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Hochtaunuskreis »bereits auf dem richtigen Weg«

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Hochtaunuskreis (red). Der Bundesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hat seine deutschlandweit durchgeführte Radreiseanalyse vorgestellt. Demnach nimmt nach einem pandemiebedingten Einbruch die Fahrradnutzung wieder deutlich zu, erreicht jedoch (noch) nicht das Niveau vor der Krise.

Ein wichtiges Resultat dabei: Je besser die Infrastruktur, umso mehr wird Rad gefahren. Bei der Planung von Tagesausflügen steht demnach die Qualität der Infrastruktur im Mittelpunkt: 70 Prozent der Befragten gaben an, dass eine gute Befahrbarkeit der Wege für sie entscheidend sei bei der Wahl einer Route, 66 Prozent legen zudem Wert auf gute Verkehrssicherheit. Im Vergleich dazu sind Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke (57 Prozent) und Einkehrmöglichkeiten (40 Prozent) zwar ebenfalls wichtig, aber nicht so entscheidend wie die Wegqualität. Ist der Radreisende unterwegs, sind ihm zudem die Fahrradwegweisung und Informationen zur Region und zur Einkehr wichtig.

Fokus auf Ausflügler

Der ADFC Hochtaunus leitet hieraus einige Punkte für die heimische Region ab. Im Wesentlichen: Konzentration auf Tagesausflügler und Kurzzeit-Übernachtungen im festen Quartier (sogenannte Sternreisen), eine geeignete Wegauswahl und eine zuverlässige Beschilderung sowie Informationsbereitstellung (Online und in Printprodukten). Für sogenannte Sternreisen sprechen die Übernachtungswünsche der Radurlauber aus der Umfrage: 42 Prozent übernachten im Hotel, 34 Prozent in Ferienwohnungen/-häusern, 10 Prozent in Pensionen und 12 Prozent campen.

Das Potenzial für den Taunus leitet sich vor allem aus der zunehmenden Verbreitung von Pedelecs ab. Sie machen die Taunushöhen und angrenzenden Hügellandschaften zu einem Vergnügen mit individuell dosierbarer Anstrengung: Bereits 42 Prozent der Radler nutzen laut der Umfrage Elektro-Räder für weitere Strecken und hügligere Regionen. Die Entwicklung in diesem Umfang ist relativ neu, entsprechend findet sich der Taunus auch noch nicht bei der Radreiseanalyse als eine bekannte Zielregion für Radurlauber. Der ADFC Hochtaunus erwartet, dass sich dies dank der Pedelecs ändern wird.

Mit der Bewerbung radtouristischer Routen sollte man dabei aber nicht zu früh beginnen, sondern zunächst einen vernünftigen Wegzustand herstellen und vor allem eine zuverlässige Wegweisung installieren. Hierbei sei das seit 2014 per grüner Fahrradwegweisung ausgewiesene Routennetz des Hochtaunuskreises essenziell - allerdings sei es seit der Aufstellung nicht mehr systematisch gewartet worden und weise daher zahlreiche Mängel auf.

Guter Ruf kann entscheidend sein

Aus der Radreiseanalyse geht außerdem hervor, dass die Weitergabe von Informationen aus dem Bekanntenkreis eine gewichtige Rolle spielt. Schlechte Erfahrungen, etwa weil man auf der Route wegen mangelnder Wegweisung »verloren« geht, würden auch so weiter gegeben. Der ADFC empfiehlt daher dringend, erst die Infrastruktur - hier vor allem die allgemeine Fahrradwegweisung und die Routenausweisungen per Logo/Plakette vollständig bereitzustellen, bevor Routen beworben werden.

Hier habe sich der Hochtaunuskreis aber bereits auf den richtigen Weg begeben: Die Wegweisung soll dieses Jahr komplett erhoben und anschließend Mängel behoben werden. Das werde frühestens zur nächsten Saison Anfang 2023 so weit sein. Dafür gebe allerdings es noch viel zu tun, denn der komplette Bestand müsse neu erfasst werden.

Alles in allem sieht der ADFC Hochtaunus das Radtouristik-Thema im Hochtaunus aber auf dem richtigen Weg, allerdings seien noch einige Anstrengungen erforderlich, bis einmal flächendeckend ein guter Zustand erreicht sei.

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