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Reise in die Vergangenheit

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Sabrina Butz (links) und Katja Hammel suchen mit viel Spaß in der Foto-Kiste und im Kindergarten-Tagebuch nach Erinnerungen an 50 Jahre Kindergarten in Grävenwiesbach. FOTO: ROMAHN © Andreas Romahn

Grävenwiesbach (aro). Am Dienstagmorgen stöbern Sabrina Butz und Katja Hammel in einer großen Foto-Kiste. Die Leiterin der Kindertagesstätte »Villa Kunterbunt« und ihre Stellvertreterin Katja Hammel suchen und sortieren Bilder aus der 50-jährigen Geschichte des Kindergartens. Denn vom 20. Juni bis 1. Juli veranstaltet die Kita eine Projektwoche »Wie war der Kindergarten 1972?

« Die Ergebnisse werden beim Gemeindejubiläum am Samstag, 2. Juli, auf dem Wuenheimer Platz präsentiert.

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und werden in den Kindergartenalltag eingegliedert. »Es gibt viele zeitlose Spiele, die es damals gab und heute noch aktuell sind, mit denen wir uns beschäftigen.« Butz erinnerte an »Ochs am Berg«, »Hickelhäuschen«, »Gummi-Twist«. »Memory« oder »Mensch ärgere Dich nicht«.

Die beiden Erzieherinnen registrieren viele Emotionen der Mitarbeiterinnen beim Erforschen der alten Bilder. Denn einige von ihnen arbeiten bereits so lange in der Einrichtung, dass sie die Eltern des aktuellen Kita-Jahrgangs bereits in der »Villa Kunterbunt« betreut haben. In 50 Jahren Kindergarten Grävenwiesbach gibt es einige Familien, von denen drei aufeinanderfolgende Generationen in dem Gebäude in der Gartenstraße 22 ihre frühe Kindheit erlebten.

Wer noch alte Fotos hat, insbesondere Gruppenbilder der ersten Jahre, darf diese gerne zur Verfügung stellen, um die Dokumentation zur Projektwoche zu bereichern. Interessenten und Unterstützer dürfen Bilder gerne persönlich abgeben und erhalten sie nach Vervielfältigung zurück oder schicken sie an Graevenwiesbach@vzf-taunus.de.

Theaterstück und Ausflug

Zur Projektwoche gehört auch ein Ausflug in den Hessenpark am 22. Juni mit Führung durch die Puppe »Emmeline«, die den Kindern »früher und heute« erklärt. Die Kinder erfahren in der Projektwoche, was es früher noch nicht gab. »Heute arbeiten hier nur Fachkräfte, herrscht ein ganz anderer Umgang mit den Medien als 1972. Die Arbeit geht weit über das Betreuungsangebot hinaus und bietet ein perfekt durchorganisiertes Dienstleistungsangebot«, erläuterte Butz beispielhaft. In Zeiten einer ganz anderen Arbeitswelt und Familienstrukturen hat die Kita für Eltern existenzielle Bedeutung gewonnen und erweckt ganz andere Erwartungshaltungen. Hierzu gehört auch eine verbindliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Grundschule.

In der Grävenwiesbacher Kita wird zum Jubiläum auch 20 Jahre Schwerpunkt Naturpädagogik gefeiert. »Naturpädagogik gehörte 1972 automatisch dazu«, sagt Butz. Der Waldkindergarten habe das Bewusstsein für die Natur wieder zurückgebracht. Die Jubiläums-Reise in die Vergangenheit hält Hammel für aufschlussreich.: »Heute wird alles benannt und nach Eignung bewertet, während früher bei der Arbeit mit den Kindern viel mehr aus dem Bauch entschieden wurde.«

Den Abschluss bildet ein Theaterstück: Das Ein-Mann-Musik-Theater zeigt »Der Sängerwettstreit der Tiere.«

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