0 junge Sängerinnen und Sänger übten in den vergangenen Tagen intensiv in St. Bonifatius in Seulberg. Der im Hochtaunus wohlbekannte Dirigent Tristan Meister hat die künstlerische Leitung des neuen Projekts übernommen.
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0 junge Sängerinnen und Sänger übten in den vergangenen Tagen intensiv in St. Bonifatius in Seulberg. Der im Hochtaunus wohlbekannte Dirigent Tristan Meister hat die künstlerische Leitung des neuen Projekts übernommen.

Musik

Hochtaunus: Neuer Kammerchor vor seiner Premiere

  • VonBrigitte Gaiser
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30 Jünge Sänger haben sich zusammengefunden, um einen neuen Chor zu gründen. Gesungen wurde bei der ersten gemeinsamen Probenwoche ein Mix aus Renaissance, Barock und Romantik.

Hochtaunus -Mit einer intensiven Probenwoche und zwei Konzerten am Wochenende zeigt und feiert der Kammerchor Hochtaunus sein Entstehen. Junge Menschen wollen singen, alte und neuere Chorwerke, sie sind bestens vorgebildet, jedoch dem seit genau zehn Jahren bestehenden Jugendchor Hochtaunus entwachsen. Die Altersgrenze liegt da bei 25 Jahren.

Also: was tun? Veronika Bauer, die schon mit ihren LaCappella-Kinderchören Furore machte, stieß mit der Idee einer Neugründung sowohl beim Sängerkreis Hochtaunus als auch bei der 2017 vom Kreis zur Förderung der Sängerkultur aus der Taufe gehobenen Chorakademie auf offene Ohren und Begeisterung. Und nun ist es so weit. 30 junge Sängerinnen und Sänger, die Frauen ein klein wenig in der Überzahl, proben seit Montag in St. Bonifatius in Seulberg, täglich sechs Stunden lang.

Für die künstlerische Leitung des neuen Projekts konnte man Tristan Meister gewinnen. Auch er ist im Kreis kein Unbekannter. Mit dem Jugendchor Hochtaunus hat er in Konzerten schon etliche Kostproben seiner großartigen Arbeit geliefert. Zum zehnjährigen Bestehen des Chores plant er - allerdings erst im Januar nächsten Jahres - ein besonders großes anspruchsvolles Projekt. Der "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy soll aufgeführt werden. Der gebürtige Mannheimer hat dort nach dem Bachelor auch sein Master-Studium in Chor- und Orchesterleitung absolviert und leitet heute sechs Chöre unterschiedlicher Größe und Zielsetzung - vom Kammerchor für Männerstimmen bis zum Oratorienchor. Außerdem ist er Dozent für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt.

Kammerchor Hochtaunus: Ein oder zwei Projekte pro Jahr

Mit dem Kammerchor Hochtaunus soll es ein bis zwei Projekte im Jahr geben, jedes mit besonderem musikalischem und thematischem Duktus.

In den beiden Gründungskonzerten an diesem Wochenende stehen Motetten aus Renaissance, Barock und Romantik auf dem Programm. Die Motette als Gattungsbegriff für mehrstimmige Vokalmusik gibt es seit dem 13. Jahrhundert, ab dem 15. Jahrhundert steht sie für geistliche Musik.

Gregorio Allegri (1582-1652) gilt als Urvater der neueren Motette, bei der auch Instrumente eingesetzt werden. Am Wochenende werden das Sólrún Franzdóttir Wechner an der Orgel und Anne Clement auf der Gambe sein. Allegris "Miserere" ist besonders interessant, weil die Soprane wegen eines Transponierfehlers bis zum hohen C geführt werden. Außerdem kommen wegen dieses Fehlers G-Dur und g-Moll als Querstand vor, was in dieser Zeit nach den Kompositionsregeln nicht gestattet war. Solche Kühnheit erlaubten sich bewusst erst die Komponisten der Romantik.

Hochtaunus: Kammerchor singt Bach und Mendelssohn Bartholdy

Außerdem wird es Werke von Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein, Henry Purcell und Johann Sebastian Bach geben. Gottfried August Homilius steht mit seiner Lebenszeit zwischen Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy und ist trotzdem heute wenig bekannt, für Tristan Meister jedoch der größte Motetten-Komponist überhaupt. Mendelssohn schließt den Kreis und damit folgerichtig auch das Programm, da er den fast vergessenen Johann Sebastian Bach neu entdeckte und für seine unausweichliche Gültigkeit bis zum heutigen Tag sorgte.

Die Konzerte finden am morgigen Samstag, 4. September, von 19 Uhr an in der Frauenfriedenskirche in Frankfurt-Bockenheim und am Sonntag, 5. September, von 17 Uhr an in der Erlöserkirche Bad Homburg statt. Für beide Konzerte gibt es noch Karten unter www.saengerkreis-hochtaunus.de. Von Brigitte Gaiser

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