Die Glocke auf dem alten Hundstädter Rathaus darf nicht mehr läuten, solange der Turm nicht saniert ist.
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Die Glocke auf dem alten Hundstädter Rathaus darf nicht mehr läuten, solange der Turm nicht saniert ist.

Hundstadts Turm vom Alten Rathaus hat Schieflage

Glockengeläut ist wegen Einsturzgefahr abgestellt

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Nach einem Wasserschaden hat das Gebälk des Türmchens schwer gelitten. Bürgermeister Roland Seel sucht nun angesichts der Haushaltslage günstige Sanierungs-Lösungen.

Hundstadt. Nachdem die vergangene Sitzung genau vor neun Monaten stattfand, war der Gesprächsbedarf der Ortsbeiratsmitglieder am Mittwoch im Dorfgemeinschaftshaus Hundstadt groß. Die Ortsbeiräte erfuhren, dass alle öffentlichen Veranstaltungen wegen Corona abgesagt sind.

Dennoch hat sich einiges im Dorf getan. Ortsvorsteherin Bärbel Lauth (FEG) berichtete vom Spielplatz, der neue Geräte bekommen hatte. Der Festplatz samt der Zufahrt sei mit einer Solar-Beleuchtung ausgestattet worden.

Und es seien Schwalbennester am Rathaus und am Feuerwehrgerätehaus sowie bei einigen Privathäusern installiert worden, eine Aktion der Vogel- und Naturschutzgruppe.

"Da können sich noch weitere Bürger anschließen", erklärte die Ortsvorsteherin. Und das gilt auch für die Bachpatenschaften entlang des Steinkertzbachs. Eine neue Aktion, bei der ein entsprechendes Konzept erarbeitet werden soll.

Schäden durch Wassereinbruch

Anders sieht es beim alten Rathaus aus. Da muss der Fachmann ran. Denn der Glockenturm steht schon leicht schief auf dem Dach. "Das Gebälk ist defekt, auf dem das Geläut installiert ist", berichtete Bürgermeister Roland Seel (CDU). Feuchtigkeit sei in das Holz eingedrungen, wodurch die Balken verwitterten. Durch die Schwingungen beim Läuten könnte es zu weiteren Schäden kommen, befürchtete der Bürgermeister. Das Ganze sei nicht mehr standfest.

Das ist auch der Grund, warum das Geläut vorerst abgestellt wurde. Problematisch und teuer werde die Reparatur wegen des Denkmalschutzes, gab Seel zu bedenken.

Eine Summe von rund 80 000 Euro nannte er als erste Schätzung und machte klar, dass bei der derzeitigen Finanzlage der Gemeinde eine "sozialere" Lösung gerne gesehen werde. Seel erinnerte an die Treppensanierung, die letztlich in Eigenleistung gestemmt wurde. Das sei zwar beim Glockenturm so nicht möglich. Aber vielleicht gebe es ja dennoch eine günstigere Lösung, hofft er jetzt auf einen örtlichen Schreiner, der sich das ansehen will.

Ebenfalls auf eine günstige und vor allem schnelle Lösung hoffen die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins. Sie warten immer noch darauf, einen noch von der Feuerwehr genutzten Raum übernehmen zu dürfen. Dort sollen alte Ausstellungstücke gezeigt werden.

Zeitlich eher unbegrenzt ist die Planung für den Friedhof, die wieder mal Thema im Ortsbeirat war. Roland Seel berichtete von neuen Bestattungsformen, denen sich die Gemeinde annehmen wolle. Dafür müsse man wissen, wie der Friedhof in rund 30 Jahren aussehen soll. Für Hundstadt und seinen am Hang angelegten Friedhof sind das auf alle Fälle behindertengerechtere Wege. Und zudem - wie auf allen Grävenwiesbacher Friedhöfen - das Angebot der halbanonymen Bestattung mit Bepflanzung und kleinen Stelen für die Namenstafeln.

Kritik an Schnellfahrern

"Wenn wir wissen, wie das alles genau aussehen soll, stellen wir die Mittel dafür in den neuen Haushalt für 2021/2022 ein", sagte Seel. Die drei anwesenden Bürgerinnen konnten sich jedoch mit dem Konzept des Friedhofes als Begegnungsstätte noch nicht so ganz anfreunden. Vielmehr machen ihnen die Begegnungen im Ort viel mehr Sorgen.

Gemeint sind die viel zu schnell fahrenden Autos. Daher machten sie auf die Verkehrssituation im Ort aufmerksam. Dass 40zig-Tonner vermehrt durch den Ort fahren, könne nicht geändert werden, erklärte der Bürgermeister. Die erhöhte Geschwindigkeit aller Autofahrer aber schon. Die Bürgerinnen baten um eine Ausdehnung der Tempo 30-Zone und um das Aufstellen eines Geschwindigkeitsanzeigers. Monika Schwarz-Cromm

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