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Die Erich-Kästner-Schule in Oberursel wird vom kommenden Schuljahr an zur kooperativen Gesamtschule. Die steigenden Schülerzahlen bringen auch sonst einige Änderungen mit sich.

Bildung

Die Schülerzahlen im Hochtaunus steigen weiter

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Es ist noch etwas hin: Die Kinder, die dieser Tage geboren werden, werden erst 2025 eingeschult. Insofern wären die benötigten Kapazitäten für die Schulen schnell berechnet - wäre die Region nicht bei jungen Familien sehr begehrt.

Es ist keine fünf Jahre her, da zeichnete der Demografie-Bericht für den Hochtaunuskreis ein schwarzes Bild: Um 2020, so die Prognose, würde die Schrumpfung beginnen und schnell an Fahrt gewinnen. Weniger Menschen würden im Kreis leben, vor allem weniger junge Menschen. Am Montag in einer Woche soll der Kreistag den neuen Schulentwicklungsplan beschließen - mit gänzlich geänderten Vorzeichen. Im November hatte der Kreis bereits einen Ausblick auf den zu erwartenden Anstieg der Schülerzahlen gegeben - ausgehend von den Daten 2017 sollte allein die Zahl an Grundschülern bis 2022 um über 12 Prozent (1117 Schüler) steigen. Der Entwurf sah bislang trotzdem nur vor, die Entwicklung der Grundschulen in den Bad Homburger Stadtteilen Ober-Eschbach und Ober-Erlenbach sowie der Oberurseler Grundschulen in Stierstadt und Weißkirchen "genau zu beobachten", da dort durch die Neuentwicklung von Baugebieten weitere Kapazitäten benötigt werden könnten.

In den vom Kreis-Schulausschuss am Montag einstimmig verabschiedeten Änderungen ist nun eine neue Passage enthalten: "Die Entwicklung der Schülerzahlen muss weiterhin genau beobachtet werden, insbesondere in Bezug auf die Kapazität aller Schulen. Gegebenenfalls muss der Neubau von weiteren Schulen oder die Erweiterung bestehender Schulen in Betracht gezogen werden", heißt es nun.

Frage der Kapazität

Denn im weiteren Ausblick gehen die Prognosen auch nach 2022 an vielen Standorten von hohen Schülerzahlen aus. Wie drängend das Problem schon jetzt ist, zeigt sich in Kirdorf. Die Ketteler-Francke-Schule ist derzeit auf vier Klassen je Jahrgang ausgelegt und kann, so heißt es im Schulentwicklungskonzept, bis zu 400 Schüler aufnehmen. Im aktuellen Schuljahr sind es laut Kreis 418, die aktuellen Planungen lassen in Spitze für das Schuljahr 2021 / 22 515 Schüler erwarten - dann soll die vierzügige Grundschule in drei Jahrgangsstufen sechszügig funktionieren. Bis 2026 sollen diese Zahlen wieder sinken - auf dann 489 Schüler.

An der Grundschule Schöne Aussicht in Kronberg soll sich die Schülerzahl um ein Drittel erhöhen - von 213 auf 330 und an der Grundschule am Urselbach in Oberursel soll die Zahl der Grundschüler innerhalb von drei Jahren von 283 auf 440 steigen - dafür bekommt sie die Modulgebäude der Hans-Thoma-Schule

Auch die weiterführenden Schulen erwartet eine Herausforderung. Die Humboldtschule etwa könnte 2025 auf über 1900 Schüler anwachsen. Das KFG - seit 25 Jahren nie größer als 1600 Schüler - wird 1850 Schüler beherbergen. Das Taunusgymnasium Königstein, aktuell 1200 Schüler, soll auf über 1500 Schüler anwachsen. Durch die Rückkehr zu G 9 kommt auch das erst kürzlich neu gebaute Gymnasium Oberursel an seine Kapazitätsgrenzen.

Der Kreis hat bereits einige Maßnahmen in der Tasche. Die Erich-Kästner-Schule in Oberursel wird zum kommenden Schuljahr von einer Haupt- und Realschule in eine kooperative Gesamtschule mit einer Förderstufe und einem zweizügigen gymnasialen Zweig in der Sekundarstufe I umgewandelt. Für Oberursel werden in den kommenden Jahren besonders viele zusätzliche Gymnasiasten erwartet. "Es ist es schwierig, die Schüler in der Region zu verteilen, da auch die Kapazitäten in Bad Homburg, Friedrichsdorf und Kronberg nahezu an ihre Grenzen stoßen", heißt es im Schulentwicklungsplan. Folglich mussten und müssen für Oberursel zusätzliche und neue gymnasiale Bildungsangebote eingerichtet werden.

Der Schulentwicklungsplan sieht vor, die Grundschule Königstein, die Hardtwaldschule Seulberg und die Grundschule am Urselbach in Oberursel künftig regulär vierzügig zu betreiben.

Die Astrid-Lindgren-Schule (Usingen) soll pro Jahrgang fünf Parallelklassen haben, die Geschwister-Scholl-Schule in Steinbach sechs. Zudem wird geprüft, die Kapazitäten der Ketteler-Francke-Schule in Kirdorf zumindest um eine Klasse je Jahrgang auf fünf zu erhöhen, die derzeit im Bau befindliche Maria-Scholz-Schule in Bad Homburg könnte drei- statt zweizügig werden.

Parallel dazu soll in einigen Gebieten der Zuschnitt der Schulbezirke überprüft, beziehungsweise neu geordnet werden. Die Bezirke bestimmen, welche Straßen den jeweiligen Schulen zugeordnet werden. In Bad Homburg könnten die Kettler-Francke-Schule und die Hölderlinschule durch einen neuen Zuschnitt entlastet werden, wenn Maria-Scholz-Schule und Landgraf-Ludwig-Schule mehr Schüler aufnehmen würden.

In Friedrichsdorf könnten Grundschule Köppern und Hardtwaldschule Schüler aufnehmen, die derzeit noch der Peter-Härtling-Schule in Dillingen zugeordnet werden. In Neu-Anspach könnte die Grundschule am Hasenberg die Grundschule an der Wiesenau entlasten, in Oberursel ist eine Verschiebung von der Grundschule am Eichwäldchen hin zur Schule am Urselbach denkbar, auch in Weilrod könnte eine Verschiebung für Entspannung sorgen.

Schulcampus in Oberursel

Eines der ambitioniertesten Projekte wäre der angedachte Schulcampus in Oberursel. An der Bleibiskopfstraße könnten Erich-Kästner-Schule, Hochtaunusschule und Feldbergschule an einem Ort zusammengefasst werden, wodurch Synergien und Kooperationen zu erwarten sind, wie sie schon beim Schulcampus Usingen geplant waren. Zudem beite ein solcher Campus "umfangreiche Möglichkeiten, die Übergänge in andere vor allem studienqualifizierte Bildungsgänge an den beiden beruflichen Schulen zu ermöglichen", heißt es im Schulentwicklungsplan. Auch die Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg soll in die enge Kooperation mit den beruflichen Schulen des Kreises konzeptionell mit einzubinden.

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