Glashüttener Gemeindevertretung

Grünes Licht für Ampel-Kandidaten

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Angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse in der Glashüttener Gemeindevertretung war das keine große Überraschung: Heike Kolter (FDP) ist am Donnerstag zur Ersten Bürgerin, Linda Godry (SPD) zur Ersten Beigeordneten gewählt worden.

Erst wurden die Wähler zur Urne gebeten, am Donnerstagabend bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung im Glashüttener Bürgerhaus waren es dann die Gewählten. Es galt unter anderem, einen neuen Vorstand und einen neuen Parlamentschef zu bestimmen. Einmütig oder gar einstimmig liefen die Wahlen nur in wenigen Fällen ab.

Die Wahl zum neuen Vorsitzenden der Gemeindevertretung konnte Heike Kolter (FDP) mit 13 Stimmen für sich entscheiden, der CDU-Gegenkandidat und bisherige Amtsinhaber Matthias Högn kam lediglich auf 10. Zuvor hatte Fraktionschef Klaus Hindrichs nochmals den Anspruch der Christdemokraten bekräftigt, die Position als stärkste Fraktion im Parlament bekleiden zu dürfen. Er argumentierte nicht nur mit diesem „üblichen und anerkannten Verfahren“, sondern führte auch die Neutralität des Amtes ins Feld, die Högn bewiesen habe und die fernab von Parteitaktik bleiben sollte. Zudem zweifelte er an, ob eine Parteivorsitzende die notwendige Neutralität für den Posten besitzen könne.

Heiko Scheurich (SPD) wollte das so nicht stehen lassen. Kolter sei mittlerweile seit 22 Jahren in der Gemeindepolitik vertreten, sie kenne sich bestens mit der Hessischen Gemeindeordnung aus. Er sah kein Problem darin, in mehreren Ämtern aktiv sein zu können. Außerdem hätten Königstein und Steinbach erst in diesen Tagen gezeigt, dass es keinen zwingenden Anspruch der stärksten Fraktion auf das Amt gebe.

„Ich erhoffe mir, dass Sie die Prioritäten eindeutig auf Glashütten legen und Ihre Aktivitäten im Kreis herunterfahren“, sprach Lutz Schiermeyer (CDU) Kolter direkt an. Sie äußerte sich vor dem geheimen Wahlgang nicht, dankte ihren Wählern aber anschließend und erhoffte sich für ihre Amtszeit eine „faire und kollegiale Zusammenarbeit“. Persönliche Angriffe werde sie nicht dulden, stellte sie von vornherein klar.

Wäre Högn gewählt worden, hätte die CDU auf den Stellvertreterposten verzichtet. „Wir hatten gehofft, dass wir uns auf eine gemeinsame Liste einigen können“, sagte Karin Kempf (FWG). So aber lagen drei Vorschläge für die Wahl der Vize vor, und es war wenig überraschend, dass die Ampel, die CDU und die FWG jeweils so viele Stimmen für ihre Kandidaten erhielten, wie sie Sitze in der Gemeindevertretung haben. Dr. Gudrun Radtke (Grüne), Schiermeyer, Angelika Röhrer (SPD) und Dirk Riehl (FWG) machten das Rennen.

Das gleiche Mehrheitsverhältnis spiegelte sich auch bei der Wahl der acht Beigeordneten des Gemeindevorstands wider. Daraus ergaben sich fünf Plätze für die Ampel.

Linda Godry (SPD) ist neue Erste Beigeordnete, zudem zogen Herbert Freudl, Herbert Gerlowski (beide FDP) sowie Günter Schmunk und Claudia Strub (beide Grüne) in das Gremium ein. Die Christdemokraten stellen Benno Hofmann und Jutta Nothacker, die FWG Walter Schneider.

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