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Das Geheimnis des "Juniriss"

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Die Vogelschutzgruppe Grävenwiesbach führt den sogenannten "Juniriss" an Obstbäumen am Abzweig Hundstadt durch. © ROMAHN

Grävenwiesbach -Was ist eigentlich ein Juniriss? Der Obst- und Gartenbau-Experte weiß es: Es handelt sich um Nachsorge-Maßnahmen zur Optimierung des Obstbaumschnitts. Die Vogel- und Naturschutzgruppe Grävenwiesbach führte am Samstag den "Juniriss" auf einigen von ihnen in Pflege genommenen Obstbaumstandorten durch.

Sebastian Budig, Vorsitzender der Gruppe, hat es sich längst zur Aufgabe gemacht, bei den Arbeitseinsätzen der Gruppe nicht nur die Organisation zu übernehmen, sondern vor allem auch neue Mitglieder zu informieren. Am Samstagmorgen trafen sich sieben Mitglieder zunächst am Abzweig Hundstadt an der L 3063 zwischen Wilhelmsdorf und Laubacher Kreuz, wo die ersten Obstbäume den "Juniriss" erhielten.

Budig informierte vorab: Grundsätzlich erfolgt ein Juni-Schnitt bei Obstbäumen, um Ruhe, Licht und Gesundheit der Bäume zu fördern. An jenen Zweigen, die noch nicht verholzt, sondern die jung und frisch, gewachsen sind, wird der Schnitt vorgenommen. Man entfernt durch Schnitt ungünstig stehende, einjährige Triebe, die weder für den Ertrag noch für den Kronenaufbau benötigt werden. An der Schnittstelle kommt es in der Regel während der folgenden Monate zu einem schwachen Neuaustrieb, was letzten Endes zu einer Triebberuhigung führt. Den "Juniriss" bezeichnen Fachleute auch als Abart des Junischnittes mit den gleichen positiven Folgen. Hier werden krautige, einjährige, nicht benötigte Triebe am Ansatz ausgerissen, sodass der Neuaustrieb durch das automatische Mitausreißen eines kleinen Stücks Basisrinde unterbunden wird.

"Wir sparen Mehrarbeit im Frühjahr 2023", erläuterte Budig einen weiteren Zweck der Maßnahme. Denn durch das Abreißen der Junitriebe sollen keine sogenannten "Wassergeschosse" entstehen, die im nächsten Jahr wieder entfernt werden müssen.

In Handarbeit sorgten Verena und Jochen Böttger, Siegfried Gäble, Achim Thurn und Christian Weber für das Abreißen der überflüssigen Triebe. Budig versicherte noch einmal, dass beim gegen den Strich Reißen der Triebe keine Schäden entstehen, weil der im Saft stehende Baum sich selbst unmittelbar regeneriert. Nicht nur nachhaltige sondern effektive Obstbaumpflege habe elementare Bedeutung für die Grävenwiesbacher Naturschutzgruppe. Denn die Gruppe hat neben dem sogenannten Hundstädter Eck noch weitere Flächen in Pflegepatenschaft. So zog die Gruppe anschließend noch weiter zum Hundstädter Dreschplatz, wo weitere 15 Obstbäume auf ihren "Juniriss" warteten.

Übrigens: Beim letzten Monatstreffen vor der Sommerpause am Mittwoch, 6. Juli, wird Uta Wilkens die Wespenarten in Deutschland vorstellen, ehe als nächstes größeres Projekt die Errichtung eines "Sandariums" als Nisthilfe für Wildbienen auf dem Fahrplan der Vogelschutzgruppe steht. aro

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