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Seit einem Jahr keine Infektion

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Wie an der Schnur aufgereiht warten die Kinder in der Mensa vor der Essensausgabe.
Wie an der Schnur aufgereiht warten die Kinder in der Mensa vor der Essensausgabe. © aro

Schulkinder in der Grundschule in Grävenwiesbach haben Hygienekonzept verinnerlicht. In der Mensa wird weder getobt noch gedrängelt.

Grävenwiesbach -12.20 Uhr in der Grundschule Grävenwiesbach. Schule aus - wir gehen nach Haus? Nein. Weit gefehlt. In der Schule am Mönchweg gehen sieben Erst- und Zweitklässler im Gänsemarsch mit einem Meter Abstand in die Mensa. Sie stellen sich mit großem Abstand an der Küchentheke an, um ihr Mittagessen in Empfang zu nehmen. Alltag an der Wiesbachschule inmitten der Corona-Pandemie, wenn nach dem regulären Unterricht Mittagessen, Nachmittagsbetreuung, Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften sonst eigentlich für reges Treiben im 50 Jahre alten Schulhaus sorgen.

Nudeln mit Tomatensoße, Gulasch mit Salzkartoffeln und Rotkohl oder als vegetarisches Gericht Kartoffelplätzchen stehen an diesem Tag zur Auswahl und werden nach Vorbestellung von den Mitarbeitern der Küche ausgegeben. Völlig unaufgeregt nehmen die Wiesbachschüler ihr Essen in Empfang. Kein Toben, kein Drängeln, kein Stimmengewirr. Im 30-Minuten-Takt kommen weitere Gruppen, mit Abstand aufgereiht wie am Schnürchen zum Mittagstisch.

"Die Kinder wissen genau Bescheid, und im Großen und Ganzen sortiert sich das von ganz alleine." Jens Kremer, UBUS-Fachkraft an der Wiesbachschule, vertritt heute die Leiterin des Förderunterrichts und begleitet das Mittagessen zusammen mit dem Team Nachmittagsbetreuung. Seit Beginn der Corona-Pandemie kommen die Schüler in den Genuss, bei den Getränken und beim Nachtisch von den Erwachsenen am Tisch bedient zu werden, damit es kein Gedränge gibt. Das Abwischen der Tische nach der Mahlzeit übernehmen die Kinder nach wie vor selbst. Gute Laune, verhaltene Gespräche in normaler Geräuschkulisse und eine große Ordnung prägen in der Pandemie das Bild.

60 Mädchen und Jungen in der Nachmittagsbetreuung

Trotz äußerlich klarer Trennung ist aber ein Miteinander in der Pandemie spürbar, weil sich alle gemeinsam an die Regeln halten. "Die Kinder halten sich hervorragend an unser Hygienekonzept. Dank toller Kommunikation und Kooperation mit den Eltern, die die Kinder frühzeitig vorsorglich zu Hause lassen, gab es seit einem Jahr nur Verdachtsfälle, aber keine Infektionen in der Schule." Schulleiter Jan Drumla ist erleichtert und sieht in guter Kommunikation einen Grund für den Pandemie-Erfolg: "Die Kinder nehmen die Lage als selbstverständlich an."

Rund 60 Mädchen und Jungen nehmen derzeit die Nachmittagsbetreuung in Anspruch. Das sind ein Drittel weniger als vor der Pandemie. Leiterin Gitta Wehner-Naumann sieht aber auch einen klaren Trend zu den alten Belegungszahlen. 27 Neuanmeldungen für 2022/2023 bei den Erstklässlern drücken Rückkehr zur Normalität aus.

Die Nachmittagsbetreuung findet grundsätzlich nach den gleichen Regeln wie der Unterricht statt. Es gibt jedoch feste Hausaufgabengruppen, deren Einteilung nach Jahrgängen getrennt ist, und es gilt dauerhafte Maskenpflicht. "Das Maske tragen ist ganz normal und selbstverständlich geworden. Die Kinder verhalten sich ziemlich selbstständig und haben keine Probleme damit. Darunter leiden sie nicht." Im Gegenteil, bemerkt Wehner-Naumann, komme es doch vor, dass die Erwachsenen bei eigenem Vergessen damit rechnen müssten, von einem Kind an die Maske erinnert zu werden.

Sie betont allerdings die Notwendigkeit, dass die Kinder sich vor Beginn der Hausaufgaben draußen noch einmal austoben können, ohne Maske. "Das war auch vor der Pandemie ganz wichtig." Im Bewegungsraum gibt es darüber hinaus bei offenem Fenster auch Maskenpausen.

Die Kinderbetreuung im Taunus (KIT) sucht an der Wiesbachschule und an anderen Standorten für die Betreuung übrigens neue Mitarbeiter. "Es ist ein sicheres Arbeiten mit einem guten Gefühl." Gitta Wehner-Naumann macht trotz der Pandemie gerne Werbung für ihre Arbeit und verteilt dabei gerne ein dickes Kompliment an ihre Schüler. VON ANDREAS ROMAHN

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