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Hubert Berzel vom EFC Highlander.

Fan seit 50 Jahren

Hubert Berzel vom Fanclub EFC Highlander drückt der Eintracht die Daumen

Die Fans von Eintracht Frankfurt sind im Höhenflug. Vom höchstgelegenen Eintracht-Fanclub, dem EFC Highlander, zum Viertelfinalspiel nach Lissabon. Hubert Berzel hat eine Überraschung parat. 

Hochtaunus - Hubert Berzel ist in Hochstimmung. Sonst ist der 61-Jährige eher zurückhaltend. Aber von der Erfolgswelle von Eintracht Frankfurt lässt auch er sich mittragen und meint: „Träumen darf man ja.“ Sein Traum ist ein Unentschieden der hessischen Kicker in Lissabon. Berzel tippt vorsichtig auf ein 2:2 in Portugals Hauptstadt. „Zu Hause können wir es dann richten“, ist er überzeugt. Und fürs Heimspiel hat Berzel seine Karte schon sicher. Von den aktuell 60 Mitgliedern des Eintracht-Fanclubs (EFC) Highlander haben nur fünf eine von 3200 für Eintracht-Fans verfügbare Karten für das Spiel in Lissabon bekommen. Unter ihnen ist auch Vorsitzender Bernward Egenolf. 

Die Highlander fiebern seit 2007 mit der Eintracht mit

Mit ihrer Eintracht gehen die Highlander seit Ende 2007 durch dick und dünn. „Lass uns Lissabon überstehen, prima spielen und noch eine Runde weiterkommen“, wünscht sich Berzel als Zweiter Vorsitzender in der ihm eigenen Bescheidenheit. „Doch unser Vorsitzende hat da so ein Gefühl, und das heißt: Wir kommen ins UEFA-Europa-League-Finale nach Baku“, verrät Berzel. Und falls die Eintracht wirklich Lissabon rauskickt und dann auch noch Prag oder Chelsea besiegt, hätte sie im Endspiel am 29. Mai als Gegner eine namhafte Mannschaft aus London, Neapel, Valencia oder Villarreal. Die Highlander gehen davon aus, dass dann ein Flieger mit Mitgliedern aus den verschiedenen Eintracht-Fanclubs in Aserbaidschan landet. 

Im Eintrachtmuseum haben die Highlander eine Führung gemacht

Das wäre auch für Berzel sensationell. „Zu den Siegern zu halten ist immer einfach, aber die Diva vom Main hat so ihre Launen“, meint der Oberreifenberger schmunzelnd. Er geht schon seit 1970 regelmäßig ins Waldstadion und gelegentlich auch zu Auswärtsspielen. Seitdem hat er alle Eintrittskarten in einem Album gesammelt. Das hatte er auch mit, als die Highlander kürzlich im Eintrachtmuseum waren und eine Führung in der Commerzbank-Arena gemacht haben. Museumsleiter Matthias Thoma hätte das Album am liebsten gleich da behalten. Aber Berzel, der auch unzählige Zeitungsberichte, Trikots, Schals und ausgefallene Fanartikel der Eintracht sein eigen nennt, zögerte. 

Berzel überlegt, sein Album dem Eintrachtmuseum zur Verfügung zu stellen

„Ich überlege noch, ob ich mein Album vielleicht als Dauerleihgabe zur Verfügung stelle“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.  Denn mit dem Album sind für Berzel auch viele Erinnerungen verbunden. Da war das 6 : 0 der Frankfurter gegen Bayern München, als Bernd Nickel einen Eckball direkt zum Tor verwandelte. Und dann eine Woche später die Schlappe gegen einen weniger starken Gegner. 

Berzel könnte nachschauen, gegen wen das war und wie hoch die Eintracht verloren hat. Denn die Ergebnisse hat er immer neben die Eintrittskarte geschrieben. Als echter Fan wird er sein Album wahrscheinlich doch ins Museum geben. Denn er ist genauso uneigennützig wie die anderen Highlander-Mitglieder. 

Der EFC Highlander ist kein eingetragener Verein

Der Fanclub ist kein eingetragener Verein, erhebt aber Mitgliedsbeiträge, die er dann für einen guten Zweck spendet. Das waren schon Kindergärten in der Gemeinde Schmitten, aber auch das Eintrachtmuseum in Frankfurt. So haben die Highlander die Taschenuhr von Franz Schütz ersteigert, der 1929 für die Eintracht und in der Nationalelf gespielt hat, und dem Museum gespendet. 

Berzel hofft, dass im Museum die aktuelle Eintracht-Saison auch in die Geschichte eingehen wird. Nach dem 2 : 1 gegen Schalke am Wochenende, ist die Erwartungshaltung groß, auch in der nächsten Saison wieder europäisch mitzumischen, vielleicht sogar in der Champions League. „Unter Trainer Adi Hütter ist die Eintracht immer besser geworden“, schwärmt der Reifenberger und stellt fest: „Mönchengladbach haben wir im Kampf um die Champions League schon überholt, das müssen wir jetzt halten.“

Von Evelyn Kreutz

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