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Nicht alle Straßenbrücken sind wie diese hoch genug, damit für die S-Bahnen die Oberleitungs-Fahrdrähte installiert werden können. An zwei Brücken müssen im Rahmen der Elektrifizierung der Taunusbahn die Gleise tiefergelegt werden.

Usinger Nordost-Umgehung

Vermessungen für Elektrifizierung der Taunusbahn und Probebohrungen für die Nordost-Umgehung laufen

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Wann das erste Auto auf der geplanten Usinger Nordost-Umgehung unterwegs sein wird, ist völlig offen. Der Start der bis Usingen verlängerten S 5 ist für Dezember 2022 zum Fahrplanwechsel terminiert. Für beide millionenschweren Großprojekte haben jetzt die Vorarbeiten begonnen.

Mit einem Leica-Präzisionsmessgerät peilt ein Vermessungsingenieur in Richtung Straßenbrücke der Heisterbach-Umgehung, die über die Gleise der Taunusbahn ins Neu-Anspacher Gewerbegebiet führt.

Nach dem Grund für seine Arbeiten gefragt, verweist der Ingenieur auf seinen Auftraggeber. Der Hochtaunuskreis ist als Eigentümer der Eisenbahnlinie zugleich auch Bauherr für eines der beiden entscheidenden Verkehrs-Infrastrukturprojekte im Usinger Land. Bekanntlich soll zum Fahrplanwechsel 2022 / 2023 die Elektrifizierung der Taunusbahn abgeschlossen sein.

„Entlang der Taunusbahnstrecke finden Vermessungsarbeiten statt, die für die Verlängerung der S-Bahn bis nach Usingen notwendig sind“, teilt Andrea Nagell, Pressesprecherin des Hochtaunuskreises auf Anfrage der Taunus Zeitung mit. „Erst Ende des letzten Jahres ist die Vergabe der Generalplaner erfolgt. Die Planungen für die Elektrifizierung der Strecke laufen auf Hochtouren.“

Infoveranstaltungen geplant

Für Herbst dieses Jahres rechne man mit ersten Planungsergebnissen, die der Hochtaunuskreis dann selbstverständlich der breiten Öffentlichkeit bei einer Informationsveranstaltung vorstellen werde. „Mit den Vermessungsarbeiten wollen wir die Bestandspläne auf den neusten Stand bringen“, sagt Nagell. „Bis Ende dieses Jahres werden die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vorbereitet.“

Landrat Ulrich Krebs (CDU) hatte jüngst im TZ-Interview angekündigt, dass in diesem Jahr bereits die alten Bahnschwellen ausgetauscht und auch das eine oder andere Brückenbauwerk genauer betrachtet werde. Der Grund für die Brückenvermessung ist ein heikler.

Denn für die mindestens 47,5 Millionen Euro teure Elektrifizierung der Bahnlinie zwischen Friedrichsdorf und Usingen müssen nicht nur Strommasten für die Fahrdrähte aufgestellt, ein zweites Gleis zwischen dem Haltepunkt Saalburg / Lochmühle und Wehrheim gebaut sowie ein neues Stellwerk in Usingen errichtet werden.

Zu niedrige Brücken

Bereits beim Spatenstich für den Bau der besagten Heisterbach-Straßenbrücke im Jahr 2015 wurde bekannt, dass die Durchfahrtshöhe der Brücke bereits so konzipiert sei, dass die für die spätere Elektrifizierung benötigten Oberleitungen problemlos nachzurüsten seien. Nicht bei allen Straßenbrücken über die Taunusbahn ist das so.

Im vergangenen Jahr bestätigte VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld im Gespräch mit der TZ, dass die bestehende Durchfahrtshöhe der unweit entfernten Straßenbrücke zwischen Usingen und Westerfeld (L 3270) tatsächlich zu gering für eine neue Oberleitung und die Stromabnehmer der S-Bahnzüge sei. Dadurch werde eine Absenkung der Gleise an jener und einer zweiten Brücke – wohl die vor der Einfahrt des Usinger Bahnhofs – nötig. Ingenieurtechnisch wird das gewiss anspruchsvoll.

Auch wird der Pendlerstrom auf Schienen dann wohl für eine geraume Zeit zwischen Usingen und Neu-Anspach unterbrochen, was einen längeren Schienenersatzverkehr zwischen den beiden Bahnhöfen nötig macht. Wann das der Fall sein wird und wie die Planung aussieht, steht aber lange noch nicht fest.

Bei einer Infoveranstaltung werden rund 350 Bürger über den geplanten S5-Ausbau bis Usingen informiert. Einige Änderungen sind besonders überraschend. 

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