Die Menschen im Hochtaunuskreis genießen, wie hier am Ausflugsziel Hattsteinweiher in Usingen, die Lockerungen nach den Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie.
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Die Menschen im Hochtaunuskreis genießen, wie hier am Ausflugsziel Hattsteinweiher in Usingen, die Lockerungen nach den Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie.

Corona-Krise

Hochtaunus: Bürger halten sich an Kontaktverbot

Rund 900 Menschen haben seit März gegen die Corona-Verbote verstoßen. Es gab rund 175 Verstöße innerhalb von rund drei Monaten.

Hochtaunus - Zu Beginn der Corona-Krise Mitte März gab es alle paar Tage neue Verordnungen, die das Zusammentreffen mit anderen Menschen im Hochtaunuskreis verhindern sollten. Nun, da sich die Corona-Krise mit Blick auf die Infektionszahlen abzumildern scheint, gibt es viele neue Verordnungen, welche Art von Zusammentreffen nun wieder erlaubt sind.

Seit Mitte März, als die erste Corona-Verordnung des Landes Hessen in Kraft getreten ist, gab es 174 Meldungen von Verstößen gegen die Corona-Verordnungen von der Landespolizei, den Ordnungsämtern oder der Ortspolizei. "Alles in allem betrafen diese 174 Meldungen 903 Personen", teilt der Hochtaunuskreis auf Anfrage dieser Zeitung mit. Differenziert nach Kommunen gebe man keine Zahlen bekannt. Sowohl die Ordnungsämter der Kommunen als auch die Polizei wird im Rahmen der Amtshilfe für das Gesundheitsamt des Hochtaunuskreis tätig. Bei diesem fließen alle Meldungen zusammen.

Dieser Ist-Stand bezieht sich auf den Zeitraum Mitte März bis zum vergangenen Montag, 11. Mai. Seit vergangenem Montag ist es zum Beispiel wieder möglich, dass Menschen sich gemeinsam mit einer weiteren Person oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes im öffentlichen Raum bewegen dürfen.

Verbotene Zusammenkünfte

Und das Kontakt-Verbot ist es auch, gegen das am häufigsten verstoßen wurde: 160 Ordnungswidrigkeiten betreffen den Tatbestand "Aufenthalt im öffentlichen Raum zusammen mit mehr als einer Person außerhalb des Kreises der Angehörigen des eigenen Hausstandes, Grillen, Feiern, Picknicken und Ähnliches", heißt es in der Stellungnahme vom Gesundheitsamt. Außerdem habe es fünf Verstöße gegen das Bewirtungsverbot und eine Ordnungswidrigkeit "Teilnahme an Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen, Synagogen und vergleichbaren Orten anderer Glaubensgemeinschaften" gegeben.

Mittlerweile tragen die meisten Menschen ohne Murren einen Mund-Nase-Bedeckung und halten Abstand voneinander. "Ich habe beobachtet, dass die Zahl der Verstöße weniger wird, weil mehr erlaubt ist und die Menschen sich an die Corona-Verordnungen gewöhnt haben", sagt Ingo Paul, Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen. "Außerdem tut ein Bußgeld von 200 Euro für eine Ordnungswidrigkeit weh."

Die Zahl der Verstöße gehe zurück, was auch bei gezielten Kontrollen der Polizei zum Beispiel rund um den Großen Feldberg deutlich werde. Und die Übersicht für das vergangenen Wochenende für den Hochtaunuskreis zeige sogar: Es gab so wenige Verstöße wie nie (Zahlen dürfe er allerdings nicht nennen), so Paul. "Die Corona-Verordnungen haben wehgetan und bei manchem Bürger im Hochtaunuskreis sicher für einen Lagerkoller gesorgt, doch damit ist es jetzt vorbei", so Paul.

Diesen Eindruck bekamen Besucher des beliebten Ausflugsziels für Familie, der Hattsteinweiher in Usingen, am vergangenen Wochenende ebenfalls: Der Badestrand war abgesperrt, aber es ist auch niemand hinter die Absperrung gegangenen, die Menschen lagen auf der Wiese, die Stimmung war entspannt.

Keine Aussage zu Bußgeldern

Die Corona-Krise war und ist die Zeit der Exekutive. Um die Einhaltung der Corona-Kontaktverbote einzuhalten, hat das Land Anfang April einen Bußgeldkatalog für Corona-Verstöße aufgestellt. Wer gegen die strengen Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie verstößt, dem droht auch weiterhin ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro.

Zwischen 500 bis 5000 Euro muss ein Geschäftsführer oder Betriebsinhaber zahlen, der gegen das bis zum 15. Mai geltende Gebot der Schließung von Gaststätten, Shisha-Bars und andere Lokalitäten verstieß. Und davon gab es ebenfalls "einige" im Hochtaunuskreis, heißt es auf Anfrage. Wie hoch die Strafe ausfällt, sei abhängig von Umfang, Größe und Dauer des Angebots/Betriebs plus Bearbeitungsgebühr.

Die meisten Ordnungswidrigkeitsverfahren waren jedoch Verstöße gegen das Kontaktverbot, gemeinsames Picknick, Grillen oder eine Feier mit Freunden etwa. Den Gastgeber kostet das 200 Euro plus Bearbeitungsgebühr. Da sich die Bearbeitung der Ordnungswidrigkeit-Verfahren noch im Anhörungsstadium befinde, könne zur Höhe der verhängten Bußgelder insgesamt noch keine Aussage gegeben werden, so der Hochtaunuskreis. Von Nina Fachinger

Gesundheitsamt ist erste Adresse

Zu den wichtigsten Hygieneregeln gehört, dass immer ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Wer unsicher ist, was eine private Feier betrifft, der kann sich an das Gesundheitsamt wenden: 061 72-9 99-47 99 oder gesundheitsamt@hochtaunuskreis.de.

Turniertänzerin Vanessa Franz aus Wehrheim (Hochtaunus) hat sich von der Corona-Krise nicht ausbremsen lassen: Sie übt da, wo Platz ist – und hat deshalb sogar manchmal Publikum.

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