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Tomm Bider (links) und Torsten Meyer vom Hofgut Hohenwald in Oberhöchstadt verkaufen zum Osterfest nicht nur gefärbte Eier im Hofladen.

Feiertage

Ostereier: Wie sich Produzenten und Verkäufer auf die große Nachfrage einstellen

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Kein Osterfest ohne bunt gefärbte oder liebevoll selbst bemalte und gestaltete Ostereier. Ob im Osterkörbchen, zum Osterfrühstück oder beim Osterei-Weitwurf: Die Nachfrage nach hartgekochten oder ausgeblasenen Hühnereiern ist dieser Tage enorm. Verblüffend: Es gibt keinen Engpass. Aber woran liegt das?

Nein, die bunten Eier bringt nicht der Osterhase. Diese Grundannahme vorausgesetzt, stellt sich dennoch die Frage, wieso es am kommenden Wochenende keinen Mangel an Ostereiern geben wird? Das Angebot ist auch in diesem Jahr in den Lebensmittelmärkten und Discountern ausreichend bis üppig – und das, obwohl die Nachfrage nach Eiern jedes Jahr in den Wochen vor dem Osterfest riesig ist. Wieso aber ist das in jedem Jahr so, wo doch das Fest der Auferstehung Jesu kalendarisch im Zeitraum zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen kann? Offenbar hilft der Mensch dabei ein bisschen nach. . .

„Die Disponenten der Lager stellen sich auf den Mehrbedarf der Märkte vor Ostern ein und bestellen bei den Lieferanten größere Mengen. Die Eier-Lieferanten wiederum bereiten sich mit ihrer langjährigen Erfahrung auf den erhöhten Bedarf vor“, teilt Rewe-Pressesprecher Thomas Bonrath auf Anfrage mit.

Lieferanten planen demnach die „Ein- und Ausstallungsperioden ihrer Legebetriebe so, dass vor Ostern möglichst viele Legehennen vorhanden sind, um Mehrmengen liefern zu können.“ Engpässe seien somit ausgeschlossen. Regionale und lokale Erzeuger sorgen für zusätzliche Versorgungssicherheit.

Regionale Versorger

Das Hofgut Hohenwald in Kronberg-Oberhöchstadt ist einer dieser regionalen Versorger, die unter dem Label „Landmarkt“ bei insgesamt 30 Rewe-Märkten in der Region in eigener Regie und Verantwortung Eier aus heimischer Landwirtschaft anbieten.

Wir halten 10 000 Hühner in Bodenhaltung. Sie legen rund 9000 Eier pro Tag. Zwei Drittel davon verkaufen wir über Supermärkte“, erläutert Torsten Meyer, Geschäftsführer des Hofgutes mit angeschlossenem Hofladen. „Rund ein Drittel verkaufen wir über unseren Hofladen sowie ausgewählte Feinkostgeschäfte und Bäckereien, etwa in Bad Homburg oder Frankfurt.“ In den Ställen des Hofgut Hohenwald sind damit die meisten Hühner im Hochtaunuskreis beheimatet. Im Vergleich zu den Großställen in Niedersachsen und den Niederlanden, in denen bis zu 100 000 Tieren und mehr in nur einer Anlage leben, sind die Stallungen des Hofguts sogar verhältnismäßig klein.

Was aber versteht man unter dem so nüchtern klingenden Begriff der „Ein- und Ausstallungsperioden“, den der Rewe-Pressesprecher ins Spiel bringt? Tatsächlich handelt es sich dabei um einen logistischen Schachzug, mit dem Hühnerhalter die enorme Nachfrage vor Ostern mit einem ausreichenden Eierangebot befriedigen.

Aus der Schale pellen

„Drei Monate vor Ostern werden junge Hühner eingestallt, die dann im April ihr Maximum in der Legeleistung haben“, erläutert Heinz Reinhardt. „In Ställen mit jungen Hühnern haben wir einen Ertrag von 90 Prozent. Bei 800 Hühnern sind das 720 Eier pro Tag. Sie leben in Bodenhaltung und genießen dabei ihren Auslauf im Stall sowie auch unter ihrer Voliere draußen.“

Normalerweise werden im Hofladen der Familie Reinhardt Eier verkauft, die nicht älter als drei Tage sind. Vor dem Osterfest sind die Eier aber rund acht Tage alt.

Dann können sie besser gepellt werden“, sagt der Landwirt. „Gerade vor Ostern haben wir viele Vorbestellungen. Wir planen rechtzeitig, doch Gründonnerstag sind wir meist ausverkauft.“

Im Usinger Land hat die Familie Körner in Usingen-Eschbach den größten Hühnerstall. 1000 Hühner sorgen dort dieser Tage für ausreichend Nachschub, der über den Hof (Dienstag bis Samstag in der Zeit von 9 bis 12 Uhr geöffnet), sowie in Bäckereien und Metzgereien in Usingen und Eschbach verkauft wird.

Mein Vater hatte viel mehr Tiere. Das war sein Lebenswerk“, sagt Stefan Körner. „Nach seinem Tod war es uns wichtig, dass es weitergeht. Wir haben die Zahl der Hühner deutlich reduziert und betreiben den Direktvertrieb nun nebenberuflich.“

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