Wegen Lieferengpässen für den Biontech-Impfstoff in Hessen, kann die zweite in Grävenwiesbach nicht wie geplant stattfinden.
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Wegen Lieferengpässen für den Biontech-Impfstoff in Hessen, kann die zweite in Grävenwiesbach nicht wie geplant stattfinden.

Grävenwiesbach

Impfung in Grävenwiesbach abgesagt

Begründung: Der Impfstoff fehlt - 180 Senioren über 80 Jahre müssen weiter auf die Nachimpfung warten

Usinger Land -Der für den heutigen Dienstag geplante zweite Impftermin in Grävenwiesbach findet nicht statt. Das hat das Impfzentrum des Hochtaunuskreises gestern Mittag der Gemeinde mitgeteilt. Die 180 betroffenen Senioren, die einen Impftermin hatten, sollten telefonisch vom Gesundheitsamt darüber informiert werden, dass der Termin kurzfristig ausfällt. Die Begründung: Es gibt nicht genug Biontech-Impfstoff. Grävenwiesbachs Bürgermeister Roland Seel (CDU) wurde gestern vom Impfzentrum darüber informiert, dass das Land Hessen keinen Biontech-Impfstoff habe auftreiben können, so Seel auf Anfrage. "Das ist natürlich blöd und schade für die Betroffenen, aber ich will dem Kreis keinen Vorwurf machen." Diese kurzfristige Absage zeige vielmehr, wie schwierig sich die Impfstoffbeschaffung insgesamt gestalte.

Voraussichtlich zwei Wochen später als zunächst geplant, am Dienstag, 30. März, soll die Nachimpfung stattfinden, teilte das Impfzentrum mit.

Am heutigen Dienstag, 16. März, ist die erste Impfung der Senioren über 80 Jahren in Grävenwiesbach genau drei Wochen her. In einem Turnus von zwei bis drei Wochen nach der ersten Impfung sollte eigentlich die Zweitimpfung stattfinden. Gleiches gilt für die anderen fünf Usinger-Land-Kommunen. Im Zeitraum vom 23. Februar (Grävenwiesbach) bis zum 13. März (Schmitten) haben in allen sechs Kommunen die ersten lokalen Impfungen in Bürgerhäusern beziehungsweise großen Hallen vor Ort stattgefunden.

Altenclub-Bus bleibt in der Garage

Es gab jeweils viel Lob für das geschaffene lokale Impfangebot für die Geschäftsführerin der Hochtaunus-Kliniken, Dr. Julia Hefty. Mitarbeiter der Hochtaunus-Kliniken bilden auch das Personal der lokalen Impfteams, die in die Ortschaften fahren. Die Geschäftsführerin bestätigte, dass der Grund für die Absage der fehlende Impfstoff sei. Doch auf die Frage, warum die zweite Impfdosis nicht einbehalten wurde, antwortete die Geschäftsführerin gestern nicht. Auch nicht auf die, ob dieser Lieferengpass auch Auswirkungen auf die in den nächsten Wochen folgenden Nachimpfungen in den anderen Kommunen habe (als nächstes sind in der Reihenfolge die Usinger an der Reihe).

Von der heutigen Absage sind immerhin 180 ältere Grävenwiesbacher Bürger betroffen, inklusive ihrer Angehörigen oder anderer Helfer, die sie zum Impftermin in der Lehmkauthalle begleitet hätten. Vier dieser 180 Personen wollte FWG-Vorsitzender Heinz Radu zum lokalen Impftermin mit dem Bus des Altenclubs fahren. "Beim ersten Termin waren drei Leute dabei, für den zweiten Termin hat sich noch kurzfristig eine Frau gemeldet."

Er selbst habe von der Absage von einer der Seniorinnen erfahren, die er heute eigentlich mit dem Bus zur Lehmkauthalle gefahren und wieder abgeholt hätte. Die Dame habe angerufen, nachdem sie selbst vom Gesundheitsamt des Kreises angerufen worden sei, sagt Radu. Er möchte das ebenso wenig wie der Bürgermeister beurteilen - es sei nur der Fahrer. Dennoch sagt auch Radu: "Es hieß, dass alle Geimpften sicher die zweite Impfung bekommen." Nina Fachinger

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