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ARCHIV - 25.11.2013, Mecklenburg-Vorpommern, Malchow: Schutzhelme und Atemschutzgeräte hängen in der Gerätehalle der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz. (zu dpa "Ersatzteile vom Oldtimermarkt - Feuerwehren mit Investitionsbedarf" vom 13.10.2018) Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Viele Brandstiftungen

Hochtaunus: Immer weniger Feuerwehrleute im Kreis

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Bei der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes wurden nicht nur Bilanz gezogen und der Vorstand neu gewählt. Eine Woche vor der Hessischen Landtagswahl nutzen zwei Politiker auch das Forum, um vor den Delegierten aller Hochtaunus-Wehren zu punkten.

Gleich acht neue Feuerwehrfahrzeuge für verschiedene Hochtaunus-Wehren wurden in diesem Jahr vom Land Hessen mit insgesamt 620 000 Euro bezuschusst. So viel wie nie zuvor. 2017 waren es lediglich fünf Einsatzfahrzeuge. „Erstmals seit Einführung der Prioritätenliste für die Fahrzeugbeschaffung im Hochtaunuskreis vor über zehn Jahren wurde diese in diesem Jahr auch komplett abgearbeitet – und das bereits im Oktober“, zeigte sich Kreisbrandinspektor Carsten Lauer bei der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Hochtaunus erfreut.

Zahlen, die zuvor bereits Staatssekretär Werner Koch (CDU) aus dem Hessischen Innenministerium hervorgehoben hatte. Er nutzte die Gelegenheit geschickt, um noch kurz vor der Hessischen Landtagswahl vor den Delegierten aus allen Hochtaunus-Wehren Wahlkampf zu betreiben.

„Die Ausstattung der Feuerwehren und der Brandschutz sind zwar Aufgaben der Kommunen“, sagte Koch. „Im kommenden Jahr wird die Hessische Landesregierung die Garantiesumme für den Brandschutz wegen des erhöhten Bedarfs aber von derzeit 30 Millionen auf 40 Millionen Euro erhöhen.“

Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) nahm den Mann aus Wiesbaden in seiner Rede in die Pflicht. „Immer werden die Ausstattung der Wehren, die moderne Flotte und der gute Fuhrpark der Feuerwehren hochgelobt“, sagte der Landtagskandidat. „In Steinbach fehlt uns aber ein gutes Feuerwehrgerätehaus. Unsere Containerlösung und die Not der Einsatzkräfte, die ihre Spinde in der Fahrzeughalle haben, müssen ein Ende haben.“

Naas appellierte an Koch, dass die Landesregierung mehr in die gesamte Infrastruktur der Feuerwehren investieren müsse. „Wir können uns zusammensetzen. Das Land kann durch den kommunalen Finanzausgleich helfen“, griff der Gast aus dem Innenministerium die Forderung auf und lud Naas zum Gespräch nach Wiesbaden ein. Ob und in welcher Form ein solches überhaupt stattfinden wird, ist freilich völlig offen. Nicht nur, dass der 66-jährige Werner Koch zum Jahresende in Ruhestand geht. Naas wird durch seinen vierten Platz auf der FDP-Landesliste bei der Wahl am kommenden Sonntag hingegen sehr wahrscheinlich seinen Hut im Steinbacher Rathaus nehmen und im nächsten Hessischen Landtag seinen Sitz haben.

Wie dem auch sei: „Feuerwehrleute sind Leistungsträger der Gesellschaft“, sagte Koch und dankte den Anwesenden. „Die Feuerwehr ist nicht nur eine tragende

Säule der Gesellschaft

. In der Feuerwehr wird pure Sozialarbeit geleistet und jungen Menschen in der Jugendfeuerwehr Werte vermittelt.“

Alle Kreisfeuerwehren hatten 2017 mit 3715 Einsätzen über 100 mehr zu bewältigen als im Jahr zuvor. Kreisbrandinspektor Lauer führte den Anstieg nicht zuletzt auf die steigende Zahl der Brandstiftungen in der Feldbergregion zurück.

„Auch im Namen des Landrats möchte ich Ihnen allen danken für Ihren Einsatz. Vor allem angesichts der zahlreichen Waldbrände, die Sie alle erfolgreich bekämpft haben“, sagte die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Susanne Eichhorn (CDU) in ihrem Grußwort. „Dank Ihres Einsatzes sind dabei bislang keine großen Schäden zu beklagen.“

Zwar sei der Hochtaunuskreis im Vergleich zu anderen Landkreisen personell weiterhin gut aufgestellt, sagte Lauer. Doch mit insgesamt 2238 Einsatzkräften standen im vergangenen Jahr 13 Aktive weniger zur Verfügung als 2016.

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