessen, was an dieser Stelle bereits zu Dauerclinch und Reibereien gesagt wurde, mag es nicht überraschen, dass es mit der 1 in Betragen für die Kommunalpolitiker eher nichts wird. Eine 5 oder eine 6 sollte es aber auch nicht werden. Denn: Es zählt zu den Glashüttener Eigenheiten, dass die Parlamentarier – abgesehen von einzelnen Ausreißern – ganz brauchbar miteinander umgegangen sind, ja häufig sogar gemeinsam abgestimmt haben. Summa summarum haben sich die Gemeindevertreter eine 4 verdient.

Bei Fleiß und Aufmerksamkeit landen die Kommunalpolitiker im guten Durchschnitt, ist es doch ihrem genauen Hinschauen zu verdanken, dass der eine oder andere Fehler in Verwaltungsvorgaben noch korrigiert werden konnte. Wenn man eine Fraktion ermuntern wollte, künftig etwas aufmerksamer zu sein, dann sind es die Grünen. Bei deren einer oder anderen Wortmeldung war man sich als Außenstehender nicht so ganz sicher, ob man die gleiche Vorlage vorliegen hatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare