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Der Hochbehälter wurde am 7. August von einem Milchwagen mit Wasser befüllt. Nach dem Ausfall einer Wasserpump- und Aufbereitungsstation waren rund 2000 Personen in Grävenwiesbach an diesem Dienstag fast ohne Wasser.

Wassernotstand

Grävenwiesbach: Trinkwasser-Lage weiter angespannt

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Es kann keine Rede davon sein, dass sich die Trinkwasser-Lage in der Gemeinde entspannt hat. So lange die Pumpen der Wasseraufbereitung noch repariert werden, muss via Leitung der Hochbehälter in der Hasselborner Straße „künstlich“ befüllt werden. Für Bürger gilt weiter: Verbrauch senken.

Derzeit ist der Tiefbrunnen am Sportplatz Grävenwiesbachs letzte Rettung. Denn von dort wird das benötigte Trinkwasser in den Hochbehälter gepumpt, um die Versorgung der Bürger sicherzustellen – knapp, aber es reicht gerade so. Deshalb bleibt der Wassernotstand auf jeden Fall bis Anfang September bestehen. Bürgermeister-Vertreter Heinz Radu (FWG) wies gestern darauf hin, dass es dringend angeraten sei, den Verbrauch im persönlichen Bereich auf das Notwendigste zu reduzieren.

Dass es in der Gemeinde überhaupt zu einem solchen Wassereinbruch kam, das ist zu einem großen Teil auch den privaten Zisternen zu verdanken, die umweltbewusste Bürger in ihren Grundstücken eingebaut haben. Mit ihnen versorgen viele Haushalte WC oder Waschmaschinen. Doch nach der Trockenheit mussten die leer gefallenen Zisternen wieder aufgefüllt werden – mit Trinkwasser. Was am Ende dazu führte, dass in der Anlage durch die Überlastung die Pumpen ihren Geist aufgaben. „Wenn wir einen richtigen Regen bekommen, dann ist das zwar nicht genug für die Natur, aber die Zisternen füllen sich wieder. Dann könnte sich die Lage entspannen“, hofft Radu.

Noch immer muss also der Hochbehälter aus dem Tiefbrunnen gespeist werden. Der allerdings hat durch die lange Trockenheit ebenfalls gelitten. Es müsste viele Tage regnen, bis das kostbare Nass dort ankommt. Gerade der Grundwasserpegel, so eine Faustformel, bekommt das Wasser vom Himmel erst nach etwa 20 Tagen ab.

Damit besteht eigentlich das Problem nur für die Kerngemeinde, doch das Wassersparen gilt auch für die Ortsteile. Selbst, wenn dort die Behälter noch voll sind. „Sollte es wieder so weit kommen, dass wir den Grävenwiesbach Hochbehälter durch Tankwagen nachfüllen müssen, dann brauchen wir das Wasser aus den Ortsteilen. Nur so kann eine Versorgung sichergestellt werden“, sagte Radu.

Immerhin: Das Abkochgebot in Grävenwiesbach kann nach einer Beprobung und nach Vorlage eines negativen Untersuchungsergebnisses wieder aufgehoben werden.

Inzwischen schauen die Wassermeister genauer hin, wenn sie bei Wasseruhren Probleme sehen. Sie erkennen durch die digitale Übermittlung schnell, wenn irgendwo eine Wasseruhr 24 Stunden läuft. Nur dann setzt sich eine bürokratische Maschine in Bewegung, denn bekannt ist nur die Zählernummer – Datenschutz lässt grüßen. Erst nach großem Aufwand kann der entsprechende Haushalt ermittelt und informiert werden – wie kürzlich, als eine Klospülung defekt war und das Trinkwasser munter durchs Klo rauschte.

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