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Gras oder Kunstrasen, das ist die Frage

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Von: Alexander Schneider

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Der Trainingsplatz des 1. FC 09 Oberstedten muss dringend saniert werden. Es stehen auch Mittel im Haushalt dafür bereit. Die reichen aber nicht für einen Kunstrasenplatz aus, den sich die Fußballer wünschen. Sie hoffen jetzt auf Schützenhilfe von Eintracht Frankfurt.

Das Hin und Her um die richtigen Grashalme geht weiter. Unstrittig hierbei ist, dass der Trainingsplatz des 1. FC 09 Oberstedten saniert werden muss. In welcher Form ist aber noch nicht geklärt. Denn es kam im Fußballverein die Idee auf, vielleicht doch besser auf Kunstgras zu wechseln, um die Bespielbarkeit des Geläufs zu verlängern.

200 000 Euro stehen im ohnehin arg gebeutelten städtischen Haushalt für die Sanierung des Trainingsplatzes, der im Wald liegt, bereit. Ob dieser Betrag reicht, steht dahin. Für den Kunstrasenbelag, das ist sicher, reicht er jedoch bestimmt nicht, auch wenn es in Oberstedten nur um ein Feld 70 mal 80 Meter geht. Hier spricht man längst von 400 000, vielleicht sogar 500 000 Euro.

Allerdings will der 1. FC 09 Oberstedten 100 000 Euro aus eigener Kasse beisteuern, Sponsoren werden auch schon gesucht, Vorsitzender Hartmut Dittmar sprach am Dienstag im Ortsbeirat Oberstedten von der Möglichkeit eines Benefizspiels gegen die Frankfurter Eintracht.

Zuvor hatte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) von einem Expertengespräch berichtet, nach dem die Zeiger der Waage eher in Richtung Naturgras ausgeschlagen hätten. Kunstrasen im Wald sei wegen des herabfallenden Laubs problematisch. Das setze sich in den Halmen fest und mache sehr intensive Reinigungsarbeiten nötig, die das Material aber stark belasteten und die Lebensdauer des Kunstrasens verkürzten. Auch hat Brum wohl persönliche Probleme mit einem Kunstrasen an dieser Stelle: Mitten in der Natur ein künstlicher Rasen – „ein Paradoxon“.

Auch beim 1. FC 09 standen die Zeichen schon auf Sanierung. Dann aber, berichtete Dittmar, seien zwei Herren auf den Platz gekommen. Wie sich bald herausgestellt habe, gehörten sie zu dem Unternehmen, das gerade in Stierstadt den neuen Kunstrasenplatz baute. Die Herren hätten zwar die Bedenken wegen des Laubes geteilt, aber eben auch erklärt, dass dieses Manko nur auf Kunstrasen mit geraden Halmen, zwischen die das organische Material rutschen kann, beschränkt sei. Nehme man dagegen Halme mit „Krausköpfchen“, habe man das Problem nicht.

Hilferuf des Clubs

Im Ortsbeirat herrschte Einigkeit, dass in die noch nicht abgeschlossenen Überlegungen die neue Information über die Form der Halme mit einfließen sollte. Auch Bürgermeister Brum, der von einem „Hilferuf des Vereins“ sprach, sah das nicht anders, warnte aber erneut davor, die Kosten für einen Kunstrasen zu unterschätzen. In Stierstadt habe man auch mit nur 550 000 Euro gerechnet und nun laufe es auf 670 000 Euro hinaus. Wenn trotzdem an dem Projekt Kunstrasen festgehalten werden solle, müsse der Verein aber wissen, „dass das dann 2016 bei unserer Haushaltssituation wohl nichts mehr wird“.

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