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Das 1907 erbaute Grand Hotel wurde kurz nach Kriegsbeginn 1914 in Königsteiner Hof umbenannt. Heute residiert dort die KVB-Klinik. Fotos: Weinig

Königsteiner Geschichte

Herzensangelegenheiten aus 600 Jahren

Momentaufnahmen der Königsteiner Geschichte dicht an dicht: Mit ihrer letzten historischen Ausstellung im Rathaus präsen-tiert die scheidende Stadtarchi-varin Beate Großmann-Hofmann das, was ihr aus 600 Jahren Historie besonders am Herzen liegt.

Wer in die ereignisreiche Geschichte Königsteins von der Zeit der Minnesänger und der katholischen Ordensgemeinschaft der Kugelherren im 15. Jahrhundert bis heute eintauchen möchte, hat dazu derzeit im Rathaus Gelegenheit: Mit ihrer Ausstellung „Königsteiner Geschichte(n): Epochen, Ereignisse, Personen“ stellt die scheidende Stadtarchivarin und Leiterin des Fachdienstes Kultur, Beate Groß-mann-Hofmann, noch einmal we-sentliche Ereignisse für die Taunusstadt zusammen, beleuchtet bedeutende Einrichtungen und Bauwerke und erinnert an herausragende Persönlichkeiten und Gäste.

Die Schautafeln sind ein Extrakt ihrer Vorträge und Ausstellungen aus 30 Jahren im Dienste der Königsteiner Lokalhistorie, wobei es „oftmals gar nicht so einfach war, aus ursprünglich zum Beispiel 18 Tafeln eine einzige zu machen“, wie sich die Historikerin anlässlich der Vernissage erinnert.

Die Themen hat Beate Großmann-Hofmann sorgfältig ausgewählt und auch die Anzahl der Tafeln, mit denen sie diese präsentiert. So haben die Ehrenbürger ebenso drei Schautafeln erhalten wie die Zeit der Kurmainzer, „weil das einfach eine ganz wichtige Zeit war damals, mit dem Dreißigjährigen Krieg, der Zerstörung der Stadt und schließlich der Festung.“ Hin-gen zur Ausstellungseröffnung noch 23 Tafeln in den Fluren des Rathauses, soll in Kürze eine weitere hinzukommen: „Die Zahl 23 gefällt mir einfach nicht!“ Als zusätzliches Thema hat sich die Stadtarchivarin „Königstein in den 50ern“ vorgenommen.

Aussagekräftige Bilder

Der großen Leistung von Beate Großmann-Hofmann erwiesen rund 40 Gäste bei ihrer letzten Vernissage mit langanhaltendem Applaus Respekt. Neben Bürgermeister Leonhard Helm (CDU), zahlreichen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann und Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer war auch Altbürgermeister Antonius Weber erschienen, der Großmann-Hofmann seinerzeit als Stadtarchivarin angestellt hatte. Aus Sicht des amtierenden Bürgermeisters hat die Rathausmitarbeiterin, die am 31. Januar 2019 ihren letzten Arbeitstag haben wird, „viele Spuren hinterlassen“. Nicht zuletzt hätten die historischen Ausstellungen im Rathaus stets die meisten Besucher angelockt.

So könnte es auch diesmal wieder werden, denn die ausgestellten Schautafeln begeistern die Betrachter mit aussagekräftigen Bildern, die förmlich in die kurzen Texte hineinziehen. Wie und in welcher Reihenfolge, ob als Ganzes oder „in Kapiteln“ die Ausstellung besichtigt wird, überlässt Großmann-Hofmann jedem einzelnen. Als Einstieg hat sie „Vergnügungen im alten Königstein“ gewählt und präsentiert im Vorflur neben prächtigen Veranstaltungsorten wie dem „Hotel Pfaff“ in den alten Kapuzinerklostermauern oder dem „Hotel Procasky“ Wintervergnügen im Park des „Grand Hotel“ (später „Königsteiner Hof“, heute KVB-Klink) oder die „Wintergaudi“ des Schlittschuhclubs Merkur. Ganz bewusst hat sie drei der Themen im Sitzungssaal des Magistrats an die Wände gebracht: Die Trilogie der Ehrenbürger seit Sigismund Kohnspeyer 1866, die bedeutsame Geschichte der Villa Rothschild und das Leben und Wirken des Medizinalrats Dr. Pingler, den Großmann-Hofmann als Begründer des hiesigen Kurwesens als „maßgeblich für den Aufschwung Königsteins“ sieht, „mögen den Magistrat bei seiner Arbeit positiv inspirieren“, erklärt sie augenzwinkernd.

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