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Jürgen Welzenbach arbeitet als Service-Kraft im Bistro am Marktplatz im Hessenpark. Am Montagmittag sind einige Tische besetzt.

Bewerbungsverfahren läuft

Nach Insolvenzantrag: Bistro im Hessenpark wieder für Besucher geöffnet

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Peter Stürtz übernimmt bis Februar als Interimspächter die Gastronomie im Hessenpark. Eine Entscheidung, wer endgültiger Pächter wird, soll im Dezember fallen. Im März 2020 soll dann das neue dauerhafte Pachtverhältnis starten.

Neu-Anspach - Kürbissuppe, Handkäs' mit Musik, Wildragout oder Wiener Schnitzel mit Feldsalat. Diese Gerichte lassen sich Besucher des Bistros Alter Markt am Montagmittag im Hessenpark schmecken. Zwei Servicekräfte und eine Köchin sind an diesem Tag im Einsatz. Das Bistro hat seit einigen Tagen wieder geöffnet und zwar unter einem neuen Pächter: Peter Stürtz, ehemaliger Pächter des Feldberghofs und Chef des Bad Homburger Restaurants Hirschgarten. 

Er hat die Interimspacht sowohl für das Bistro als auch für das Landhotel übernommen. Das Restaurant im Hessenpark hat noch bis Monatsende täglich geöffnet, von November bis Februar an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Die 25 Mitarbeiter des Hirschgartens arbeiten nun auch in Neu-Anspach, sagt Stürtz.

Hessenpark: Sondierungsgespräche für Gastronomie laufen

"Wir benötigen Zeit für die Pächtersuche und die Durchführung des Vergabeverfahrens, die Interimspacht verschafft uns hier Luft, weil wir unsere Besucher gut versorgt wissen. Zu Beginn der neuen Museumssaison im März 2020 soll dann das neue dauerhafte Pachtverhältnis starten", sagt Pia Preuß, Hessenpark-Pressesprecherin. Es gebe eine Reihe aussichtsreicher Bewerber, die ausgewertet würden. Danach würden Sondierungsgespräche geführt. Die Vergabeentscheidung solle bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im Dezember fallen, so Preuß. Die Gastronomie-Pacht werde nur als Ganzes vergeben, umfasse also auch die Martinsklause.

Hessenpark: Zusammenarbeit mit regionalen Caterern

"Meiner Meinung nach ist damit die Entscheidung gefallen, wer neuer Pächter der Gastronomie im Hessenpark wird", sagt Torben Emmerich, Chef der Wehrheimer Löwenherz-Gastronomie. Seit dem Ausscheiden des vorherigen Pächters, der GHC Service OHG, die die Gastronomie im Frühjahr erst übernommen und sich dann im Sommer wieder zurückgezogen hatte, arbeitet der Hessenpark bekanntlich mit regionalen Caterern aus dem Hochtaunuskreis und darüber hinaus zusammen, und dazu gehört auch Emmerich. Sie übernahmen die Bewirtung bei Hochzeiten, Jubiläen und sonstigen Feiern.

Emmerich selbst hat seinen Hut aus mehreren Gründen übrigens nicht in den Ring geworfen, obwohl er durchaus darüber nachgedacht und auch Gespräche geführt hat. "Doch mein Ziel ist es langfristig, mich hier vor Ort zu vergrößern."

Es gab bereits "Soft-Opening"-Tage für die neue Gastronomie am vergangenen Mittwoch und Donnerstag. Am Wochenende war dann das Apfelfest: "Die Resonanz war okay, über die Mittagszeit waren wir voll", sagt Stürtz.

Hessenpark: Verstöße gegen Vertragsbestimmungen

Stürtz ist nun zunächst bis Ende Februar 2020 Interimspächter von Bistro und Landhotel im Freilichtmuseum, hat sich aber auch für die Zeit danach beworben. Mehr möchte Stürtz mit Hinweis auf das laufende Ausschreibungsverfahren aber nicht sagen. Theoretisch ist er auch Interimspächter des Hotels, das jedoch nur bei Anfragen größerer Gruppen öffnet, so Preuß. Nicht nur das Hotel, auch das Restaurant, die Seminarräume und der Festsaal würden beim Vorliegen von Gruppenbuchungen geöffnet.

Aus gesundheitlichen Gründen musste sich der Geschäftsführer der GHC Service OHG, Mario-Sebastian Fertig, im Sommer zurückziehen. Später wurde bekannt, dass der Pachtvertrag mit der GHC Service OHG wegen Verstößen gegen Vertragsbestimmungen bereits im Juli gekündigt worden war, bevor seine gesundheitlichen Probleme Fertig dazu gezwungen hatten, den Geschäftsbetrieb aufzugeben.

Neu-Anspach: GHC Service beantragte Insolvenz

Im August stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht. Das Hauptverfahren wurde am 1. Oktober eröffnet, teilt Insolvenzverwalter Lason Gutsche mit.

25 von ehemals 53 Mitarbeiter der GHC Service OHG arbeiteten nach dem Insolvenzantrag noch weiter im Hessenpark. "Wie üblich in solchen Verfahren gab es aber hohe Krankenstände, die hin und wieder zu unvorhergesehenen Schließungen führten", so Preuß. Das Angebot, den Notbetrieb auch noch im Oktober weiterzuführen, habe der Hessenpark abgelehnt, so Gutsche, weshalb die 25 Mitarbeiter nun nicht mehr dort tätig sind. "Wenn der Hessenpark ,Nein' sagt, habe ich einfach 25 Leute zu viel. Ich denke aber, dass die 25 Personen überwiegend neue Stellen gefunden haben."

Erst Anfang des Jahres 2019 hatte der Pächter GHC Service OHG die Gastronomie im Freilichtmuseum Hessenpark übernommen, dabei plante dieser auch mobile Verkaufsstationen im Museum.

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