+
Die Driving Range soll nach den Plänen des Golfclubs wachsen. Das Abschlaggebäude wird neu und größer errichtet. Ein Teil der Bäume im Hintergrund soll verschwinden; im jetzigen Streuobst-Gelände entsteht ein neues Chipping-Green.

Royal Homburger Golfclub

Golfclub will seinen Platz nun im Süden erweitern - Gibt es eine Genehmigung vom RP?

Für die Pläne des Royal Homburger Golfclubs, seinen Platz in den Stadtwald hinein auszuweiten, hat sich keine politische Mehrheit gefunden. Jetzt will der Club auf benachbarten Grundstücken ein neues Übungsfeld einrichten. Im Rathaus will man eher in die ferne Zukunft sehen.

Dornholzhausen - Mit ihren Caddies ziehen vier Herren in Richtung Clubhausterrasse - in etwa viereinhalb Stunden haben sie alle 18 Bahnen des "New Course" absolviert. Der Platz an den Röderwiesen ist mit seinen Teichen und Naturwiesen, dem Höhenunterschied von 80 Metern und umgeben von Wald idyllisch. Doch der Royal Homburger Golfclub (HGC) hat nur eine richtig lange Bahn. Internationaler Standard wären fünf dieser Par-5-Bahnen.

Doch der Club wäre schon mit drei Par-5-Bahnen zufrieden. Nachdem seine Pläne, eine weitere Par-5-Bahn parallel zur vorhandenen im Gebiet des Homburger Stadtwaldes zu verwirklichen, kürzlich an der fehlenden Mehrheit im Stadtparlament gescheitert waren - auch hatten sich viele Homburger auf Unterschriftenlisten gegen diesen Eingriff ausgesprochen -, will der HGC nun seinen Platz so umstrukturieren, dass dieser am Ende Par-69 statt jetzt Par-66 hat. Das bedeutet, dass der Platz so groß ist, dass ein guter Spieler durchschnittlich 69 Schläge braucht, um den Platz zu meistern. Internationaler Standard ist Par-72.

Mitglieder informiert

Diese Woche hat der HGC-Vorstand seine 1200 Mitglieder darüber informiert, dass man im Herbst zudem mit der schon länger geplanten Erweiterung der Driving Range beginnen will. Eine Baugenehmigung für ein größeres Abschlaggebäude an selber Stelle liegt vor. "Dort werden auch an nassen Tagen mehr Spieler üben können", sagt Clubpräsident Dr. Ralf Klinge. Das Übungsfeld für lange Schläge bekommt auch einen höheren Zaun - denn nicht selten landet ein Ball auf der nahen Clubterrasse. Südlich der Driving Range endet das Gelände derzeit. Doch der Club hat mehrere Streuobstgrundstücke zur Straße Im Langenfeld hin von Privatleuten erworben. Dort möchte der HGC ein etwa 465 Quadratmeter großes Chipping Green einrichten - dieses Feld, das dem Üben kurzer Schläge dient, ist derzeit sehr klein.

Die Streuobstwiesen liegen laut Platzwart Jürgen Karcher innerhalb des geltenden Bebauungsplans für den Golfplatz. Um dort etwas verändern zu dürfen, braucht der Club aber eine Ausnahmeregelung. Mit dieser rechnet man; ein öffentlich-rechtlicher Vertrag der Stadt liege derzeit im Regierungspräsidium, das schon grundsätzlich zugestimmt habe. Nur ein Teil der Streuobstgrundstücke soll angefasst werden. "Und wir lassen auch nicht alle Bäume fällen", so Karcher. "Gesunde Solitäre" sollen stehenbleiben, und für jeden Baum sei man zu einer Ersatzhandlung auf dem Golfplatz verpflichtet. "Das Ökokonto muss hinterher auf Null stehen."

Machbarkeitsstudie kommt

Im Rathaus will man zu diesen kurzfristigen Plänen des Clubs nichts sagen, sondern verweist auf das geplante Zukunftskonzept. Mit einer Mehrheit aus CDU und FDP beschloss das Stadtparlament im April, mit Bürgern und Golfern ein Konzept für den Platz zu entwickeln. Basis soll eine Machbarkeitsstudie sein, erklärt Rathaussprecher Marc Kolbe. Damit werde die Stadt ein Fachplanungsbüro beauftragen. Das hatte OB Alexander Hetjes (CDU) Ende Mai bereits angekündigt. "Ziel ist die Erweiterung gemäß internationalem Standard innerhalb der bestehenden Grenzen" - also auf Par-72. Voraussetzung sei, dass der Stadtwald tabu bleibe. Mitte des Jahres sollen die Aufträge vergeben werden; mit den Ergebnissen der Studie wird Ende des Jahres gerechnet.

In dieses Zukunftskonzept sollen grundsätzlich alle Ideen und Wünsche einfließen, die Golfer oder Nichtgolfer für das Areal äußern. Beim Club glaubt man allerdings, dass eher künftige Generationen etwas von den Ideen haben werden. Sie wollen bald etwas verändern. "Deshalb haben wir den Wald abgehakt", so Karcher.

Kommentar von Anke Hillebrecht

Das Versprechen der Stadt, dass der Golfclub seinen Platz ausbauen darf, um konkurrenzfähig zu bleiben, stammt wohl schon aus früheren Zeiten. Doch wie, das wird die Homburger noch beschäftigen. Das Gelände ist von Bach, Chaussee, Stadtwald und Villen begrenzt. Durch politischen Druck hat der Club den Wunsch, in den Wald zu bauen, aufgegeben und will zumindest sein Übungsfeld verwirklichen. Doch auch da geht es nicht ohne Axt. Für die Grundstücke soll es eine Ausnahmeregelung geben. Wird sie kommen? Und sind diese Bäume weniger wert? Auf den ersten Blick sehen sie vitaler aus als der besagte Teil des von Dürre geplagten Waldes. Derzeit sind noch alle Fragen offen - auch jene, wie der Club mehr Wasser speichern kann. Im Trockenjahr 2018 hat auch der Golfplatz gelitten, und für die Greens hat man viel Wasser verbraucht. Dies ist eine der Fragen, die das Zukunftskonzept unbedingt erörtern sollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare