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Jetzt ist die Psychiatrische Klinik noch ein Rohbau. Ab Herbst 2020 sollen hier 125 Patienten stationär behandelt werden. 

Eröffnung Herbst 2020

Richtfest für neue Psychiatrische Klinik in Bad Homburg

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An der Zeppelinstraße entsteht ein Neubau für ein psychiatrisches Krankenhaus. Im Herbst 2020 soll es eröffnet werden. Es führt verschiedene Einrichtungen des Betreibers Vitos zusammen, lässt diese aber auch an die Hochtaunus-Kliniken heranrücken.

Bad Homburg - Von der A 661, aber auch von der Pappelallee aus konnte man in den vergangenen Wochen beobachten, wie neben den Hochtaunus-Kliniken zwei Rohbauten wuchsen. Dort auf dem sogenannten Gesundheitscampus an der Zeppelinstraße entstehen ein Wohnheim für Pflegekräfte – Baubeginn war Anfang Februar – und ein psychiatrisches Krankenhaus, das Ende September 2018 Spatenstich hatte. Gestern feierte der Betreiber Vitos mit den beteiligten Handwerkern, Planern und einigen Mitarbeitern das Richtfest. 

Der Geschäftsführer von Vitos Hochtaunus, Servet Dag, drückte seine Freude aus, dass der Bau im Zeitplan sei und bereits innerhalb eines halben Jahres sein Dach habe. „Dies wird ein Ort sein, an dem Menschen gesund werden“, sagte er. Im zweiten Quartal 2020 soll die Vitos-Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik fertig sein. „Dann wird es einen regen Austausch mit den Hochtaunus-Kliniken geben“, so Dag. Drüben wird der Körper geheilt, hier die Seele. 

Psychiatrisches Krankenhaus wird mehr als 6500 Quadratmeter haben 

Um vom einen ins andere Gebäude zu gelangen, müssen Patienten, Ärzte und Pflegepersonal noch nicht einmal ins Freie gehen. Ein gläserner Gang wird das Vitos-Gebäude mit dem Akut-Krankenhaus verbinden. Von dieser Brücke ist derzeit noch nichts zu sehen; der Rohbau an sich gibt aber bereits Einblicke in die Dimensionen der künftigen Einrichtung. Das psychiatrische Krankenhaus wird mehr als 6500 Quadratmeter Nutzfläche haben. 

Von der Magistrale aus kommt man zum großzügigen Haupteingang im Erdgeschoss. Hier werden eine Caféteria, ein Internet-Raum sowie ein Lädchen für gebrauchte Kleidung angesiedelt. Wie schon im Waldkrankenhaus in Köppern, werden sich Ehrenamtliche des Sioli-Freundeskreises und der Laienhilfe hier um Patienten kümmern. Neue Helfer für den Bad Homburger Vitos-Stützpunkt werden bereits gesucht. Zudem werden sich im Erdgeschoss die Ambulanzen der Gerontopsychiatrie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie befinden. Für Patienten, die liegend gebracht werden, wird es eine zweite, etwas versteckte Einfahrt geben.

Vor großen Fenstern wird es einen „geschützten Außenbereich“ geben

Das Untergeschoss ist so gebaut, dass es zur Seite, die in Richtung Autobahn liegt, offen ist. Vor großen Fenstern soll sich künftig ein „geschützter Außenbereich“ erstrecken. Genutzt werden diese Räume von der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik, die seit 2012 An den Drei Hasen in Oberursel ansässig ist. Er freue sich, dieses Angebot künftig direkt neben dem allgemeinen Krankenhaus zu haben, sagte Bernd Kuschel, Krankenpflegedirektor bei Vitos Hochtaunus. Auch für die anderen Vitos-Abteilungen sei es sinnvoll, nun auf dem Bad Homburger Krankenhaus-Campus ansässig zu sein. Aus Köppern werden die beiden Akutpsychiatrie-Stationen, die Depressions-Station und die Gerontopsychiatrie hierher verlegt. Die beiden Suchtstationen dagegen bleiben auf dem Waldkrankenhaus-Gelände. 

Platz für 125 Patienten

Ein weiterer Teil des Untergeschosses solle eine Tiefgarage mit Platz für 100 Autos werden. In den oberen Stockwerken werden vier psychiatrische Stationen untergebracht sowie eine neue, psychosomatische Station. Ganz oben werden die älteren Patienten der Gerontopsychiatrie liegen. „Sie werden eine eigene Terrasse haben“, so Kuschel. Der Blick geht über die A 661 hinweg auf die Frankfurter Bankentürme – die an klaren Tagen auch vom Erdgeschoss aus zu sehen sind. 

Insgesamt 125 Patienten – 25 pro Station – sollen stationär aufgenommen werden können. Wer vor dem Gebäude steht, sieht aber, dass der Bau unterschiedlich hoch ist. „Wir haben grundsätzlich die Möglichkeit, den niedrigeren Gebäuderiegel noch aufzustocken“, erklärt Kuschel. Dort könnte künftig eine sechste Station geschaffen werden. Denn vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels könnte die Zahl der Gerontopsychiatrie-Patienten in den kommenden Jahren noch wachsen. 

Kosten für den Bau werden mehr als 24,5 Millionen Euro betragen

Die Nutzfläche pro Stockwerk beträgt 625 Quadratmeter. Die Räume werden von zwei Fluren aus erreichbar sein – was die Wege für das Pflegepersonal kürzer machen soll. Es gibt Seitenflure, die nur für Mitarbeiter zugänglich sind. Die Ärzte werden – da sie zwischen Bad Homburg und Köppern pendeln werden – keine festen Schreibtische haben. „Damit sparen wir Kosten“, so Kuschel. Auch bei der Klimatisierung wurde aufs Geld geachtet. Gekühlt werden im Sommer nur bestimmte Gemeinschaftsräume. Apropos Kosten: Aufgrund der allgemein steigenden Kosten im Bausektor geht Kuschel davon aus, dass es nicht bei den für das Gebäude geplanten 24,5 Millionen Euro bleiben wird.

von Anke Hillebrecht

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