Weithin sichtbar ragen die Windräder über den Wald. Noch im Mai soll der erste Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Foto: Privat
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Weithin sichtbar ragen die Windräder über den Wald. Noch im Mai soll der erste Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Foto: Privat

Grävenwiesbach: Windpark geht ans Netz

Nach dem Probelauf der Grävenwiesbacher Windräder an der Siegfriedeiche steht nur die Abnahme noch an.

  • vonAndreas Burger
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Noch im Mai soll nach nur eine knappen einjährigen Bauzeit der neue Windpark in Grävenwiesbach mit seinen sechs Rädern ans öffentliche Stromnetz gehen. Der Rückbau der großen Freifläche ist fast abgeschlossen.

Es ist unübersehbar: Der Windpark Siegfriedeiche nähert sich dem Moment, an dem die Investoren den grünen Knopf drücken und der erste Strom ins Netz fließt. Denn die Hardware ist fertig, an der Software sind die Fachleute in den letzten Zügen.

Sprecherin Silvia Augustin vom Projektentwickler Windwärts betonte, dass die Inbetriebnahme von fünf der sechs Windenergieanlagen im Windpark Siegfriedeiche in Kürze erfolgt. "Die Inbetriebnahme der sechsten Windenergieanlage ist abhängig von den Windverhältnissen für die kommenden Tage vorgesehen".

Zurzeit laufe der Probebetrieb der fünf bereits in Betrieb genommenen Anlagen, der Probebetrieb der sechsten Anlage starte kurz nach der Inbetriebnahme der fünf anderen. "Nach erfolgreichem Abschluss des Probebetriebs finden noch gutachterliche und behördliche Begehungen statt, anschließend erfolgt die Abnahme", sagte sie. Die Rotoren werden sich aber nicht dauerhaft drehen, denn "bereits seit Inbetriebnahme unterliegen alle Windenergieanlagen den genehmigungsrechtlichen Auflagen, gemäß derer die Anlagen in Abhängigkeit von Tageszeit, Windverhältnissen und Temperatur phasenweise zum Schutz heimischer Tierarten wie Fledermäusen und dem Wespenbussard vorsorglich abzuschalten sind", betonte Augustin.

Der produzierte Strom wird über eine neu errichte Übergabestation neben dem vorhandenen Umspannwerk der Syna in Laubach in das Übertragungsnetz eingespeist. Auf der Baustelle erfolgt zurzeit zudem der Rückbau der temporär genutzten Flächen - also etwa der Aufstellflächen des Krans und der - wenn später nicht mehr benötigt - breiten Zufahrten. Die Rückbauarbeiten dürften Mitte Mai fertig sein.

Die Projektentwicklung für den Windpark Siegfriedeiche lag in den Händen der Windwärts Energie GmbH. Der jetzige Eigentümer und spätere Betreiber des Windparks Siegfriedeiche ist allerdings der Mutterkonzern MVV Energie. Die derzeitige Realisierung des Projektes erfolgt durch Windwärts. "Unterstützung erhalten wir dabei aufgrund der räumlichen Nähe von unserem Schwesterunternehmen Juwi aus Wörrstadt", betonte die Sprecherin weiter.

Bei der prognostizierten Windgeschwindigkeit von etwa 6,4 Meter pro Sekunde in Nabenhöhe kann mit einer Stromproduktion von etwa 40 Millionen Kilowattstunden pro Jahr (inklusive Sicherheitsabschlag, technischer Verluste, Abschaltung für Fledermäuse) gerechnet werden. Zur Ermittlung der tatsächlichen Windgeschwindigkeit nutzt Windwärts nicht nur zugängliches Kartenmaterial, sondern zieht auch die Messergebnisse des im Oktober 2013 im nahe gelegenen Weilmünster für ein Jahr errichteten und mittlerweile wieder abgebauten Windmessmasts heran. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch in Deutschland von etwas mehr als 3000 Kilowattstunden würde somit rechnerisch der Strombedarf von über 13 000 Privathaushalten gedeckt. bur

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