Gemeindevertretersitzung

Rettung für die Mauer am Wuenheimer Platz naht

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Kaum startete die Gemeindevertretersitzung am Dienstag, musste sie auch schon unterbrochen werden. Die Grünen verlangten eine Entscheidung, die aber internen Klärungsbedarf mit sich brachte.

Damit hatte wohl kaum einer der Gemeindevertreter gerechnet. Die Stützmauer am Wuenheimer Platz erschien wohl auch Parlamentschef Winfried Book (CDU) nicht so diskussionswürdig, dass er sie in den Bereich Mitteilungen stellte und somit von vornherein eine Diskussion außen vorließ. Von einer Beschlussfassung ganz zu schweigen.

Doch genau das verlangten die Grünen. Sybille Haas stellte die Sinnhaftigkeit infrage, den Wuenheimer Platz vor der Entscheidung zum Bürgerhaus anzugehen. Beides hänge zusammen. Hintergrund: Die Stützmauer am Platz muss eigentlich dringend saniert werden. Aber beim Bürgerhaus steht noch lange nicht fest, was passiert. Ein Abriss ist verboten wegen Denkmalschutz, eine Renovierung wird richtig teuer.

Deshalb entschied der Gemeindevorstand bereits die Verschiebung der entsprechenden Finanzmittel. Das Bürgerhaus sollte herausgenommen werden aus dem Maßnahmenkatalog der Dorferneuerung und stattdessen die beiden baufälligen Stützmauern des Wuenheimer Platzes rein genommen. Die Begründung lautete: Zeitliche Probleme und neue Erkenntnisse. Denn es habe bezüglich des Bürgerhauses noch keine Grundsatzentscheidung gegeben.

Das sollte wohlgemerkt nur mitgeteilt werden. Doch da kamen die Grünen ins Spiel, für die sich viele Fragen auftaten. Sybille Haas fragte, was eigentlich in dem geologischen Gutachten stehe, das vor rund 20 Jahren erstellt worden war.

„Welche Erkenntnisse hat das unbekannte Ingenieurbüro im Januar gewonnen“, fragte sie weiter. Welchen Sinn mache die Neugestaltung des Platzes einschließlich Mauersanierung, wenn über die Zukunft des Bürgerhauses noch gar nichts entschieden sei? „Gibt es Auswirkungen dadurch auf die noch offenen Vorhaben? Fallen dann vorgesehen Maßnahmen weg?“: Sybille Haas forderte daher den Beschluss, die Gemeindevertretung müsse umfassend vor einer Umsetzung informiert werden.

Einen Beschluss fassen? Winfried Book glaubte nicht richtig gehört zu haben. Es handele sich um eine Mitteilung. Die Grünen könnten lediglich eine Anfrage stellen, sagte er. Genau wie die UB, deren Mitglied Karin Klimt zudem eine zeitnahe Aufstellung des aktuellen Standes der Maßnahmen mit den dazugehörenden Beträgen forderte. Christian Tramnitz (Grüne) machte klar, dass jeder Tagesordnungspunkt laut Geschäftsordnung Anträge während der Sitzung zulasse. Was jetzt tun?

Die Rettung kam von der FWG. „Wir müssten darüber wenigstens kurz beraten können“, schlug Kurt Solz (FWG) vor. Und so kam es zur Sitzungsunterbrechung. Bürgermeister Roland Seel (CDU) machte danach deutlich klar, dass der Wuenheimer Platz nicht bearbeitet werde, bevor das Konzept für die Sanierung des Bürgerhauses stehe. Es gehe lediglich um die Standsicherheit der Mauer. Seel bat Klimt und Haas daher, beide Einwände als Anfragen zu stellen und versprach ausführliche Antworten.

Sybille Haas und Karin Klimt stimmten zu. Bei den Grünen hatte es sich wohl um ein Missverständnis gehandelt. Als klar war, dass es keine Planungen zur Umgestaltung des Platzes gebe, solange keine Entscheidungen um das Bürgerhaus gefallen seien, war die Welt wieder in Ordnung. Beide waren einverstanden, einfache Anfragen zu stellen. Die Sitzung ging weiter.

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