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Die Feuerwehr hatte am Osterwochenende rund um den Feldberg viel zu tun. Sie musste mehrere Brände löschen.

Mysteriöse Brandserie

Mehrere Brände an Ostern: Treibt ein Feuerteufel am Feldberg sein Unwesen?

Waldbrände um den Feldberg haben am Osterwochenende Einsatzkräfte auf Trab - treibt dort ein Feuerteufel sein Unwesen?

Hochtaunus - Mit Schrecken beobachteten Wanderer am späten Ostermontag-Nachmittag vom Aussichtsturm auf dem Pferdskopf die anschwellende Rauchfahne, die sich über dem zartgrünen Blätterdach über dem Taunuswald ausbreitete. Auch vom Brunhildisfelsen auf dem Feldberg-Plateau schauten Ausflügler gebannt auf den vermuteten Waldbrand. Gestern bestätigte Schmittens Gemeindebrandinspektor auf Anfrage dieser Zeitung die Vermutung. „Zwischen Seelenberg und Schmitten mussten wir ein Feuer löschen, das sich auf 3000 Quadratmetern Waldboden ausgebreitet hatte“, teilte Christoph Brendel mit.

Waldbrände: 70 Einsatzkräfte um den Feldberg ausgerückt

Demnach rückten 70 Einsatzkräfte mit insgesamt 19 Fahrzeugen aus, um den Band zu löschen. Die Flammen hatten vom dürren Waldboden aus bereits auf eine Buchen-Schonung übergegriffen. Die Schmittener Ortsteil-Wehren wurden dabei von Kräften aus Usingen und Weilrod unterstützt.

Feuerteufel? Polizei sagt noch nichts

Bereits in der Vorwoche hatte es im Wald dreimal gebrannt. Am Karfreitag konnte die Glashüttener Wehr einen kleinen Brand unweit des Roten Kreuzes zwischen dem Oberen Zackenweg und dem Wingerweg löschen. „Zum Glück waren viele Ausflügler unterwegs, die den Brand sofort gemeldet haben“, teilt Glashüttens Gemeindebrandinspektor Lothar Müller mit.

Zwischen Seelenberg und Schmitten musste die Wehr ein Feuer löschen, das sich auf 3000 Quadratmetern Waldboden ausgebreitet hatte.

Am Samstag mussten seine Leute dann am Osterwochenende ein zweites Mal ausrücken. Gerade war das Feuer gelöscht, da ging bei der Oberurseler Wehr der nächste Alarm ein. Unterhalb des Feldbergplateaus standen am Samstagnachmittag 1000 Quadratmeter Waldboden in Flammen.

Das Feuer brach laut Augenzeugenbericht nahe dem Parkplatz „Teufelsquartier“ aus. Rund 40 Feuerwehrleute waren an den Löscharbeiten in schwer zugänglichem Gebiet beteiligt. Während die Polizei zu einer möglichen Brandstiftung als Ursache noch keine Stellung beziehen möchte, ist man in Feuerwehrkreisen deutlicher.

Waldbrandgefahr ist durch ungewöhnlich trockenes Wetter hoch

„Zwar ist die Gefahrenlage allgemein hoch, weil der Waldboden knochentrocken ist. Wir haben auch nichts Verdächtiges gefunden. Doch ich gehe davon aus, es war garantiert erneut eine Brandstiftung“, so Schmittens Gemeindebrandinspektor. Die Parallelen zur Brandserie des Vorjahres seien für ihn zu offensichtlich und machten ihn stutzig. „Wieder hat es am Wochenende gebrannt, und wieder verläuft unweit des Feuers ein gut ausgebauter Weg“, benennt Brendel die Gründe, die auf eine Fortsetzung der Brandserie schließen lassen.

Der nahe Forstweg ermöglicht der Feuerwehr einerseits ein rasches Eintreffen – jedoch könnte sich ein potenzieller Brandstifter über den Waldweg ebenso schnell und unbemerkt vom Brandort entfernen. „Wir wurden am Osterwochenende genau ein Jahr nach dem ersten Waldbrand des Vorjahres alarmiert“, sagt Glashüttens Gemeindebrandinspektor Lothar Müller.

Am Ostersamstag hatte die Feuerwehr Schmitten mit den Löschfahrzeugen einen Kreisverkehr eingerichtet. An einem Sammelplatz wurden die großen Tankfahrzeuge mit Löschwasser aus einer Zisterne und einem Hydranten betankt.

Am Einsatzort wurden zwei kleine Einsatzfahrzeuge mit 600 und 1000 Liter fassenden Tanks befüllt. Von diesen aus rückten die Feuerwehrleute mit Schläuchen aus, um das Feuer zu löschen. Nach vier Stunden war der Einsatz beendet.

von Matthias Pieren

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