Demografie

Hochtaunuskreis: Immer mehr Senioren müssen arbeiten

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Arbeiten bis zur Rente – und dann seinen Lebensabend genießen, vielleicht noch die Enkelkinder in die Kita bringen oder von der Schule abholen, ansonsten aber einfach Zeit für sich haben und nichts mehr tun. Das war früher. Heutzutage arbeiten immer mehr Menschen auch noch, wenn sie längst das Seniorenalter erreicht haben. Auch im Hochtaunuskreis.

83 800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zählte der Statistik-Service Südwest der Bundesagentur für Arbeit vergangenes Jahr im Hochtaunuskreis. „Zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen alle Arbeitnehmer einschließlich der Auszubildenden, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig sind oder für die von den Arbeitgebern Beitragsanteile zu entrichten sind.

Aus dieser Abgrenzung ergibt sich, dass in der Regel alle Arbeiter und Angestellten von der Sozialversicherungspflicht erfasst werden“, erklärt das Statistische Bundesamt. In der Regel sind diese Menschen jünger als 65 Jahre, das Alter, in dem bislang die gesetzliche Rente eintritt.

Durch den demografischen Wandel in Deutschland geriet das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung allerdings in Finanzierungsnöte. Aus diesem Grund wurde seit 2012 das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Diese Anhebung gilt übrigens für alle Versicherten, die ab dem Jahr 1947 geboren wurden.

Ob 65 oder 67, Fakt ist: Nicht jeder, der im Rentenalter ist, hat mit dem Arbeiten auch wirklich aufgehört. Im Hochtaunuskreis ist es tatsächlich so, dass 601 aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 65 Jahre und älter waren, tatsächlich doppelt so viele wie noch im Jahr 2007. Da waren es 303.

Und es gibt sogar Menschen, die älter als 70 Jahre sind und noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind: Derzeit 281 im Hochtaunuskreis. 2007 waren es 145. Die Zahlen mögen zwar überschaubar sein, sie steigen aber, wie die Statistik zeigt, beständig.

Das gilt auch für die Zahlen der geringfügig Beschäftigten. Insgesamt zählt die Statistik im Hochtaunuskreis für vergangenes Jahr 11 969 geringfügig Beschäftigte, 1364 davon waren zwischen 65 und 70 Jahre alt (2007: 1246), 1323 über 70 Jahre (2007: 848).

Die Motivationen fürs Arbeiten über das Rentenalter hinaus sind vielfältig, hat eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung herausgefunden.

Tatsächlich hat laut Studie ein Großteil der „Silver Workers“, wie Professor Dr. Jürgen Deller die arbeitenden Senioren nennt, große Freude am Job und zieht daraus große Befriedigung. Interesse am weiteren Kontakt mit anderen, die Hoffnung, durch das Arbeiten weiter fit zu bleiben, Wertschätzung, Zugewinn an Lebensqualität, Wunsch nach Anerkennung, Weitergabe des eigenen Wissens an jüngere Generationen sind ebenfalls Faktoren, die die Studie herausgearbeitet hat.

Aber, und auch das gehört zur Wahrheit dazu, viele Senioren arbeiten natürlich auch, weil sie es müssen, weil die Rente nicht reicht oder sie Angst vor drohender Altersarmut haben.

Wer mehr über die Motivation berufstätiger Senioren wissen will, klickt auf die Homepage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, und zwar unter der Adresse . Dort bei Veröffentlichungen den Reiter „Broschüren“ anklicken und nach der Broschüre über „Erwerbsarbeit & informelle Tätigkeiten der 55- bis 70-Jährigen in Deutschland“ suchen.

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