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Im Hochtaunuskreis wird fleißig gebaut und es sollen weitere Wohnungen entstehen.

Es wird fleißig gebaut

753 neue Wohnungen entstehen im Hochtaunuskreis - doch es gibt einen Haken

Im Hochtaunuskreis wird fleißig gebaut und es sollen weitere Wohnungen entstehen. Es hakt nur an einer politischen Entscheidung.

Hochtaunus - 753 neue Wohnungen wurden nach Angaben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Gelnhausen-Friedberg im vergangenen Jahr gebaut. Hierbei investierten die Bauherren 126 Millionen Euro, sagt die Gewerkschaft, die sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft.

IG BAU-Bezirksvorsitzender Karl-Otto Waas sieht beim Neubau jedoch "deutlich Luft nach oben". Entscheidend sei, was gebaut werde: "Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen." Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen.

Zu wenig Förderung von der Politik 

Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder - und das kontinuierlich für die nächsten Jahre.

In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit "lediglich 1,5 Milliarden Euro", von 2020 an würden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fielen pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus - deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

Perspektive für weitere Neubauten gefordert

"Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette - von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau - die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen", sagt Waas. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.

Genau diese Signale fehlten allerdings in der aktuellen Wohnungsbaupolitik: So schaffe etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden.

"Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur - auch im Hochtaunuskreis", sagt Waas. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr bundesweit rund 285 000 neue Wohnungen gebaut. Damit hinke die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375 000 neue Wohnungen zu schaffen, "deutlich hinterher", betont die Gewerkschaft IG BAU. red


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