Der Hochbehälter Bahn ist viel zu klein, ergibt die in Auftrag gegebene Wasserstudie von Grävenwiesbach. Wird ein größerer Hochbehälter gebaut, müsste der alte stillgelegt werden.
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Der Hochbehälter Bahn ist viel zu klein, ergibt die in Auftrag gegebene Wasserstudie von Grävenwiesbach. Wird ein größerer Hochbehälter gebaut, müsste der alte stillgelegt werden.

Grävenwiesbach muss fürs Trinkwasser investieren

Neuordnung der Versorgung von Bürger und Feuerwehr nötig

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Aktuelle Studie zeigt Lücken und Probleme auf, schlägt aber auch Lösungen vor

Die vergangenen zwei Jahre mit den Problemen der Wasserknappheit haben verdeutlicht, wie wichtig die Neu-Organisation der Wasserversorgung für die Großgemeinde ist. Wasser, egal ob als Brauchwasser, also auch das Trinkwasser und ebenso als Löschwasser, muss von der Gemeinde für die Bürger ausreichend bereitgestellt werden.

Also beauftragte der Gemeindevorstand eine Fachfirma, die derzeit dabei ist, eine Wasserstudie für Grävenwiesbach und seine Ortsteile zu erstellen. Die Ergebnisse für die Kerngemeinde sowie für den Ortsteil Heinzenberg liegen vor und wurden am Mittwoch per Videokonferenz vom Mitarbeiter der Fachfirma Jens Gelzenleuchter am Bildschirm vorgestellt.

80 Prozent eigenes Wasser

Die Trinkwasserversorgung von Grävenwiesbach stammt zu 80 Prozent aus eigenen Gewinnungsanlagen. Nur 20 Prozent werden als Fremdwasser beigesteuert. Wichtig dabei ist, dass der Druck in den Leitungen an jeder Entnahmestelle mindestens ein Bar beträgt, erklärte der Fachmann.

Die 3000 Einwohner der Kerngemeinde Grävenwiesbach werden betreffs Trinkwasser in eine Hoch- und in eine Tiefzone eingeordnet. Erstere besteht aus dem nördlichen und südlichen Ortskern und wird vom Hochbehälter Hasselborner Straße mit 600 Kubikmetern Volumen versorgt.

Der alte Ortskern zählt zur Tiefzone, für die der Hochbehälter Bahn mit 200 Kubikmetern Volumen zuständig ist. Zusätzliche Löschwasserspeicher sind außerdem vorhanden. Jens Gelzenleuchter rechnete vor, dass 192 Kubikmeter pro Stunde für zwei Stunden, also 384 Kubikmeter insgesamt, an Löschwasser bevorratet werden müssten. Das Trinkwasservolumen sei eigentlich passend - mit Ausnahme der Bereiche Am Tunnel, Untere Mühle und Jugendherberge. Beim Löschwasser sei aber im Hochbehälter Hasselborner Straße ein Defizit von 111 Kubikmetern und im Hochbehälter Bahn ein Defizit von 315 Kubikmetern errechnet worden.

Neuer Hochbehälter wird nötig

"Werden neue Baugebiet mit eingerechnet, wird das Defizit noch höher", berichtete Jens Gelzenleuchter. Er schlug vor, die Zonentrennungen anzupassen und die Hochzone zulasten der Tiefzone zu reduzieren sowie das neue Seniorenwohnheim der Tiefzone zuzuschlagen. Der Hochbehälter Bahn solle vergrößert werden, um danach ein Volumen von 900 Kubikmeter fassen zu können.

Beim Hochbehälter Hasselborner Straße solle das Brauchwasser zulasten des Löschwasservolumens verändert werden. Mit dem Bau eines neuen Hochbehälters südlich des Bahnhofs lägen die Kosten dann bei drei bis vier Millionen Euro.

Bürgermeister Roland Seel (CDU) favorisiert den Bau eines neuen Hochbehälters, an den dann das Neubaugebiet in Hundstadt angeschlossen werden könne. Der bisherige Hochbehälter Bahn würde dann stillgelegt, sagte er in der Videokonferenz. Monika Schwarz-Cromm

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